Mit Kinderwagen ist die Benutzung der Fußgängerbrücke am Bahnhof Nord in Peiting eine echte Herausforderung
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Mit Kinderwagen ist die Benutzung der Fußgängerbrücke am Bahnhof Nord in Peiting eine echte Herausforderung, nach dem barrierefreien Ausbau sollen zumindest die Stufen der Vergangenheit angehören.

Bahnhofsausbau in Peiting

Ärgernis Bahnbrücke: „Für Radfahrer und Mütter mit Kinderwagen ist das echt ein Unding“

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Seit Jahren wartet man in Peiting sehnlichst darauf, dass die Bahn endlich loslegt mit dem barrierefreien Ausbau der beiden Bahnhöfe Ost und Nord. Im kommenden Jahr soll es nun endlich soweit sein. Eine leidige Engstelle für Fußgänger und Radfahrer bleibt aber erhalten.

Peiting – Peter Ostenrieder ist ein Freund schneller Lösungen, das hat der Peitinger Bürgermeister seit seinem Amtsantritt im Mai schon mehrfach bewiesen. Doch bei der Deutschen Bahn ticken die Uhren bekanntlich ein wenig langsamer. Das hat nun auch Ostenrieder am eigenen Leib erfahren dürfen, als sich der Rathauschef Ende Oktober mit Vertretern der Bahn zum Ortstermin in der Marktgemeinde traf. Es ging um den barrierefreien Ausbau der beiden Bahnhöfe Nord und Ost, der nun endlich nach jahrelanger Verzögerung im kommenden Jahr starten soll. Von Juni bis Oktober sollen die Bauarbeiten dauern, in deren Zug die alten Bahnsteige abgerissen und durch neue ersetzt werden, die ein höhengleiches Einsteigen in die Züge ermöglichen.

Ernüchternder Ortstermin mit Bahnvertretern

Barrierefrei, das sollte aus Sicht der Gemeinde nach dem Umbau auch die Verbindung vom Eiselenweg zum Bahnhof Nord sein. Bislang ist der Weg alles andere als fußgänger- und radlerfreundlich. Das liegt vor allem an der Fußgängerbrücke über die Peitnach, die nicht nur so schmal ist, dass ein Kinderwagen oder Fahrrad nur mit Müh und Not Platz hat – an Gegenverkehr gar nicht zu denken. Sie ist zudem nur über Stufen zu erreichen, was die Situation für viele Passanten noch zusätzlich erschwert. Doch im Gemeinderat hatte der Bürgermeister nun keine guten Neuigkeiten vom Ortstermin mit den Bahnvertretern zu berichten. Denn die winkten ab, als Ostenrieder auf die Brücke zu sprechen kam. Änderungen am Bauwerk seien nicht geplant, bekam der Bürgermeister als wenig erfreuliche Auskunft zu hören. Immerhin: Ein wenig verbessern soll sich die Situation für Fußgänger aber doch. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Stufen wegkommen“, konnte der Rathauschef zumindest von einem Teilerfolg berichten.

Der alte Bahnsteig am Peitinger Bahnhof Nord Richtung Weilheim wird komplett zurückgebaut. An seiner Stelle soll ein Fußweg entstehen.

Um das zu erreichen, soll der Weg aufgeschüttet werden, der bislang von der Brücke zum Bahnsteig führt. Auch dort gibt es bislang eine Stufenanlage, doch diese wird im Zuge des Umbaus ebenfalls verschwinden. Denn der neue barrierefreie Bahnsteig wird auf der anderen Gleisseite anstelle des bisherigen Halts Richtung Schongau errichtet, der Bahnsteig Richtung Weilheim zurückgebaut. Dort soll anschließend ein neuer Fußweg geschaffen werden. Mehr sei nicht zu erreichen gewesen, sagte Ostenrieder. „Die Bahn ist echt ein harter Partner für die Gemeinde.“

„Mit der Bahn wird es keine andere Lösung geben“

Alfred Jocher (Unabhängige) wollte sich damit nicht abfinden. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde seit 1984 eine Pacht für die Benutzung der Brücke an die Bahn bezahle. „Für Radfahrer und Mütter mit Kinderwagen ist das echt ein Unding“, wetterte er. Doch Ostenrieder musste dem Gemeinderat alle Hoffnungen nehmen. „Mit der Bahn wird es keine andere Lösung geben.“ Das Unternehmen selbst will sich zur Angelegenheit auf Nachfrage der SN nicht näher äußern. Man sei noch in der Abstimmung mit der Gemeinde,

Am Bahnhof Ost: Neuer Schwung für alte Pläne?

Optimistisch ist der Bürgermeister dagegen, was den Bahnhof Ost angeht. Mit dem barrierefreien Ausbau nämlich dürfte endlich wieder Bewegung in die seit Jahren auf Eis liegenden Planungen für das Bahnhofsareal kommen. Die Schongauer Baufirma Haseitl, die dem gegenüberliegenden ehemaligen Bundeswehrgelände mit dem Bau des Ahornparks bereits neues Leben eingehaucht hat, will das Gelände entwickeln. Unter anderem sollen dort ein Verbrauchermarkt, ein Parkhaus und ein Kino entstehen. Bislang scheiterte das Vorhaben an fehlenden Grundstücken und dem alten Stellwerk im gemeindeeigenen Bahnhofsgebäude, das einen Abriss verhinderte.

Auch am Peitinger Bahnhof Ost rücken im kommenden Jahr die Bagger an. Mit dem barrierefreien Ausbau sind auch die Tage des alten Stellwerks im Bahnhofsgebäude gezählt.

Letzteres soll nun mit dem geplanten barrierefreien Ausbau und der Umstellung auf neue Technik obsolet werden. Im kommenden Herbst nach dem Ende der Bauarbeiten werde man sich deshalb sofort um die Freigabe der Bahn bemühen, kündigt Ostenrieder an, der auch schon Gespräche mit Haseitl geführt hat. „Der Investor ist nach wie vor an Bord.“

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