Mietvertrag gekündigt: Die Stadt Schongau sucht einen Pächter für das Ballenhaus-Café im Herzen der Altstadt.
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Mietvertrag gekündigt: Die Stadt Schongau sucht einen Pächter für das Ballenhaus-Café im Herzen der Altstadt.

Stadt Schongau sucht einen Nachfolger für Mieter, der gekündigt hat

Neuer Pächter für das Ballenhaus gesucht

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Im Ballenhaus könnte bald ein frischer Wind wehen: Die Stadt Schongau ist mitten in der Corona-Pandemie auf der Suche nach einem neuen Pächter für die Gasträume im Erdgeschoss, nachdem die bisherigen Mieter gekündigt haben. Bis ein Nachfolger feststeht, bleibt aber erst einmal alles beim Alten.

  • Der bisherige Pächter des Ballenhauses in Schongau hat den Mietvertrag gekündigt
  • Stadt Schongau sucht in schwerer Zeit nach Nachfolger mit schlüssigem Konzept
  • Pächter will zu späterem Zeitgründe über die Hintergründe sprechen

Schongau – Aktuell läuft das Geschäft im Ballenhaus auf Sparflamme. Wegen den Corona-Einschränkungen ist das Bistro wie alle anderen Restaurants derzeit geschlossen. Keine Gäste, nur mittags und abends herrscht Betrieb in der Küche, wenn Essen zum Abholen zubereitet wird.

Seit mittlerweile 16 Jahren führt Paschalis Saradakis mit seinem Bruder Haralabos die Wirtschaft. Die Familie betreibt auch noch die Gaststätte „Olympia“ in der Christophstraße. Doch das Ende der Ära Saradakis im Ballenhaus bahnt sich an. Die Pächter haben ihren Mietvertrag gekündigt.

Kein günstiger Zeitpunkt für Suche

Seit Dezember ist man deshalb bei der Stadt Schongau, der das Gebäude bekanntlich gehört, auf der Suche nach einem Nachfolger. Keine leichte Aufgabe mitten in der Corona-Pandemie, wo Wirte reihum ums Überleben kämpfen. „Es ist ein ungünstiger Zeitpunkt, jetzt jemand neues zu finden“, sagt denn auch Kurt Konrad, der in der Kämmerei der Stadt arbeitet und für die Liegenschaften zuständig ist. Bis Ende des Monats läuft das Bewerbungsverfahren noch, dann wird sich zeigen, ob ein geeigneter Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen hat.

Der muss aus Sicht der Stadt einiges mitbringen, um zum Zug zu kommen. Schließlich befindet sich das Ballenhaus in der 1a-Lage der Lechstadt. „Das Ballenhaus ist wichtig für die Belebung des Marienplatzes“, betont Konrad.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht deshalb ein „schlüssiges Konzept für eine attraktive und qualitative Gastronomie mit ansprechender Freiflächengestaltung“, wie es in den Ausschreibungsunterlagen der Stadt heißt. „Innovative Gastronomie-Angebote“ sollen die Gäste locken, und das täglich von 10 bis 22 Uhr.

Ablöse fällt nicht an

Im Gegenzug bekommt der künftige Wirt ein Objekt, das mit einem 210 Quadratmeter großen Gastraum für 80 Gäste, einer Küche, Lagerflächen sowie einer 100-Quadratmeter-Freischankfläche aufwartet. „Das ist groß genug, dass man etwas Vernünftiges draus machen kann“, sagt Konrad.

Ebenfalls wichtig: Eine Ablöse fällt nicht an, auch einen Brauerei-Vertrag gibt es nicht. Bei der Möblierung und der Ausstattung hat der Pächter freie Hand, solange es den Denkmalschutz, unter dem das historische Gebäude steht, nicht beeinträchtigt. Und auch die Möglichkeit, den großen Ballenhaus-Saal im ersten Stock zu bewirten, soll Interessenten locken.

Bis neuer Mieter gefunden ist, machen die alten Pächter weiter

Offiziell ist das Ballenhaus-Café ab 1. Februar zu haben, so schnell wird es allerdings nicht gehen. Schließlich müssen erst Gespräche mit den Bewerbern geführt werden, und auch der Stadtrat hat noch ein Wörtchen mitzureden, ehe ein neuer Pachtvertrag unter Dach und Fach ist.

Bis es soweit ist, wird im Ballenhaus erst einmal alles beim Alten bleiben. „Wir machen weiter, bis ein neuer Pächter gefunden ist“, sagt Paschalis Saradakis auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Dann will der scheidende Wirt auch über die Gründe sprechen, die ihn zu seinem Rückzug bewogen haben.

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