Brüsseler Gericht spricht Islamisten Abdeslam des Mordversuchs schuldig

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Wo bis vor kurzem noch Eichmeier’s Modewelt Kleidung verkaufte, will die Christliche Glaubensgemeinde Peiting ihre Zelte in der Bachstraße aufschlagen. 

Bauausschuss Peiting

Früher Modegeschäft, bald Kirchensaal?

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Seit dem Auszug von Eichmeier’s Modewelt stehen die Geschäftsräume in der Bachstraße 20 in Peiting leer. Doch das soll sich ändern. Die Christliche Glaubensgemeinde Peiting will als Mieter einziehen. Im Bauausschuss stieß das auf wenig Gegenliebe.

Peiting – Seit 2013 ist die Christliche Glaubensgemeinde Peiting in der Marktgemeinde aktiv. Sie gehört zum Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden. Ihre Gottesdienste hält die Glaubensgemeinde bislang an jedem zweiten Sonntag im „Bergwerk“ ab. „Wir sind froh, dass wir dort sein dürfen, es sind sehr schöne Räume“, sagt Gemeindeleiter Markus Schmutz. Doch der Aufwand sei jedes Mal groß, um die Örtlichkeit für die Zusammenkünfte herzurichten. „Wir sind sechs bis sieben Stunden mit Auf- und Abbau beschäftigt.“

Schon seit Jahren träumen die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft deshalb von eigenen Räumen, einer festen, zentralen Anlaufstelle im Ort, wo nicht nur die Gottesdienste stattfinden können, sondern auch genug Platz ist für die Jugendarbeit. Rund 50 Kinder umfasst laut Schmutz die Gruppe der Pfadfinder „Royal Ranger“, die sich aktuell im Zentrum für integrative Arbeit (Zenit) in Herzogsägmühle trifft.

Als Schmutz im vergangenen Jahr erfuhr, dass Eichmeier’s Modewelt schließen würde, wurde der Gemeindeleiter sofort hellhörig. Er nahm Kontakt mit Eigentümer Werner Eichmeier auf. Der Vermieter sei sehr offen für die Idee gewesen, die Räume an die Glaubensgemeinde zu verpachten, berichtet Schmutz. Dieser habe lange einen Nachmieter für die Geschäftsflächen gesucht, aber niemanden gefunden. Die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft haben laut Gemeindeleiter bereits kräftig mitgeholfen, die Ladeneinrichtung zu entfernen. Einziehen können Schmutz und seine Mitstreiter allerdings noch nicht, es fehlt die Genehmigung der Nutzungsänderung des Verkaufsraums zum Kirchensaal.

Mit diesem Antrag hat sich nun am vergangenen Dienstag der Peitinger Bauausschuss beschäftigt. Aus baurechtlicher Sicht spreche nichts dagegen, erklärte Bettina Habersetzer vom Marktbauamt. Ein Bebauungsplan sei nicht vorhanden, es handle sich um ein Mischgebiet. „Da sind Kirchen und kulturelle Stätten zulässig.“ Auch die fünf Stellplätze, die bei 50 Besuchern nachzuweisen sind, seien vorhanden. Keller- und Erdgeschossräume blieben zudem unverändert.

Dennoch rührten sich im Gremium Bedenken gegen das Vorhaben. „Ich bin gegen eine Nutzungsänderung“, sagte Gunnar Prielmeier (SPD). Es mache schon einen Unterschied, ob an der Bachstraße künftig statt eines Ladens ein Gebetsraum existiere. „An einer solch herausragenden Position hätte ich lieber wieder ein Geschäft.“

Ins gleiche Horn stieß auch Peter Ostenrieder (CSU). Die Bachstraße sei einer der Geschäftsstraßen in der Marktgemeinde, das Haus ein „wunderschönes Ladenlokal“, betonte der CSU-Fraktionschef. In einer solchen 1A-Lage dürfe man einer Nutzungsänderung nicht zustimmen, forderte er. „Auch wenn es baurechtlich in Ordnung sein mag.“

Dem pflichtete Andreas Barnsteiner bei. „Da gehört ein Geschäft rein und nichts anderes“, sagte der BVP-Rat, der sich außerdem um die Park-Situation sorgte. „Fünf Stellplätze sind viel zu wenig, da werden dann alle öffentlichen Flächen zugeparkt.“ In diesem Punkt allerdings kann Markus Schmutz Entwarnung geben. Die Jugendlichen würden am Freitagnachmittag großteils zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Und am Sonntag, wenn die Gottesdienste stattfinden, seien die Geschäfte geschlossen, man nehme Kunden also keine Parkplätze weg.

Kein Problem mit der Nutzungsänderung hatte indes Silvia Ruhfass-Bückle. Das Modegeschäft habe nicht ohne Grund aufgehört, wies sie auf das veränderte Einkaufsverhalten hin. Eine andere Nutzung sei immer noch besser als anhaltender Leerstand. Die Mehrheit überzeugen konnte sie damit jedoch nicht: Mit 7:2-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Verhindern dürfte sich das Vorhaben damit allerdings nicht lassen, stellte 2. Bürgermeister Franz Seidel fest. Weil baurechtlich nichts dagegen spreche, werde das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen wohl ersetzen. Davon geht auch Markus Schmutz aus: „Sobald die Bewilligung da ist, werden wir mit dem Herrichten der Räume anfangen.“

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