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45 Baugrundstücke sollen auf der Basili-Wiese in direkter Nachbarschaft zum Wellenfreibad entstehen. Noch allerdings sind die Kaufverhandlungen mit den Eigentümern nicht abgeschlossen, und auch der Lärmschutz macht Probleme. 

Baugebiet in Peiting verzögert sich

Wegen Lärmschutz: Neuer Plan für die Basili-Wiese

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Das Baugebiet Basili-Wiese in Peiting gerät langsam, aber sicher zur unendlichen Geschichte. Eigentlich sollte die Vergabe der 45 Bauplätze in den nächsten Wochen endlich starten, doch das Projekt verzögert sich weiter. Neuer Termin: derzeit unbekannt.

Peiting – Rund 240 Interessenten stehen derzeit auf der Warteliste für einen gemeindlichen Bauplatz auf der Basilie-Wiese. Sie alle werden in den nächsten Tagen Post erhalten aus dem Peitinger Rathaus. Der Inhalt dürfte allerdings nicht für Freudensprünge sorgen. Denn Geschäftsleiter Stefan Kort muss die Bauwilligen erneut vertrösten.

Schon vor einem Jahr hatte die Gemeinde um Geduld gebeten. Das Ziel, die Grundstücke Ende 2017 zu veräußern, sei wegen der Lärmschutz-Probleme zum Wellenfreibad nicht mehr zu halten, man peile nun den September 2018 an, teilte Kort damals den enttäuschten Interessenten mit. Schon im Frühjahr diesen Jahres freilich deutete sich an, dass auch dieser Termin zu platzen drohte. Die Verhandlungen zwischen den privaten Eigentümern der Basili-Wiese und die Gemeinde, die ein Ankaufsrecht besitzt, zogen sich in die Länge.

Wie Kort jetzt im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten bestätigt, ist das Grundstücksgeschäft immer noch nicht unter Dach und Fach. Man sei nach wie vor auf einem „guten Weg“, aber die Vorstellungen der Eigentümer und der Gemeinde würden in einigen Aspekten noch auseinanderliegen. Welche genau das sind, darüber will Kort nicht sprechen. Der Preis allein sei aber nicht der Knackpunkt, lässt er durchblicken. Es habe bereits „etliche Gesprächsrunden“ gegeben, doch alle Interessen unter einen Hut zu bringen, sei eine komplexe Aufgabe, die entsprechend Zeit benötige.

Doch das Grundstücksgeschäft ist nicht die einzige Sorge der Gemeinde. Auch die geplante Bebauung könnte das Projekt weiter verzögern. Wie berichtet, bereitet vor allem der Lärmschutz zum nahen Wellenfreibad Probleme. Um diese in den Griff zu bekommen, war bislang vorgesehen, mit einer Kettenhausbebauung und einem dichten Grüngürtel gegenüber des Schwimmbeckens den Freibad-Lärm von den dahinterliegenden Grundstücken fern zu halten. Zwar signalisierte die Emmissionsschutzbehörde bereits ihre Zustimmung für diese Lösung. Unproblematisch ist sie allerdings nicht. Denn um die Lärmschutzvorgaben zu erfüllen, müsste die Kettenhausbebauung verwirklicht sein, bevor die anderen Grundstücke fertig bebaut sind. Um dies möglichst zeitnah gewährleisten zu können, käme nur die Zusammenarbeit mit einem Bauträger in Frage, sagt Kort. Und damit ist man schon beim nächsten Problem. Man habe in den vergangenen Monaten mit mehreren Unternehmen Gespräche geführt, berichtet der Geschäftsleiter. Mit verhaltenem Ergebnis. Wegen der baulichen Vorgaben befürchtete manch einer Probleme bei der späteren Vermarktung.

Bei der Gemeinde entschloss man sich deshalb, die Reißleine zu ziehen und die Zeit während der laufenden Grundstücksverhandlungen zu nutzen. „Wir haben uns vom bisherigen Planer getrennt und ein neues Büro beauftragt“, so Kort. Man erhoffe sich dadurch neue Impulse, was die Lärmschutzproblematik angehe und im besten Fall eine Alternative zur Riegelbebauung. „Das Ziel ist, dass wir auch diese Grundstücke an private Bauherren verkaufen können, die diese dann nach ihrem Gusto bebauen dürfen.“ Ob das klappt, wird sich zeigen. Bis Oktober soll der neue Bebauungsplan-Entwurf vorliegen. Freie Hand gelassen hat man den Planern dabei laut Kort auch, was den Standort für den neuen Kindergarten angeht, der ebenfalls auf der Basili-Wiese entstehen soll (wir berichteten). Bislang war für diesen die Gemeinbedarfsfläche im nördlichen Bereich vorgesehen.

Sollte sich freilich auch bei der neuerlichen Untersuchung herausstellen, dass an der Kettenhausbebauung kein Weg vorbeiführt, wäre das ein herber Rückschlag. Schließlich müsste dann erst einmal ein geeigneter Bauträger gefunden werden. Auf einen neuen Termin, ab dem mit der Vergabe der Grundstücke begonnen werden kann, will sich Kort deshalb nicht mehr festlegen.

Immerhin: Während es auf der Basili-Wiese stockt, geht es an anderer Stelle offenbar besser voran. Um dem Baudruck zu begegnen, bemühe man sich derzeit intensiv um die Entwicklung von drei weiteren Baugebieten mit insgesamt 60 Grundstücken, sagt Kort. Zwar laufen auch hier die Verhandlungen mit den Eigentümern noch. Große Emissionsschutzprobleme seien allerdings wohl nicht zu befürchten. Gut möglich also, dass auf der Basili-Wiese nicht als erstes die Bagger rollen werden.

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