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Gesundheitscheck bei Pumba, einem Australian Sheppard Golden Red River Mix, durch Tierärztin Linda Böswald. Pumba lässt geduldig die Prozedur über sich ergehen. Frauchen Ramona aus Schongau verfolgt das Zusammenspiel von Ärztin und Hund.

Tierisches Casting am Schnaidberg

Wer hat das Zeug zum Rettungshund?

Sie sind bei der Suche nach vermissten Personen eine unverzichtbare Hilfe. Die Rede ist von Rettungshunden mit ihren Führern, die eine komplexe Einheit bilden. Auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs für die Rettungshundestaffel Pfaffenwinkel wurde jetzt das erste Rettungshunde-Casting abgehalten.

Peiting – Ein Casting für Rettungshunde, das weckt Interesse. 15 Vierbeiner mit ihren Frauchen und Herrchen nahmen die Gelegenheit wahr, einen Tag lang mit Tierärzten und Hundeführern gemeinsam zu verbringen.

Vor 26 Jahren wurde Claudia Wagner mit einem besonderem Virus infiziert. Zusammen mit ihrem Vierbeiner verfolgte sie eine Aktion mit einem Rettungshund und schloss sich begeistert der Gruppe an. Mittlerweile führt sie eine Hundeschule und kümmert sich um den Nachwuchs und die Ausbildung bei der Rettungshundestaffel Pfaffenwinkel. So wie jetzt.

Aus allen Regionen des Oberlands sind die Teilnehmer zum Casting angereist – ein Team sogar aus München. Claudia Wagner begrüßt sie am Funkturm zwischen Peiting und Rottenbuch. Das Gelände wurde von ihr gewählt, um in aller Ruhe das Verhalten von Tier und Mensch zu begutachten. Natürlich nicht alleine.

Claudia Wagner hat einen ganzen Arbeitsstab mitgebracht. Zwei Tierärztinnen und drei erfahrene Hundeführer werden sich an diesem Tag um die Teams kümmern. Alles beginnt mit dem persönlichen Gespräch. Wo kommt der Hund her? Wie lange ist er schon in der Familie?

Die Hunde selbst beschnuppern sich, Frauchen und Herrchen stellen sich und ihre Vierbeiner vor. Da ist der Liebling von Carina aus Erbenschwang, eine Mischung aus Labrador und ungarischem Straßenhund. Daneben der Tibet-Terrier von Sina aus Penzberg, begutachtet von Pumba, einem Australian Sheppard Golden Red River Mix von Ramona aus Schongau. Nicht zu vergessen der erst fünf Monate alte Keks von Birgit aus Peiting, der ein süßes Produkt eines Berner Sennhundes mit einer Appenzellerin ist.

Bevor es losgeht, müssen alle zum Gesundheitscheck. Tierärztin Stephanie Schmitt tastet Gelenke und Wirbelsäule der Tiere ab, prüft den Zahnstand des Gebisses. Mit einem Lesegerät liest sie die Daten des Hundechips aus und vergleicht sie mit denen im Heimtierausweis. Passt alles, gibt sie grünes Licht.

Um das Potenzial von Vierbeiner und Frauchen zu prüfen, werden an diesem Tag mehrere Stationen durchlaufen. Hundeführer Andreas Luidl testet als erstes mit dem Spielzeug des jeweiligen Hundes dessen Spielverhalten und wie das Tier auf fremde Personen reagiert. Andreas Luidl geht nicht zimperlich mit seinem Gegenüber um, er will alles aus den Hunden herauskitzeln.

Eine Station soll Kongo sein Frauchen Anna-Lena suchen und finden. Kongo ist nicht gerade angetan von dem Versteck. Die verfallene Holzbude ist ihm nicht geheuer. Beim dritten Anlauf, unterstützt durch gutes Zureden und Leckerli, findet er sein Frauchen. Der Kommentar von Tierärztin Stephanie Schmitt: „Er lässt sich gut motivieren.“ Dazu gibt es eine Streicheleinheit.

Ein perfektes Zusammenspiel beim „Eierlauf“ von Frauchen Birgit aus Peiting und ihrem erst fünf Monate alten vierbeinigen Begleiter namens Keks.

An der nächsten Station wartet eine Variante des Eierlaufs. Frauchen muss mit einem kleinen Ball auf dem Löffel einen Slalomparcours von Pylonen durchlaufen. Der Hund folgt an der Leine. Drei Minuten hat jeder Zeit, um möglichst viele Bälle von A nach B zu bringen. Einsatztruppführer Rico Müller erklärt, dass er hier das enge Zusammenspiel von Mensch und Tier beobachte und beurteile. Hier kommt der große Moment für Keks mit Frauchen Birgit aus Peiting. Obwohl noch nicht aus den Kinderschuhen entwachsen, zeigt sich Keks wie ein alter Hase. Er folgt seiner Birgit wie ein Schatten, sodass diese die stolze Zahl von neun Bällen schafft. Tagesrekord.

Weitere Stationen stehen an, bereichert durch eine Vorführung der alten Hasen. „Wir wollen deutlich machen, was auf das jeweilige Team zukommt, wenn es geeignet ist“, erklärt Claudia Wagner. Das wird nach Auswertung aller Ergebnisse entschieden. Dann beginnt die Ausbildung zum Rettungshund, die nach zirka zwei Jahren mit der Einsatzprüfung abschließt. Bei dieser Ausbildung wird auf fremden Gebiet im Oberland genauso geschult und geübt wie in Abbruchhäusern in München. „Eine Ausbildung mit spannenden Aufgaben und absoluter Vielseitigkeit“, so Claudia Wagner.

Weitere Informationen unter www.rhs-pfaffenwinkel.de oder 0174/6952337

Von Hans-Helmut Herold

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