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Je eine Rose gab es von Kursleiter Hans Wörnzhofer für Gerdi Leinauer (li.) und Syrithe Hindelang (re.), die dem Lederpunzier-Kurs seit 30 Jahren die Treue halten. 

Besonderes Jubiläum an der VHS Peiting

30 Jahre mit Hammer und Punziereisen

Seit 30 Jahren schwingen Gerdi Leinauer und Syrithe Hindelang im Lederpunzierkurs den Hammer. Als Dankeschön für ihre Treue bekamen sie den letzten Kurs von der VHS geschenkt.

Peiting – Lederpunzierarbeiten sind in Peiting sehr beliebt. Seit über 30 Jahren treffen sich Begeisterte zum gemeinsamen Arbeiten und fachsimpeln. Der VHS-Kurs ist eigentlich immer ausgebucht, da die Lederpunzierer mittlerweile eine eingeschworene Gemeinschaft sind. 15 ledergebundene Urlaubsalben, Taschen, Geldbeutel, Uhren, Gürtel, Würfelbecher und diverse Kleinigkeiten aus echtem Leder mit unverwechselbarem Design haben Gerdi Leinauer und Syrithe Hindelang schon selbst gefertigt. Und doch fällt ihnen immer wieder etwas Neues ein.

Gerdi Leinauer zeigt stolz ein Prunkstück von einem Fotoalbum. Vorne drauf prangt ein Bulldog, der durch eine malerische Landschaft fährt. Gemalt wird bei den Lederpunzierern allerdings mit Hammer und Punziereisen. Sorgfältig mit verschiedenen Eisenstärken wird die Vorlage Schritt für Schritt auf dickes Leder übertragen. Heraus kommen extrem haltbare, individuell gestaltete Gebrauchsgegenstände. Wie zum Beispiel die Geldbeutel, die Syrithe Hindelang seit Jahren anfertigt. Da braucht es zum handwerklichen Können auch künstlerisches Geschick. Ihr derzeitiges Lieblingsstück ist eine Wanduhr, aus der plastisch und lebensecht drei Weißkopfadler hervorschauen.

„Am Anfang waren wir die einzigen Frauen im Kurs“, erinnert sich Gerdi Leinauer. Inzwischen hat sich das Verhältnis von Frauen und Männern gewandelt. Die Kursteilnehmerinnen sind in der Überzahl. „Dafür haben wir einen flotteren Hammer!“, witzelt ein Kurs-Kollege prompt. Hier, beim Kurs, der seit Jahren im eigens ausgebauten Keller von Hans Wörnzhofer stattfindet, geht es eben lustig zu. Man kennt sich, tauscht Neuigkeiten aus, berät sich gegenseitig. „Es ist ein netter Kurs. Und das Arbeiten mit dem Punziereisen hilft beim Abschalten und runterkommen“, sagt Gerdi Leinauer, und Syrithe Hindelang pflichtet ihr bei. „Man kann hier sehr kreativ arbeiten“, erzählt sie. „Wahnsinn, was wir schon alles gemacht haben“, meint auch Gerdi Leinauer, wenn sie an die ganzen Produkte aus 30 Jahren denkt.

Syrithe und sie haben sich inzwischen auch eigene Punziereisen zugelegt, um zu Hause weitermachen zu können. Weitermachen wollen sie auf jeden Fall noch viele Jahre. Weil es so nett ist im Punzierkeller von Hans Wörnzhofer. Gegründet wurde der Kurs nämlich 1984 von Herbert Schmid und fand erst im Klösterle und später in Räumen der Kläranlage statt. Bis Hans Wörnzhofer seinen Keller zur Verfügung stellte. Bei den beiden langjährigen Kursteilnehmerinnen bedankte er sich mit einer Rose für ihre Treue.

Ursula Fröhlich

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