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Dennis Luschtinetz macht die Arbeit als Lehrer Spaß. Der Peitinger unterrichtet an den Meisterschulen am Ostbahnhof in München. 

Dennis Luschtinetz

Bester Handwerker jetzt Meister-Lehrer

Zu Oberbayerns Jahresbestmeistern 2017 gehört auch ein Peitinger. Dennis Luschtinetz schloss seine Meisterprüfung zum Informationstechniker als Erfolgreichster in seinem Fach ab. Zusammen mit Jahresbestmeistern aus anderen Gewerken wurde er dafür von Franz Xaver Peterander, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, mit Urkunde und Medaille ausgezeichnet.

Peiting – Der Weg zur erfolgreich abgelegten Meisterprüfung führte Luschtinetz über mehrere Stationen, die ihn letztendlich aber zu seinem „Traumberuf“ brachten. Zunächst absolvierte der gebürtige Schongauer eine Ausbildung zum Fachberater für integrierte Systeme bei der Siemens AG, bei der er anschließend in München acht Jahre lang tätig war. Da Siemens die IT-Sparte verkaufte, wechselte Luschtinetz als IT-Leiter erst zu Geiger Automotive Murnau, dann zur ESZI Elektro und IT GmbH nach Schongau. Weil bei dieser Firma auch elektrotechnische Fähigkeiten gefragt waren, absolvierte er eine zweite Ausbildung zum Elektroniker mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Diese schloss er mit 1,0 als Jahresbester an der Schongauer Berufsschule ab.

In beiden Betrieben war Luschtinetz auch in der Ausbildung tätig und hat die Lehrlinge betreut. Das habe ihm eigentlich am meisten Spaß an der Arbeit gemacht, erzählt er, weshalb er beschloss, Berufsschullehrer zu werden. Voraussetzung dafür ist ein Meister. Er entschied sich, diesen – passend zu seiner ersten Ausbildung – als Informationstechniker bei den Meisterschulen am Ostbahnhof in München zu machen.

Das hat mehrere Gründe, wie er aufführt. Zum einen biete die Schule den nötigen Unterricht kostenlos und in Vollzeit an, so dass die Meisterprüfung schon nach elf Monaten abgelegt werden könne. Wichtig war Luschtinetz aber auch, dass die Schulen „gut ausgestattet sind und eine gute Unterrichtsqualität bieten.“

Die Prüfungen, die aus vier Teilen bestehen, werden innerhalb von zwei Monaten abgelegt. Wichtiger erster Bestandteil ist die Anfertigung eines Meisterstückes, wie es auch in anderen Handwerksberufen üblich ist. Das Luschtinetz-Meisterstück bestand aus „zwei informationstechnischen und einer elektrotechnischen Arbeit“. Er konnte hier also seine Kenntnisse aus beiden Ausbildungen miteinander verbinden.

Weitere Prüfungen gab es in der Fachtheorie, Betriebswirtschaft und Betriebsführung, sowie in der Betriebs- und Arbeitspädagogik.

Nach der als Jahresbester abgeschlossenen Meisterprüfung wechselte Luschtinetz dann „die Schreibtischseite“. Er ist jetzt selbst Lehrer an den Meisterschulen. Wie es dazu kam, ist kurios. Nach einer Schulaufgabe wurde Luschtinetz zu Schulleiter Georg Junior bestellt. „Das hat mich erst mal gewundert, weil ich mir natürlich keiner Schuld bewusst war“, erzählt er. Der Direktor machte ihm schließlich das Angebot, nach dem Abschluss als Lehrer in der Schule zu arbeiten – für Luschtinetz „wie ein Sechser im Lotto, jetzt selbst an der Schule tätig zu sein, die ich schon als Schüler kannte“.

Nach den Sommerferien kehrte er also in anderer Funktion an die Münchner Meisterschulen zurück. Dass die Lehrer jetzt Kollegen sind, „war zu Beginn zwar ein komisches Gefühl, das hat sich aber schnell gelegt“.

Die Arbeit mache ihm viel Spaß und er freue sich, sein Wissen an andere weitergeben zu können, sagt er. Seine Erwartungen an den Lehrerberuf hätten sich voll erfüllt.

Elena Siegl

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