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Beliebt ist die Caritas-Kindertagesstätte St. Michael in Peiting. Jetzt stellt sie die Schulkindbetreuung ein.  

Folgen der offenen Ganztagsschule

Betreuungsnot in den Schulferien

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Das Angebot der offenen Ganztagsschule ab dem kommenden Schuljahr in Peiting ist zwar eine tolle Neuerung, zieht aber auch Probleme nach sich. So will die Caritas die Schülerbetreuung im Kindergarten St. Michael einstellen. Einige berufstätige Eltern sind nun ziemlich in der Bredouille.

Peiting – Im Februar stellte der Peitinger Marktrat die Weichen für die offene Ganztagsschule (OGTS), auch an Grundschulen. Hier wird ein Träger gesucht. Außer dem Essen und eventueller Zusatzangebote, ist das Angebot grundsätzlich kostenfrei. Eine gute Sache, darüber kann man nicht streiten. Auch, wenn die Nachfrage bei einer Bedarfsermittlung der Peitinger Familien nicht gerade riesig war (wir berichteten).

Die zusätzlichen Hortangebote sollten von der neuen Regelung nicht angetastet werden. So die Betreuung der Kinderhilfe Oberland für Schüler bis zwölf Jahren – täglich bis 17.30 Uhr und teilweise auch in den Ferien – und die der Kindertagesstätte St. Michael. Sie hat bis 16.30 Uhr den Nachwuchs im Grundschulalter betreut. Doch damit ist ab dem neuen Schuljahr Schluss. „Wir haben beschlossen, die Schulkindbetreuung in St. Michael einzustellen“, so Alexander Huhn, Kreisgeschäftsführer. Grund ist das kostenlose Angebot der OGTS. „Es macht keinen Sinn, die Betreuung in St. Michael weiterzuführen“, so Huhn weiter.

Eltern sind ratlos

Ein Umstand, der so manchen Eltern Bauschmerzen bereitet. „Einige sind momentan verzweifelt und entsetzt“, sagt Claudia Löbel. Die 38-Jährige hat zwei Kinder im Alter von vier und acht Jahren. Der ältere Sohn ist nachmittags in St. Michael, die kleine Tochter besucht den Kindergarten. Besonders die Betreuung in den Schulferien war für die Familie Löbel eine große Hilfe. „Ich bin Krankenschwester und habe unregelmäßige Arbeitszeiten.“ Werde auf die Kinder nachmittags nicht mehr aufgepasst, müsste Löbel ihren Job kündigen oder zumindest ihre Arbeitszeit reduzieren.

Zusammen mit einigen anderen Eltern schrieb Löbel Briefe – auch ans Rathaus. Und wurde letztlich erhört. Ihr wurde ein Hortplatz in der Untereggstraße bei der Kinderhilfe Oberland angeboten. „Unsere Tochter haben wir dort schon im Kindergarten angemeldet. Jetzt hoffen wir, dass unser Sohn auch unterkommt.“ Laut Löbels Aussage müsse sie auf die Zusage aber noch bis Mai warten.

Hauptamtsleiter Stefan Kort betont auf Nachfrage lediglich: „Für Frau Löbel ist gesorgt.“ Im Zuge der offenen Ganztagsschule würden sicherlich einige Hortplätze frei, die wieder vergeben werden können. Denn nicht alle Familien benötigen eine Betreuung auch in den Ferien.

Caritas will Träger werden

Diese könnte es trotzdem geben – und zwar ausgerechnet im Rahmen der OGTS. Zumindest wenn die Caritas den Zuschlag erhält. Sie gibt zwar die Schulkindbetreuung in St. Michael auf, wirft aber bei der OGTS den Hut in den Ring. Wie Kreisgeschäftsführer Huhn erwähnt, hat sich der katholische Wohlfahrtsverband um die Trägerschaft beworben. Natürlich nur, falls die Konditionen passen und man sich einigen kann. Hierzu stehen Gespräche mit dem Gemeinderat an.

An zehn Schulen im Landkreis bietet die Caritas derzeit verschiedene Betreuungsformen an. Recht mäßig ist laut Huhn allerdings die Nachfrage in den Schulferien. „Richtig so“, findet Huhn. Schließlich sei es auch „kein Highlight, sein Kind das ganze Jahr abzugeben. Es soll ja auch in den Familien etwas passieren“.

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