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32 Mal hat der Zweckverband Kommunale Dienstleistungen 2017 in Peiting die Geschwindigkeit kontrolliert.

Blitzer-Bilanz in Peiting

Mehr Messungen, weniger Raser

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Bereits seit 2014 führt der Zweckverband Kommunale Dienstleistungen Oberland (KDO) Geschwindigkeitskontrollen in Peiting durch. Erfreulich aus Sicht der Marktgemeinde: 2017 sind die Verstöße im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Sorgenkind Nummer eins bleibt die Kapellenstraße.

Peiting – Wenn die Mitarbeiter des KDO in der Marktgemeinde anrücken, dann geht es Rasern an den Kragen. Insgesamt 32 Mal bauten die Kontrolleure im vergangenen Jahr ihr Geschwindigkeitsmessgerät auf, vier Mal öfter als 2016. Auffallend: Trotz der gestiegenen Zahl an Kontrollen wurden weniger Fahrzeuge gemessen, die Anzahl sank von 15 936 auf 14 388. Unterschiede gibt es auch bei den Messpunkten. Legten sich die Kontrolleure 2016 noch in der Bahnhofstraße, der Wanderhofstraße und der Schönriedlstraße auf die Lauer, tauchen diese in der Statistik des vergangenen Jahres nicht mehr auf. Dafür rückte die Füssener Straße in den Fokus, insgesamt wurde an sieben Straßen die Geschwindigkeit überprüft.

Wie Julian Weninger, der sich bei der Gemeinde um die kommunale Verkehrsüberwachung kümmert, erklärt, lege man die Messstellen jedes Jahr in Abstimmung mit dem Zweckverband und der Polizei neu fest. „Die sind nicht in Stein gemeißelt“, betont der Verwaltungsmitarbeiter. Ausschlaggebend seien zum einen die Ergebnisse des vergangenen Jahres, zum anderen Erfahrungswerte. Aber auch Hinweise aus der Bevölkerung spielen bei der Standortwahl eine Rolle.

Positiv aus Sicht der Gemeinde: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der registrierten Verstöße gegen das Tempolimit deutlich. Die Beanstandungsquote lag bei 7,9 Prozent. 2016 war noch mehr als jedes zehnte kontrollierte Fahrzeug zu schnell gefahren.

Sorgenkind Nummer eins war erneut die Kapellenstraße. Dort wurde mit zehn Mal am häufigsten kontrolliert, von 1031 Verkehrsteilnehmern fuhren 145 schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer – eine Quote von 15 Prozent. Im Vorjahr lag diese allerdings noch gut sechs Prozent höher. Für Weninger ein Schritt in die richtige Richtung. „Aber wir müssen noch weiter runter.“

Das gilt auch für die Bergwerkstraße, die 2016 mit knapp 17 Prozent die zweitmeisten Raser zählte. Diese Position hielt sie zwar auch im vergangenen Jahr, doch fuhren 2017 nur noch 37 von 378 kontrollierten Fahrzeugen zu schnell, die Quote sank auf knapp elf Prozent.

Die meisten Geschwindigkeitsübertretungen wurden in der Münchener Straße gemessen. An den vier Kontrollterminen waren 233 Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Allerdings waren hier auch mit 3477 die zweitmeisten Fahrzeuge unterwegs – prozentual ging die Zahl der Raser deshalb sogar leicht von knapp acht auf knapp sieben Prozent zurück.

Ein Klassiker für Temposünder ist auch der Ortsteil Kurzenried. Er ist die einzige Messstelle, wo die Quote im Vergleich zum Vorjahr leicht stieg, nämlich von fünf auf 5,5 Prozent. Dort wurden mit 4140 auch die meisten Fahrzeuge kontrolliert, 178 davon hielten sich nicht ans geltende Tempolimit.

Am wenigsten auffällig war im vergangenen Jahr die Angermoosstraße. Bei zwei Kontrollen ging den Kontrolleuren nur ein Temposünder ins Netz, und der fuhr gerade einmal sechs bis zehn km/h zu schnell.

Die zweifelhaften Bestwerte für Geschwindigkeitsübertretungen stellten 2017 insgesamt vier Raser in der Münchener Straße, in der Kapellenstraße und in Kurzenried auf. Sie waren zwischen 31 und 40 km/h zu schnell. Sie sind die Ausnahme: Mehr als 65 Prozent der geahndeten Verstöße bewegt sich zwischen sechs und zehn km/h.

Doch nicht nur den fließenden Verkehr haben die KDO-Mitarbeiter im vergangenen Jahr überwacht. 126 Stunden verteilten sie auch Knöllchen an Parksünder in der Gemeinde. Die Kontrollen wurden im vergangenen Juni aufgestockt, von sechs auf 16 Überwachungsstunden im Monat.

Die Mehrkosten dafür dürfte die Gemeinde allerdings verschmerzen. Weil die Einnahmen aus den verhängten Bußgeldern die Ausgaben für die Dienste des Zweckverbands überstiegen, habe man 2017 sogar einen kleinen „Gewinn“ von rund 2900 Euro gemacht, sagt Weninger.

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