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An zwei Verteilerkästen hakt es in Peiting noch. Die Probleme sollen aber bald behoben sein.

Breitbandausbau in Peiting

Telekom schaltet schnelles Internet frei - zumindest teilweise

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Wo bleibt das schnelle Internet? Diese Frage stellen sich seit Wochen viele Peitinger. Eigentlich hätte der Startschuss für 2000 Haushalte Ende 2017 fallen sollen, doch diesen Termin konnte die Telekom nicht halten. Jetzt verkündet das Unternehmen gute Neuigkeiten – die gelten allerdings nicht für jeden.

Peiting – Es vergeht kaum ein Tag, an dem Jerome Bose nicht seine Adresse in der Sandgrubenstraße in Peiting in die Verfügbarkeitsprüfung auf der Internetseite der Telekom eintippt. Doch das Ergebnis ist immer das gleiche: Statt der erhofften 100 Megabit pro Sekunde weist die Grafik jedes Mal lediglich 16 Mbit/s aus. Tatsächlich kommen an Boses DSL-Anschluss sogar nur zwölf Megabit pro Sekunde aus der Leitung. In umgekehrter Richtung ist die Leistung mit ein Mbit/s noch viel mickriger. Das reicht, um im Internet zu surfen und auch mal ein Video zu schauen. Aber wenn sich der Fachinformatiker von zu Hause aus in das Netzwerk seiner Firma in Kaufering einwählt und viele Daten übertragen will, stößt die Verbindung schnell an ihre Grenzen. „An Homeoffice ist so leider nicht zu denken“, bedauert Bose, der deshalb die angekündigte Bandbreiten-Erhöhung sehnsüchtig herbeisehnt.

Auch bei der Gemeinde ist man über die Situation nicht glücklich. „Es ist natürlich unbefriedigend, wenn Termine nicht eingehalten werden“, sagt Geschäftsleiter Stefan Kort. Ursprünglich hatte die Telekom im Oktober 2017 angekündigt, dass die im Eigenausbau ertüchtigten Anschlüsse zum Jahreswechsel für höheres Surftempo freigeschaltet und somit für rund 2000 Haushalte buchbar sein würden. Dann hieß es, dass es Ende Januar soweit sein würde. Mittlerweile habe er erfahren, dass es noch Probleme an einigen Kabelverzweigern gebe, sagt Kort. Wann genau diese behoben seien, erfahre man im Laufe des Monats.

Tatsächlich kämpfe man mit Problemen bei der Technik, bestätigt Klaus Strauß von der Telekom. Betroffen davon sind laut seiner Aussage allerdings nur zwei Standorte, nämlich einmal in der Freistraße und einmal in der Bergwerkstraße. Bei ersterem liege ein Defekt bei einer Batterie vor, weshalb das Multifunktionsgehäuse (MFG), das rund 260 Haushalte mit höheren Bandbreiten versorgen soll, noch nicht in Betrieb sei. Strauß rechnet damit, dass der Austausch des schadhaften Teils in der nächsten Woche erfolgt.

Länger könnte es in der Bergwerkstraße dauern. Dort sei der Sockel schadhaft, weshalb es Probleme beim Aufstellen des MFG gegeben habe. Weil an diesem noch weitere Kabelverzweiger hängen, seien davon insgesamt 380 Haushalte betroffen, erklärt Strauß. Sollten noch einmal Tiefbauarbeiten nötig sein, könnte es im schlechtesten Fall mit der Behebung angesichts des derzeitigen Winterwetters bis April dauern.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: In allen übrigen innerörtlichen Bereichen ist der Eigenausbau der Telekom endgültig abgeschlossen, rund 1400 Haushalte sind laut Strauß freigeschaltet, können die schnelleren Tarife ab sofort buchen. „Wir haben das bislang nicht offiziell gemeldet, weil wir erst die komplette Fertigstellung abwarten wollten.“

Allerdings gilt die Freischaltung vorerst nur für Telekom-Kunden. Wer seinen Anschluss bei einem anderen Provider gebucht hat, der die sogenannte letzte Meile von der Telekom mietet, muss sich weiter gedulden. Die Reseller könnten die schnellen Geschwindigkeiten ihrerseits erst anbieten, wenn der Ausbau endgültig abgeschlossen sei, erklärt Strauß.

Jerome Bose, der Kunde bei 1und1 ist, bleibt die langsame Leitung also noch eine Weil erhalten. Doch immerhin sei jetzt ein Ende des Schneckentempos absehbar, sagt der Peitinger. „Ich hoffe, dass die Umstellung auch wirklich bald passiert.“

Was sich sonst in Sachen Breitbandausbau in der Marktgemeinde tut:

In Peiting biegt die Telekom innerorts auf die Zielgerade ein, was den Breitbandausbau angeht. Freuen über höhere Internetgeschwindigkeiten können sich nämlich bald auch jene Haushalte in der Friedhof-, Angermoos-, Bahnhof-, Azam- und Freistraße, die aufgrund ihrer Nähe zum Hauptverteilerknoten bislang beim Ausbau außen vor waren. Bis Ende 2018 will die Telekom jetzt auch den Nahbereich fit für die Zukunft machen. 

Bis dahin sollen auch die rund 300 Haushalte in den Randbezirken wie Bühlach, Grabhof oder Hohenbrand schneller surfen können. Dort beginnen laut Strauß im Frühjahr die Tiefbauarbeiten, ein Großteil des aus dem bayerischen Fördertopf finanzierten Ausbaus läuft über Glasfaser.

Länger dauert es für die Bürger in den weiter weg liegenden Ortsbereichen und Riedschaften wie Kreut, Niederwies und Deutenried, aber auch Herzogsägmühle und Birkland. Aktuell läuft gerade die Ausschreibung für das Bundesförderprogramm. „Bis April müssten alle Angebote der Anbieter vorliegen“, sagt Peitings Geschäftsleiter Stefan Kort. Die Erfahrung in anderen Gemeinden zeige, dass bis zur Entscheidung, wer den Zuschlag bekomme, meist ein Dreiverteljahr vergehe, weiß Strauch. „Ein Baubeginn im nächsten Jahr ist realistisch.“ Abgeschlossen könnten die Arbeiten dann Ende 2019 sein.

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