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Breitbandausbau in Peiting

Wo bald schneller gesurft werden kann

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Eigenausbau, Förderprogramme, Glasfaser-Extrawünsche: Beim Thema schnelles Internet ist es gar nicht so leicht, den Durchblick zu behalten. Der Peitinger Gemeinderat hat sich deshalb am Dienstag noch einmal aus erster Hand über den aktuellen Stand in der Marktgemeinde informieren lassen.

Peiting – Klaus Strauß hatte keinen leichten Stand am Dienstag in der Sitzung des Peitinger Gemeinderats. Geladen, um über den aktuellen Stand des Breitbandausbaus in der Marktgemeinde aufzuklären, nutzten die Räte die Gelegenheit für zum Teil kritische Nachfragen. Doch der Telekom-Mitarbeiter ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig antwortete er auf jeden Beitrag. Darum sei er schließlich hier, betonte Strauß. „Das gehört auch zu meinem Job.“

Dass der Ausbau des schnellen Internets die Peitinger umtreibt, das weiß niemand besser als Geschäftsleiter Stefan Kort. „Wir bekommen sehr viele Anrufe diesbezüglich.“ Das gehe mittlerweile sogar schon so weit, dass sich Leute bei der Gemeinde melden würden, wenn ihr Telefon nicht gehe. „Für die sind wir schon ein Telekommunikationsanbieter.“ Schuld an den vielen Nachfragen sei auch, so Kort, dass die Telekom den angekündigten Termin für die Fertigstellung ihres Eigenausbaus nicht eingehalten habe.

Tatsächlich hätte der Startschuss für 2000 Haushalte, die das Unternehmen auf eigene Rechnung innerörtlich ans schnelle Internet anbindet, schon Ende 2017 fallen sollen. Technisches Probleme verzögerten den Startschuss jedoch (wir berichteten). Mittlerweile seien diese aber fast komplett behoben, sagte Strauß. Bis Anfang Mai soll auch das Problem mit dem Kabelverzweiger an der Bergwerkstraße behoben sein, der rund 380 Haushalte versorgt.

Hoffnungen auf einen schnelleren Internetanschluss können sich heuer auch die Peitinger machen, die in unmittelbarer Nähe des Hauptverteilerknotens im Bereich Freistraße wohnen. „Der Nahbereich wird heuer von uns angegangen“, so der Telekom-Mitarbeiter. Länger dauert’s dagegen wohl noch in den beiden Randlagen Sandgruben und Wankstraße. Dort soll der Eigenausbau spätestens 2019 abgeschlossen sein.

Früher dran sind da die rund 300 Haushalte in Randbezirken wie Bühlach, Grabhof oder Hohenbrand, die im bayerischen Förderprogramm ertüchtigt werden. „Baustart ist Anfang Mai“, teilte Strauß mit. Bis August soll der Tiefbau abgeschlossen sein. „Wir rechnen mit einer Inbetriebnahme im Herbst.“

Deutlich länger müssen sich dagegen noch all jene gedulden, die in den weiter weg liegenden Ortsbereichen und Riedschaften wie Birkland, Herzogsägmühle, Kreut, Niederwies oder Deutenried leben. Hier greift das Bundesförderprogramm, für das gerade erst die Ausschreibung läuft. „Das ist ein aufwändiges Verfahren“, sagte Strauß, der angesichts „übervoller Auftragsbücher“ der Tiefbauunternehmen eine Fertigstellung vor 2020 für wenig wahrscheinlich hält. „Jeder will derzeit in die Chamions League beim schnellen Internet“, bestätigte Kort, da brauche man nur die Zeitung aufschlagen.

Dass sich beim schnellen Internet Wunsch und Wirklichkeit oft unterscheiden, stieß Norbert Merk sauer auf. So sei es alles andere als ein seriöses Geschäftsgebaren, wenn die Telekom bei der Verfügbarkeitsprüfung mit maximalen Werten werbe, die sich in der Praxis gar nicht erreichen lassen, wetterte der CSU-Rat. Auf Strauß’ Einwand, dass dies nicht nur seinen Arbeitgeber, sondern auch für die Wettbewerber gelte, machte es aus Merks Sicht nicht besser. Beim Thema Geschwindigkeit hakte auch Hermann Mödl ein. Ob es möglich sei, einen Glasfaseranschluss zu bekommen, wenn er im Ausbau nicht vorgesehen sei?, wollte der BVP-Rat wissen. Ja, bestätigte Strauß. Zahlen müsste dies freilich der Auftraggeber. „Da gibt es ein maßgeschneidertes Angebot.“

Kritik äußerte auch Alfred Jocher, der sich über die Umsetzung der Tiefbauarbeiten ärgerte. Mancher Gehweg, der einge Male aufgerissen worden sei, bestehe aus mehreren Asphalt-Bahnen. „Da sollte man sich überlegen, ob man in Zukunft nicht gleich Platten verlegt.“ Das sei durchaus möglich, signalisierte Strauß. Die Kosten müssten allerdings in diesem Fall die Gemeinde mittragen.

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