Der Gasthof Buchberger in Peiting
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Der Gasthof Buchberger blickt in Peiting auf eine lange Geschichte zurück. Seit 130 Jahren ist er in Familienhand. Jetzt stehen Veränderungen an.

Nutzungsänderung beantragt

Peitinger Gasthof Buchberger: Bald Wohnungen statt Gästezimmer

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Der Gasthof Buchberger in Peiting blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit 130 Jahren ist er in Familienhand. Das soll auch künftig so bleiben, nur Übernachtungsgäste könnte es bald keine mehr geben. Die Fremdenzimmer sollen Wohnungen weichen. Grund ist nicht nur die Corona-Krise.

Peiting – Es war nur ein kurzer Tagesordnungspunkt in der jüngsten Bauausschusssitzung. Sieben Gästezimmer im Dachgeschoss seines Hauses in der Füssener Straße 2 wolle der Antragsteller zu zwei Wohnungen umbauen, erklärte Marktbaumeister Fabian Kreitl dem Gremium, ohne den Namen des dort beheimateten Gasthofs Buchberger zu nennen. Einwände gegen die beantragte Nutzungsänderung gab es aus Verwaltungssicht nicht. Zwar existiere an dieser Stelle ein gültiger Bebauungsplan, sagte Kreitl, doch der sei nicht ausschlaggebend, da sich an der Gebäudekubatur durch den Umbau nichts ändere. Auch Stellplätze seien in ausreichender Zahl vorhanden. Ohne große Diskussion stimmte der Bauausschuss deshalb schließlich dem Antrag zu. Nur Michael Deibler sprach aus, was sich wohl auch die anderen Mitglieder des Ausschusses dachten. Mit dem Umbau verliere Peiting wieder ein stückweit Möglichkeiten für den Tourismus, bedauerte der CSU-Fraktionschef.

Seit 1987 führen Rainer und Hanni Schäffler den Gasthof Buchberger

Einfach sei die Entscheidung nicht gewesen, sagt Rainer Schäffler. Seit 1987 führt der 61-Jährige mit seiner Frau Hanni (61) den Gasthof Buchberger. Bereits seit 130 Jahren ist die Gastwirtschaft in Familienhand, ein echter Peitinger Traditionsbetrieb. „So einen Entschluss, den fällt man da nicht einfach so, man hängt natürlich als Besitzer an der Sache.“

Auslöser, dass die Schäfflers im Sommer den Familienrat einberiefen, um zu überlegen, wie es weitergehen soll, war eine feuchte Überraschung im Dachgeschoss. Aus einem undichten Rohr sickerte das Wasser in das darunterliegende Stockwerk. Auf der Suche nach dem Leck mussten die Schäfflers drei der sieben Gästezimmer räumen – und das, wo das Geschäft nach dem Lockdown im Frühjahr erst wieder angelaufen war. Mehrere Firmen bat die Familie um Hilfe, Böden wurden aufgestemmt und Duschen in den Badezimmern ausgebaut, um den Rohrbruch zu finden.

Bald soll der Betrieb an den Sohn übergeben werden

Einfach die Zimmer nach dem behobenen Schaden wieder vermieten, daran war nicht zu denken. „Wir hätten alles erst sanieren müssen“, sagt Schäffler. Doch lohnt sich das überhaupt, fragte sich die Familie. „Natürlich hat da auch die Krise eine Rolle gespielt“, sagt der 61-Jährige. Lange waren die Zimmer heuer wegen Corona leergestanden, die Einnahmen weggebrochen. „Keiner kann ja sagen, wie lange das noch so weitergeht.“ Und dann ist da ja noch die in naher Zukunft anstehende Übergabe des Gasthofs an Sohn Thomas (38). Zusätzlich zur Küche sich auch noch um die Gästezimmer zu kümmern, sei für einen allein einfach zu viel, sagt Vater Schäffler. „Da bist immer angehängt, Frühstück machen, freie Tage gibt’s da nicht.“

Wohnungen bringen krisensichere Einnahmen

So reifte bei den Schäfflers die Idee, das Dachgeschoss künftig anders zu nutzen. Als erstes sollen die drei vom Wasserschaden betroffenen Zimmer zu einer Wohnung umgebaut werden. Die vier verbleibenden Gästezimmer wolle man vorerst weiter betreiben, sagt Schäffler. Später könnten auch sie einer weiteren Wohnung weichen. Wohnraum ist begehrt, das wissen auch die Schäfflers. Und in der Krise kommen regelmäßige Mieteinnahmen gerade recht. Schließlich soll es den Buchberger in Peiting noch lange geben. „Auch wenn wir dann vielleicht kein richtiger Gasthof mehr sind.“

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