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Für den Chefposten im Peitinger Rathaus gibt es bislang fünf Bewerber.

Kommunalwahl 2020 

Asam-Nachfolger gesucht: Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Die Kandidaten im Überblick

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Eine Ära geht in Peiting mit der Kommunalwahl im März zu Ende: Nach 24 Jahren im Amt tritt Bürgermeister Michael ASM (SPD) nicht mehr an. Gleich fünf Kandidaten bewerben sich um seine Nachfolge.

Update, 27. März: Am 29. März gibt es Stichwahlen in mehreren Kommunen und für den Landrat im Kreis Weilheim-Schongau. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen lesen Sie hier live im Ticker.

Peiting - Seit 1996 sitzt Michael Asam fest im Chefsessel des Peitinger Rathauses. Bei der letzten Bürgermeisterwahl 2014 holte der Sozialdemokrat über 81 Prozent der Stimmen und ließ seinem CSU-Herausforderer Michael Deibler nicht den Hauch einer Chance. 2020 allerdings werden die Karten neu gemischt, denn der populäre Amtsinhaber tritt nicht mehr an. Gleich fünf Kandidaten wollen in Asams Fußstapfen treten, entsprechend spannend dürfte die Wahl werden. 

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Annette Luckner (SPD)

Viel war im Vorfeld spekuliert worden, wen die SPD als Nachfolger von Asam ins Rennen schicken würde. Im Frühjahr 2018 hatte sich der SPD-Vorstand gegen den eigenen Fraktionsvorsitzenden Christian Lory entschieden. Im November des gleichen Jahres ließen die Genossen schließlich die Katze aus dem Sack und präsentierten mit der Dinkelscherbenerin Annette Luckner  eine externe Kandidatin für das Bürgermeisteramt.

Im März 2019 wurde die 52-Jährige von denSPD-Mitgliedern einstimmig nominiert. Bedeckt hielt sich Luckner damals bei der Frage, was sie als Bürgermeisterin angehen wolle. Noch sei sie dabei, sich intensiv in die Themen im Ort einzuarbeiten. Im Wahlprogramm werde es aber sicher um die großen Punkte Mobilität, Wohnen, Wirtschaft und Tourismus gehen. Auch Naturschutz und das Ehrenamt liegen ihr am Herzen, betonte sie. Sie wolle mit neuen Ideen frischen Schwung hineinbringen. Da sei der Blick von außen, den sie als externe Kandidatin habe, von Vorteil.

Mehr über Annette Luckner erfahren Sie in unserem Wahlkampfporträt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Peter Ostenrieder (CSU)

Ein echter Peitinger ist dagegen Peter Ostenrieder, den die CSU im März 2019 als offiziellen Kandidaten präsentierte. Der langjährige Gemeinderat war schon 2008 für die Christsozialen gegen Amtsinhaber Asam angetreten, damals ohne Erfolg. Diesmal soll es klappen mit der Wahl zum Peitinger Bürgermeister. Schon bei seiner Vorstellung hatte Ostenrieder eine ganze Liste zusammengetragen, wo er als Bürgermeister Schwerpunkte setzen will. 

Die Integration von Menschen, die auf Betreuung angewiesen sind, sei ihm wichtig. Generell müsse für Ältere mehr getan werden, forderte er. Dazu zähle auch die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im Ort beispielsweise über eine Ortsbuslinie. Die Wirtschaftsförderung wolle er ausbauen und zur Chefsache machen. „Viel Luft nach oben“ sieht Ostenrieder in Sachen Mittelzentrum. Auf der Nachverdichtung im Ort müsse der Fokus liegen. Ein sensibler Umgang mit Flächen sei wichtig in einem Ort, wo die Landwirtschaft noch eine große Rolle spiele. Im November 2019 sprachen die CSU-Mitglieder ihrem Kandidaten bei der Aufstellungsversammlung einstimmig das Vertrauen aus. 

Mehr über Peter Osenrieder lesen Sie in unserem Wahlkampfporträt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Christian Lory (Unabhängige Peitinger)

Nachdem die Peitinger SPD ihn nicht als Bürgermeisterkandidaten aufstellen wollte, entschied sich Christian Lory, es auf eigene Faust zu versuchen. Im Juni 2018 trat er aus der SPD-Fraktion aus, um sich als parteiloser Kandidat seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt zu wahren. Mit Alfred Jocher gründete er Anfang 2019 die Fraktion „Unabhängige Gemeinderäte Peiting“. Mitte des Jahres gab Lory die Gründung einer eigenen Liste „Unabhängige Peitinger“ bekannt. Im Dezember folgte die Aufstellungsversammlung, bei der Lory alle Stimmen auf sich vereinte. 

Sein Anliegen für Peiting ist es, dass die Marktgemeinde interessant bleibt für kleinere Betriebe, denen Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden müssten. Ebenfalls ein Thema ist das Ausweisen von Bauland. Im Ortszentrum will er sich um Leerstände kümmern, damit es belebt bleibe. Als Bezirkskaminkehrermeister und Energieberater schwebt ihm auch ein Energiekonzept für den ganzen Ort vor. Auch bei der Ortsentwicklung müsse die Gemeinde aktiver werden, so Lory, der sich ein Rathaus mit offenen Türen für die Bürger wünscht und eine Kultur des „Zuhörens“. 

Mehr über Christian Lory lesen Sie in unserem Wahlkampfporträt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Andreas Schmid (BVP)

Eine Überraschung zauberte die Bürgervereinigung Peiting im März 2019 aus dem Hut, als sie mit Andreas Schmid ein verdientes CSU-Mitglied als ihren Bürgermeisterkandidaten bei den Kommunalwahlen 2020 vorstellte. Schmid ist es wichtig, zunächst die Wähler zurück an die Urnen zu holen, die Beteiligung in Peiting sei 2014 mit nur 58 Prozent eine der schlechtesten im Landkreis gewesen, erinnerte das CSU-Mitglied.

Bei der Aufstellungsversammlung im November zeigte der 53-Jährige auf, wo er die drängendsten Probleme in der Marktgemeinde sieht. Beim Thema Ortsentwicklung etwa, wo es an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien mangele. Ein großes Thema ist für Schmid der Verkehr. Der öffentliche Nahverkehr müsse gestärkt werden, auch im Verbund mit den Nachbarkommunen, fordert er. 

Einsetzen will sich der Touristikfachwirt auch für die Kultur. Das Jugendzentrum sehe er als Haus der Begegnung, möglicherweise in Verbindung mit einem Kino an einem anderen Standort. Auch ein Haus der Kultur könne er sich vorstellen, etwa im leerstehenden Kino.

Mehr über Andreas Schmid lesen Sie in unserem Wahlkampfporträt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Thomas Elste (Grüne)

Im Gemeinderat sitzt Thomas Elste seit 2014 für die Grünen. 2020 will der Peitinger auch das Rathaus für seine Partei erobern. 

Im April 2019 zog Elste unter dem Motto „Gutes bewahren, Neues wagen“ in den Wahlkampf. 

Als Bürgermeister will der 51-Jährige nicht nur einen sachlichen und fairen Umgang pflegen, sondern vor allem noch mehr grüne Akzente setzen. Zu den wichtigsten Themen gehörten Klima und Energie. Der Flächenfraß ist dem Peitinger ein Dorn im Auge, Industrieflächen müssten sinnvoller genutzt werden. Vom sparsamen Flächenumgang wiederum proftiere die Landwirtschaft. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei auf einem guten Weg, spiele aber angesichts der alternden Gesellschaft auch in Zukunft eine wichtige Rolle. 

Vorantreiben will Elste den innerörtlichen Glasfaserausbau und auch den Tourismus. So schwebt ihm eine neue Partnerschaft mit einer englischen Stadt vor. Und natürlich dürfe man das Ehrenamt und die Vereine nicht vergessen, da sei Peiting bereits sehr gut aufgestellt. Defizite gebe es dagegen im Bereich Kunst und Kultur. Im September gaben die Mitglieder des Grünen-Ortsverband Elste bei der Aufstellungsversammlung ihren Segen. 

Mehr über Thomas Elste lesen Sie in unserem Wahlkampfporträt.

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Für die Landratswahl für den Landkreis Weilheim-Schongau im März 2020 wächst das Kandidatenfeld immer weiter - wer sich bislang als Kandidat aufstellen hat lassen, lesen Sie im Überblicksartikel.

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