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Die Kandidaten der Bürgervereinigung für die Gemeinderatswahl in Peiting im kommenden Jahr. Vorne 5.v.l. Bürgermeisterkandidat Andreas Schmid. Es fehlen Julian Stephan und Barbara Edinger.

Aufstellungsversammlung in Peiting

Bürgervereinigung Peiting: Andreas Schmid ist jetzt offiziell Bürgermeisterkandidat

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Das Ergebnis konnte deutlicher nicht sein: Einstimmig hat die Bürgervereinigung Peiting (BVP) auf ihrer Aufstellungsversammlung am Montag Andreas Schmid zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gekürt. Der 53-jährige Peitinger führt zugleich die deutlich verjüngte Gemeinderatsliste der BVP an.

Peiting – Bereits im vergangenen März hatte die BVP das Geheimnis gelüftet, wen sie ins Rennen um das Amt des Peitinger Bürgermeisters schicken wolle. Die Personalie Andreas Schmid war zu diesem Zeitpunkt durchaus eine Überraschung, schließlich saß der gebürtige Peitinger bis 2014 noch für die CSU eine Legislaturperiode lang im Gemeinderat. Zu den Themen, die er als nächster Peitinger Rathauschef angehen will, hielt sich Schmid bei seiner Vorstellung noch bedeckt. Das holte er nun in seiner Bewerbungsrede am Montag auf der Aufstellungsversammlung nach. Vor rund 40 BVP-Mitgliedern und Interessierten – darunter seine Frau Sabine und seine Töchter Maria und Patricia – zeigte der 53-Jährige auf, wo er die drängendsten Probleme in der Marktgemeinde sieht.

Beim Thema Ortsentwicklung etwa, wo es an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien mangele. Neues zu schaffen und gleichzeitig mit den Flächen sparsam umzugehen, sei dabei eine Herausforderung, sagte Schmid.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Andreas Schmid gekürt

Gleiches gelte für die Landwirtschaft, die im Ort vor einem Umbruch stehe. Von zehn Milchviehbetrieben würden in den nächsten zwei Jahren vier die Milchproduktion aufgeben, sagte der 53-Jährige, dessen Familie selbst eine kleine Landwirtschaft betreibt. Die Umnutzung der Flächen biete große Chancen. Schmid will deshalb eine Wohnungs- und Grundstücksplattform verwirklichen, um Angebot und Nachfrage zueinander zu bringen. Für junge Unternehmer schwebt ihm eine Art Gründerhof vor. Überhaupt müsse die Gemeinde das Ohr näher an den Betrieben haben. Er plane deshalb einen Unternehmerstammtisch, um zu erfahren, wo die Firmen „der Schuh drückt.“

Ein großes Thema, mit dem er in die Kommunalwahl 2020 geht, ist für Schmid der Verkehr. Der öffentliche Nahverkehr müsse gestärkt werden, auch im Verbund mit den Nachbarkommunen, forderte er. Eine bessere und vor allem sicherere Radwegverbindung nach Schongau sei überfällig, etwa mit einer neuen Brücke über die Dießener Straße und den Lech. Dafür werde er sich ebenso einsetzen wie für einen Bahnhalt am Krankenhaus. „Der Verkehr muss auf die Schiene.“ Auch in Sachen E-Mobilität wolle er als Bürgermeister mit gutem Beispiel vorangehen, E-Bike statt Dienstwagen ist seine Devise.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Diese Themen sind Kandidaten wichtig

Dass all das allein die Belastung durch die vielen Autos und Lkws im Ort nicht lösen wird, ist freilich auch Schmid klar. Bürger, die an den ehemaligen Bundesstraßen wohnten, seien keine Bürger zweiter Klasse, eine Entlastung dringend notwendig. Ein neues Wohngebiet am Bachfeld werde es mit ihm daher nur mit einer weiteren Brücke über die Peitnach geben, versprach Schmid. Auch auf der Umgehung sieht er Handlungsbedarf, zwischen Schongau und Peiting wolle er sich für zusätzliche Überholspuren einsetzen.

Einsetzen will sich der Touristikfachwirt auch für die Kultur. Das Jugendzentrum sehe er als Haus der Begegnung, möglicherweise in Verbindung mit einem Kino an einem anderen Standort. Auch ein Haus der Kultur könne er sich vorstellen, etwa im leerstehenden Kino.

Die Wahl geriet anschließend zur Formsache. Alle 30 Stimmberechtigten votierten für Schmid. Ein Ergebnis, das auch den BVP-Vorsitzenden Franz Seidel optimistisch stimmte. „ich bin guter Dinge, dass wir nach der zu erwartenden Stichwahl was zu feiern haben.“

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Bürgervereinigung Peiting (BVP): 24 Kandidaten auf der Gemeinderatsliste

Genauso deutlich war zuvor das Ergebnis bei der Aufstellung der Gemeinderatsliste ausgefallen. Alle anwesenden 31 Stimmberechtigten segneten die Liste der 24 Kandidaten, deren Reihenfolge bereits zuvor festgelegt worden war, einstimmig ab. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren sei eine Verjüngung geglückt, sagte Seidel, der genau wie die aktuellen Fraktionsmitglieder Hermann Mödl, Andreas Barnsteiner und Hans Schleich wieder kandidiert – allerdings alle bis auf letzteren nicht mehr in vorderster Reihe. Man wolle damit ein Zeichen setzen für alle Jüngeren, die sich engagieren wollen, so Seidel. Nicht mehr antreten wird dagegen Peter Egger junior. 

Seidel freute nicht nur, dass man gegenüber der Wahl 2014 13 neue Kandidaten gefunden habe, sondern auch, dass sich acht Frauen für die BVP um einen Platz im Gremium bewerben. Dafür sei er dankbar, denn sich politisch zu engagieren, das sei in der heutigen Zeit „keine Selbstverständlichkeit.“

Lesen Sie auch: Bürgermeisterwahl in Peiting: Grüne nominieren Thomas Elste - Partei-Frontmann gratuliert. Die Peitinger SPD kürt Annette Luckner zur Bürgermeisterkandidatin. 

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Nächster Termin

Unter dem Motto „jetzt red i“sucht BVP-Bürgermeisterkandidat Andreas Schmid am Sonntag, 10. November, im Gasthof Keppeler das Gespräch mit den Bürgern. Los geht’s um 10.30 Uhr.

Lesen Sie auch: Peitings große Pläne: Kindergarten, Jugendzentrum und ein Abenteuerspielplatz

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