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Gute Laune und häppchenweise Peitinger Lokalpolitik gibt’s bei „Wischplers Hoagascht“ mitten im heimischen Garten in Peiting. Unter Freunden: Der Bürgermeisterkandidat der Bürgervereinigung in Peiting, Andreas Schmid (zweiter von links). 

Andreas Schmid von der Bürgervereinigung

Bürgermeisterwahl in Peiting: Der „Wischpler“ hebt nicht ab

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Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting? Wir haben die Kandidaten bei einem Wahlkampftermin begleitet. Heute: Andreas Schmid (Bürgervereinigung Peiting).

Peiting – Eine ordentliche Portion Brauchtum und Peiting ist das: Ein „Hoagascht“ beim „Wischpler“. Dazu riesige Adventskerzen aus Baumstämmen mit handbemalten Aufsteck-Flammen. Schwedenfeuer. „Und Punsch mit Äpfeln aus dem eigenen Garten“, betont der Gastgeber, der „Wischpler“. Waschechte Peitinger wissen, wer das ist: Andreas Schmid. Bürgermeisterkandidat der Bürgervereinigung Peiting.

Der Hausname ist nicht nur Spitzname, sondern auch Programm. „Meines Wissens bin ich der einzige echte Peitinger, der sich um das Amt des Bürgermeisters bewirbt“, erklärt Schmid mit Blick auf seine Geburt im alten Peitinger Krankenhaus. Peiting: Das ist für ihn Heimat.

Bürgermeisterwahl 2020: Andreas Schmid ist in Peiting aufgewachsen

Im Wahlkampf setzt Schmid betont darauf. Sein eigenes Zuhause ist der Dreh- und Angelpunkt in dieser kalten Winternacht. Den „Hoagascht“ im heimischen Garten mitten im Ort schmeißt er mit Familie und Freunden. Das Bauernhaus, in dem er aufgewachsen ist und noch immer wohnt, liegt im Dunkeln im Hintergrund. Helfer haben Brote geschmiert, Süßes gebacken. Lebensgefährtin Sabine schenkt aus. Gekommen sind vor allem Freunde und Parteifreunde. Sie müssen sich warm anziehen an diesem Abend. Das selbe gilt für Andreas Schmid im Wahlkampf.

Beworben hat Andreas Schmid die Veranstaltung quasi ein bisschen – Mundpropaganda. Und Facebook. Ein Experiment. Denn: Ein Facebook-Freund ist Schmid eigenem Bekunden zufolge überhaupt nicht. Er liebt mehr das echte Leben. Und WhatsApp. Immerhin.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Andreas Schmid „will ganz normal bleiben“

Werbung und Offensive: Das überlässt Schmid eher anderen. Bisher hat er sich eher bedeckt gehalten. Am Schwedenfeuer pflegt er den gepflegten Plausch unter Bekannten. Andreas Schmid erzählt von seinen Erfahrungen, seitdem er Bürgermeisterkandidat in Peiting ist. „Andere heben ab. Ich will ganz normal bleiben, nicht nur für meine Spezln.“

Doch das ist alles nicht so einfach. „Es gibt Leute, die reden gar nicht mehr mit mir seit der Kandidatur.“ Zuspruch findet der „Wischpler“ an diesem Abend. „Auf ein Wort“ steht man im „Wischpler“-Garten zusammen, auch ein paar Neugierige haben vorbeigeschaut.

Kritische Nachfragen gibt es kaum. Der sanften Unterhaltung trotzt Andreas Schmid gerne mit klaren Ansagen. Sein Steckenpferd: Das Thema Verkehr. Die Bahnhofstraße. Und andere Problemzonen hat er im Blick. „Wir haben überall neue Wohngebiete und keine ordentliche Erschließung“, spielt Schmid nach diversen Bürgergesprächen nicht nur auf die Zufahrt des Wohngebiets Lexe an.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Wahlprogramm von Andreas Schmid liegt griffbereit im Bastkörbchen

In der Dunkelheit der kalten Nacht ist Schmid unter den bemützten Besuchern kaum auszumachen. Wer einen Plausch sucht, muss den „Wischpler“ erstmal finden. Verstecken will er sich in diesem Wahlkampf trotzdem nicht. Das Wahlprogramm: Es liegt an diesem Abend griffbereit im Bastkörbchen.

Der verkehrstechnische Übergang vom Bachfeld zur Peitnach: Seit Jahrzehnten in Peiting diskutiert – und nie umgesetzt. Der „Wischpler“: Er will das anpacken. 400 Meter Straße sind das, hat er ausgerechnet. Sogar einen Plan hat er schon gezeichnet. Klingt ziemlich wild entschlossen und irgendwie furchtlos. Schließlich „gibt es Leute, die mir gesagt haben, dass das mein politischer Tod sein könnte, wenn ich mich das traue.“

Naja, gut. Andreas Schmid ist schon einen kleinen politischen Tod gestorben. Immerhin hat er sich auch getraut, aus der CSU-Gemeinderatsfraktion auszuscheiden und jetzt als CSU-Mitglied für die Bürgervereinigung als Bürgermeister-Kandidat mit schwarzem Parteibuch zu kandidieren. Schneid ist da gewissermaßen erforderlich.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Andreas Schmid nimmt kein Blatt vor den Mund

Neben dem Verkehr nimmt Schmid auch bei anderen Themen kein Blatt vor den Mund. Der vorgesehene Juze-Standort: Für ihn „ungeeignet“ – obwohl die BVP-Fraktion dafür gestimmt hat.

Und dann, dann wird’s fast melancholisch. Der „Wischpler“ erzählt. Vom kleinen Andreas, der früher den Feriengästen auf dem heimischen Hof das Frühstück zubereitet hat. Mit dem Milchwagerl Gepäckstücke durch den Ort gerollt hat. Das ist lange her. Aber die Erfahrung hat ihn geprägt. Schmids Weg zum Tourismusverband Pfaffenwinkel beginnt hier – dort ist er seit vielen Jahren beruflich zu Hause. Sein Herz schlägt für den Pfaffenwinkel und für Peiting – auch wenn das der Slogan eines Mitbewerbers ist.

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