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Symbolisch übergab der scheidende Peitinger Bürgermeister Michael Asam (li.) am Wahlsonntag den Schlüssel zum Rathaus an seinen Nachfolger Peter Ostenrieder (CSU).

Kommunalwahl 2020

Deutlicher Sieg in der Stichwahl: Peter Ostenrieder (CSU) erobert das Peitinger Rathaus

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Die Entscheidung ist gefallen: Der nächste Peitinger Bürgermeister heißt Peter Ostenrieder. Der CSU-Kandidat setzte sich am Sonntag in der Stichwahl mit 56,1 Prozent deutlich gegen SPD-Kontrahentin Annette Luckner (43,9 Prozent) durch. Damit endet nach 24 Jahren die rote Regentschaft im Rathaus.

Peiting – Es war um 18.25 Uhr, als auf der Wahlseite der Marktgemeinde das erste Ergebnis aufblinkte. Eine knappe halbe Stunde zuvor hatten die Wahlhelfer damit begonnen, die unzähligen Briefwahlunterlagen auszuzählen. 53,4 Prozent für Peter Ostenrieder, nur 46,6 Prozent für Annette Luckner – das Resultat des ersten von neun Briefwahlbezirken sprach bereits eine deutliche Sprache. Zu diesem Zeitpunkt ahnte die SPD-Kandidatin schon, dass der Wahlabend ohne Happy End für sie bleiben würde. Gemeinsam mit ihrem Mann Karl und Sohn Felix verfolgte Luckner zuhause in Dinkelscherben am Bildschirm, wie Bezirk um Bezirk den Trend des ersten Resultats manifestierte, der Rückstand sogar noch größer wurde. Am Ende hatten 2920 Peitinger ihr Kreuz bei Luckner gemacht (43,9 Prozent), 3737 dagegen bei Ostenrieder (56,1 Prozent) – ein deutlicher Sieg für den Birkländer, und das bei einer Wahlbeteiligung, die mit 70,9 Prozent deutlich über den 65 Prozent des ersten Wahldurchgangs vor zwei Wochen lag. Damals hatte Ostenrieder bereits mit 35,3 Prozent die meisten Stimmen geholt.

Luckner will trotz Niederlage Gemeinderatsmandat wahrnehmen

„Natürlich bin ich sehr enttäuscht“, sagte Luckner. Sie habe in den vergangenen eineinhalb Jahren unheimlich viel investiert in den Wahlkampf. „Ich hatte mit einem knapperen Ergebnis gerechnet.“ Möglicherweise habe auch die aktuelle Krisensituation eine Rolle gespielt, in der die Leute sich eher der staatstragenden Partei zugewandt zeigten, vermutete sie. Noch am Abend kündigte Luckner an, trotz der Wahlniederlage ihr Gemeinderatsmandat annehmen zu wollen.

Während in Dinkelscherben der Wahlabend für lange Gesichter sorgte, knallten in Birkland die Sektkorken. Gemeinsam mit Lebenspartner, Vater und Schwester hatte Peter Ostenrieder die Auszählung gespannt online in seinem Heimatort verfolgt. Als das Ergebnis schließlich feststand, stieß man in der kleinen Familienrunde auf den neuen Peitinger Bürgermeister an. „Ich bin wahnsinnig erleichtert“, sagte der 47-Jährige. Hinter ihm lägen eineinhalb Jahre „knüppelharte Arbeit“. Dass der Sieg am Ende so deutlich ausgefallen sei, „freut mich natürlich sehr“.

Amtierender Rathauschef gratuliert seinem Nachfolger

Noch am gleichen Abend eilte Ostenrieder ins Rathaus, wo ihn der scheidende Amtsinhaber Michael Asam (SPD) erwartete, um ihm persönlich zum Sieg zu gratulieren. Asam zeigte sich zwar enttäuscht darüber, dass es für die Kandidatin der eigenen Partei nicht gereicht hatte. „Ich hatte es knapper erwartet.“ Dass sich die Peitinger für den Peitinger Ostenrieder mit seiner „riesigen kommunalpolitischen Erfahrung“ entschieden hätten, sei für die Marktgemeinde aber sicher „kein Schaden“. Er wünsche seinem Nachfolger alles Gute, sagte Asam, als er ihm schon einmal symbolisch den Schlüssel zum Rathaus übergab. „Für den neuen Bürgermeister sind es sicher keine leichten Zeiten“, fügte der Amtsinhaber mit Blick auf die aktuelle Krise an.

Daran freilich wollte der Sieger an diesem aus seiner Sicht so erfolgreichen Abend noch nicht denken. „Ich werde mit der Familie jetzt noch ein bisschen feiern und die vielen Anrufe beantworten.“

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