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„Ich freue mich auf den Wahlkampf“: SPD-Bürgermeisterkandidatin Annette Luckner (li.) mit der Peitinger Ortsvorsitzenden Claudia Steindorf.

Aufstellungsversammlung

Peitinger SPD kürt Annette Luckner zur Bürgermeisterkandidatin

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Jetzt ist es amtlich: Einstimmig hat die Peitinger SPD bei der Aufstellungsversammlung die Dinkelscherbenerin Annette Luckner als Kandidatin für das Bürgermeisteramt nominiert. Die Mitglieder folgten damit dem Vorschlag des Vorstands, der die 52-Jährige im November als Wunschkandidatin präsentiert hatte.

Peiting – Gleich doppelt war Annette Luckner bei der Aufstellungsversammlung am Mittwochabend im Nebenraum des Gasthofs Dragoner vertreten. Hinter der 52-Jährigen, die gemeinsam mit der Ortsvorsitzenden Claudia Steindorf die Mitglieder am Eingang empfing, grüßte ihr Konterfei von einem großen Plakat. „Bürgermeisterin für Peiting“ stand dort unter ihrem Namen zu lesen. Der Vorgriff auf das Abstimmungsergebnis sollte sich wenig später bestätigen. Auf die Frage von Versammlungsleiter Herbert Salzmann, ob es noch weitere Kandidaten gebe, zuckte kein Finger nach oben. „Das freut mich, da hab’ ich die erste Hürde hinter mir“, scherzte Luckner. Eindeutig fiel anschließend auch die Wahl selbst aus. Von 24 Wahlberechtigten entfielen alle Stimmen auf die Dinkelscherbenerin. „Das Ergebnis freut mich natürlich sehr“, sagte eine erleichtert wirkende Annette Luckner, die diesmal in Begleitung ihres Mannes sowie ihrer Tochter und ihres Sohns erschienen war. Von einem „historischen Tag“ sprach Salzmann. Denn zum ersten Mal in der Geschichte der Marktgemeinde kandidiere eine Frau fürs Bürgermeisteramt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Peiting: Vorteil Frau

Zuvor hatte die Dinkelscherbenerin wie bereits bei ihrer ersten Vorstellung im November (wir berichteten) einen kurzen Abriss ihres Werdegangs geliefert und die Werbetrommel in eigener Sache gerührt. Mit Blick auf die männlichen Kandidaten der anderen Gruppierungen für die Kommunalwahl 2020 brach Luckner eine Lanze für ihr Geschlecht. Es gebe viel zu wenig Bürgermeisterinnen, dabei brächten Frauen Eigenschaften mit, die in diesem Amt wertvoll seien. Frauen könnten besser zuhören als Männer, hätten ein feineres Gespür und könnten besser im Team arbeiten. „Das ist keine Gefühlsdusseligkeit, sondern die Stärken der Frauen in der Arbeitswelt.“ Gleichzeitig betonte Luckner, wie wichtig ihr ein guter Umgang mit den Mitbewerbern sei, schließlich müsse man mit diesen später weiter im Gemeinderat zusammenarbeiten. Explizit erwähnte sie Christian Lory, der bekanntlich aus der SPD ausgetreten war, nachdem der Ortsverein nicht mit ihm als Bürgermeisterkandidat planen wollte. „Wir hatten ein nettes Gespräch und ich würde mir wünschen, dass er eines Tages zurück zur SPD kommt.“

Überhaupt hat Luckner in den vergangenen Monaten nach eigener Aussage viele Gespräche geführt. Ob Bürgerversammlung, Ortsteilgespräch, Weihnachtsmarkt, Kanapee-Rennen oder zuletzt Peiting blüht auf: Bei vielen Veranstaltungen zeigte die 52-Jährige Präsenz. Bedeckt hielt sich Luckner bei der Frage, was sie als Bürgermeisterin angehen wolle. Noch sei sie dabei, sich intensiv in die Themen im Ort einzuarbeiten. Im Wahlprogramm werde es aber sicher um die großen Punkte Mobilität, Wohnen, Wirtschaft und Tourismus gehen. Auch Naturschutz und das Ehrenamt liegen ihr am Herzen, betonte sie. Sie wolle mit neuen Ideen frischen Schwung hineinbringen. Da sei der Blick von außen, den sie als externe Kandidatin habe, von Vorteil.

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Bürgermeisterwahl 2020/Peiting: Die Bürger mitnehmen

Dem konnte Adolf Kapfer nur beipflichten. Manche hätten Vorbehalte, weil „sie sagen, die ist nicht von Peiting. Denen müssen wir den Zahn ziehen“, forderte der Ehrenvorsitzende. Man habe nicht umsonst jemanden aus einem anderen Dunstkreis ausgewählt, betonte auch der amtierende Bürgermeister Michael Asam. Dieser Vorteil müsse in die Bevölkerung „hineintransportiert“ werden. „Die Bürger mitnehmen, das ist das A und O in Peiting.“

Bei den Wahlhelfern der eigenen Partei hat Luckner das offensichtlich schon geschafft. „Ins Rathaus rein, so muss es sein“, gaben Gemeinderat Klaus Hardt und Kassier Klaus Bodenburg am Schluss im eigens getexteten Ständchen die Marschroute vor. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird sich in einem Jahr zeigen.

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