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Gibt nicht nur im übertragenen Sinne Gas im Wahlkampf: Christian Lory. 

Beim Wahltermin

Bürgermeisterkandidat in Peiting: Christian Lory gibt Vollgas: In Cord und Tweet auf dem Traktor

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Wer wird neuer Bürgermeister in Peiting?  Wir haben die Kandidaten bei einem Wahlkampftermin begleitet. Heute: Christian Lory (Unabhängige Peitinger).

Peiting – Es ist eine Mischung aus Faschingswagen und Junggesellenabschied, untermalt von „Last Christmas“-Klängen, die die Straßen in und um Peiting bedudelt. Die fahrbare Weihnachts-Theke der „Unabhängigen Peitinger“ hängt – selbst gebaut – als Hänger an einem grünen Traktor, der durch den Ort tuckert. Am Steuer: Christian Lory, Bürgermeisterkandidat der Unabhängigen Peitinger.

Der Bezirkskaminkehrermeister zeigt sich im Zuge der Wahlkampf-Aktion „Mobiler Weihnachtsmarkt“ einmal mehr von einer neuen Seite. „Da wo ich herkomme, gibt es mehr Bulldogs als Einwohner.“ Christian Lory, wie man ihn kennt – gutbürgerlich nobel in Cord und Tweet, mit Weste und Krawatte – zusammen mit dem Weihnachtssound aus der Retorte und LED-Kerzenlicht auf der mobilen Theke am Hänger.

Bürgermeisterkandidat in Peiting: Christian Lory wurde schon als Bürgermeisterkandidat für die SPD gehandelt

Eine Wende rückwärts mit zweiachsigem Gespann: Für Lory kein Problem. Das hat er politisch auch schon hinter sich. Erst als SPD-Bürgermeisterkandidat gehandelt. Dann raus aus der Nummer, rein in die politische Unabhängigkeit im Gemeinderat.

In der Praxis spiegelt sich die ländliche Herkunft Lorys schon im sicheren Fahrstil mit Fahrtwind wider. Tatsächlich stammt der Wahl-Peitinger Lory aus einem Weiler bei Steingaden, der nicht einmal in detaillierten Landkarten auftaucht. „Aus dem Tal“ bei der Wies bei Steingaden. Es ist still dort.

Von dieser Stille ist längst nichts mehr zu spüren. Als laut und aufmüpfig könnte man die junge Truppe der Unabhängigen allerdings auch nicht bezeichnen. Bereits zum zweiten Mal tuckern sie an diesem Abend in wechselnder Besetzung mit Gespann durch den Ort und machen an verschiedenen Stationen Halt, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Bürgermeisterkandidat in Peiting: Christian Lory will mit Leuten ins Gespräch kommen

Das läuft freilich nicht an jeder Station so wie gewünscht. Manchmal, da ist es so wie in Peiting-Hausen an diesem Sonntagnachmittag. Da stehen die Leute draußen, trinken Glühwein mit den Unabhängigen Peitingern. Dabei geht es gar nicht so unbedingt um den politischen Diskurs. Ratschen. Und schauen. Manchmal, räumt Lory ein, stehen er und sein Team auch ohne Gäste da. Egal. „Wir wollen authentisch rüberkommen, mit den Leuten ins Gespräch kommen, ohne aufdringlich zu sein.“

Bei manchen Bürgern an diesem Abend rennt Lory offene Türen ein. Es geht um das „Millionengrab“ Fußballplätze in Peiting, Und um das Marienheim. „Amigo lässt grüßen“, erbost sich einer . Von Amigo will Lory nichts wissen. Er hat der Peitinger Partei-Politik längst den Rücken gekehrt. Die angebotene und dann zurückgezogene Bürgermeister-Kandidatur. Sein Rauswurf aus der Peitinger SPD-Fraktion. Lory gibt Gas auf dem Traktor. Die Punsch-Gläser im Hänger scheppern. Das Gespann lenkt er sicher durch den winterlich-dunklen Ort. Blick nach vorne. „Mittlerweile hat sich rausgestellt, dass dieser Weg eigentlich der charmanteste für mich ist“, erzählt er. „Ich habe keine Meinung von einer Fraktion vorgegeben, ich kann mich so äußern, wie ich denke.“

Mit der Liste der „Unabhängigen Peitinger“ hat sich Lory das geschaffen, was er einst als vermeintlicher Kronprinz der SPD vorgesehen hatte: Eine Verjüngung des Gremiums. Statt eines wilden Party-Volkes erwartet einen am Hänger eine hilfsbereite Familien-Mannschaft, die dem Bürger gerne Punsch nachschenkt und Fragen beantwortet.

Bürgermeisterkandidat in Peiting: Christian Lory setzt auf Transparenz

Vor dem Juze an der Lorystraße trifft das Unabhängigen-Gespann auf Fußvolk: Zwei ältere Peitinger gehen spazieren. Bleiben stehen. Und sind gesprächig. Es geht um das geplante Juze. Um das M 32 als möglichen Standort Oder den alten Bahnhof. Um Städtebauförderung.

Und um Lorys Idee, das neue Juze beim ehemaligen Forsthaus zu etablieren. Die bringt er selbst vor. „Dafür habe ich leider keine Mehrheit im Gemeinderat bekommen und die Diskussion war nicht öffentlich, also weiß auch keiner, wie die Entscheidungsfindung zustande gekommen ist.“ Das passt zum Thema, das die Bürger auch auf dieser Traktoren-Tour immer wieder umtreibt: Nicht nur einmal fällt das Schlagwort „Transparenz“.

Schlussstation Eisstadion: Scheinwerferlicht hinter der mobilen Bar. Lory mit Heiligenschein quasi. Vom Hänger dudelt „Santa Claus is coming to town“. „He’s making a list. He’s checking it twice. He’s gonna find out who’s naughty or nice...“ Eigentlich geht es um den Weihnachtsmann, der eine Liste macht. Und versucht herauszufinden, wer böse oder lieb ist. Ein bisschen passt das auch auf Christian Lory. Eine Liste hat er schon gemacht. Wer böse oder lieb ist: Das wird er – auch ohne Weihnachtsmann – schnell herausfinden.

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