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„Danke Peiting!“: Bestens gelaunt zeigte sich Peter Ostenrieder am Tag nach seiner Wahl zum Peitinger Bürgermeister.

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Nach der Bürgermeister-Stichwahl in Peiting: Enttäuschung, Freude und viele Erwartungen

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Am Sonntag haben die Peitinger Peter Ostenrieder (CSU) zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. Während die SPD mit ihrer gescheiterten Kandidatin Annette Luckner erst einmal die Niederlage verarbeiten muss, plant der Birkländer schon die kommenden Wochen bis zum offiziellen Dienstantritt am 1. Mai.

Peiting – Auf allen Kanälen trudelten am Montagvormittag die Glückwünsche bei Peter Ostenrieder ein. Parteikollegen, Bekannte und Freunde gratulierten dem Birkländer zu seinem deutlichen Wahlerfolg am Vortag. Dass der nächste Peitinger Bürgermeister Peter Ostenrieder heißt, daran muss sich freilich auch der 47-Jährige erst noch gewöhnen. „Bei mir ist das immer noch nicht richtig angekommen“, räumte Ostenrieder am Montag ein. Ein bisschen Zeit bleibt ihm noch, sich an den neuen Titel zu gewöhnen, offiziell wird der Amtswechsel erst in rund vier Wochen am 1. Mai vollzogen. 

Doch die Zeit bis dahin will Ostenrieder nutzen. Zum einen, um die letzten Details für die Zukunft seiner Werbeagentur zu regeln, wenn er ins Rathaus wechselt. „Ich bleibe Inhaber, aber aus dem operativen Geschäft bin ich dann raus.“ Zum anderen, um gemeinsam mit Noch-Amtsinhaber Michael Asam (SPD) die Übergabe vorzubereiten. „Wir werden das in den nächsten Tagen genau besprechen“, kündigte der Birkländer an. Den April wolle er auch nutzen, um sich noch tiefer in die aktuellen Themen einzuarbeiten. Auch auf die anderen Fraktionen im Gemeinderat möchte Ostenrieder schon bald zugehen und das Gespräch suchen. „Mir geht es um ein gutes Miteinander“, betonte er. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich nicht als CSU-, sondern vor allem als Peitinger Bürgermeister sehe.“

Sieg kam für Lory nicht überraschend

Natürlich hat man auch bei den anderen Peitinger Parteien und Gruppierungen die Stichwahl aufmerksam verfolgt. Nachdem, was er in der vergangenen Woche in der Zeitung gelesen habe, habe ihn Ostenrieders Sieg nicht überrascht, sagte Christian Lory (Unabhängige), der im ersten Wahlgang aus dem Rennen um den Chefposten im Rathaus ausgeschieden war. Lory spielte damit auf den Ärger um ein SPD-Flugblatt an, von dem sich Asam öffentlich distanziert hatte. Er und seine Fraktionskollegen würden sich vom neuen Bürgermeister einen „kollegialen, inhaltsorientierten und offenen Umgang“ erhoffen. „Herrn Ostenrieder wünsche ich viel Glück im neuen Amt.“

Ähnlich fallen die Erwartungen der Grünen an den neuen Rathauschef aus, die sich im Vorfeld der Stichwahl bekanntlich für die SPD-Kandidatin Annette Luckner ausgesprochen hatten. „Besonders auch in diesen schwierigen Zeiten ist unser aller Zusammenhalt gefragt“, betonte Ortsvereinsvorsitzende Heike Dietrich, die im Namen der Fraktion Ostenrieder zur Wahl gratulierte. „Trotz sicherlich bisweilen unterschiedlicher Auffassungen“ setze man auf eine „konstruktive, respektvolle und wertschätzende Diskussion“ im künftigen Gemeinderat.

BVP-Chef bringt Andreas Schmid als 2. Bürgermeister ins Spiel

Dass die Wahl so deutlich zugunsten des CSU-Kandidaten ausfallen würde, damit hatte Franz Seidel nicht gerechnet. „Mit dem Ergebnis können wir leben“, sagte der BVP-Chef. Positiv sei, dass mit Ostenrieder auch der künftige Peitinger Rathauschef im Kreistag vertreten sei. Für die kommenden Aufgaben brauche es einen führungsstarken Bürgermeister, sagte Seidel mit Blick auf die aktuelle Krise. „Das traue ich dem Peter Ostenrieder zu.“ Gedanken hat sich Seidel bereits darüber gemacht, wer für den Posten des 2. Bürgermeisters in Frage käme. Er selbst werde für das Amt nach 24 Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen. Als stärkste Fraktion neben der CSU habe man aber als BVP Interesse daran, den Posten auch künftig auszufüllen. „Unser Bürgermeisterkandidat Andreas Schmid wäre dafür der richtige.“

Bei der SPD ist die Enttäuschung groß

Bei der SPD war man am Montag noch mit der Aufarbeitung der Stichwahl-Niederlage beschäftigt. Warum es nicht gereicht habe, lasse sich schwer sagen, so Ortsvorsitzende Claudia Steindorf. Man habe einen „guten und fairen Wahlkampf“ geführt. Dass es Luckner als auswärtige Kandidatin auf Anhieb in die Stichwahl geschafft habe, sei trotz aller Enttäuschung ein gutes Ergebnis, betonte Steindorf. „Die Peitinger wollten eine Veränderung, aber eher eine kleine.“ Vom neuen Bürgermeister erwarte man nun eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und vor allem, dass „er ein Rathauschef für alle Farben ist“.

Für Steindorf hatte der Wahlausgang auch persönlich Folgen. Weil Luckner den Sprung ins Rathaus verpasste, rückt die SPD-Ortsvorsitzende nicht in den Gemeinderat nach. Anders bei der CSU: Dort nimmt Uwe Enzmann den frei werdenden Platz von Ostenrieder in der Fraktion ein.

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat eine Bäckerei-Filiale am Weidenweg in Peiting unliebsamen Besuch bekommen. Unbekannte Täter brachen in das Geschäft ein undstahlen den Tresor mit den Tageseinnahmen.

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