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Die Münchner Gruppe Buffzack im grünen Salon in Peiting.

Buffzack im Grünen Salon

„Gehirnfasching“ mit dem „schizophrenen Onkel Ursula“

„Münchener Boy-Group“, das ist eine Bezeichnung, die dem Fast-Allgäuer Quartett Buffzack gefällt. Jetzt präsentierte Buffzack seine neue CD „Gehirnfasching“ im grünen Salon in Peiting.

Peiting– „Wo gibt’s eigentlich solche Anzüge?“ – Es dauert keine Viertelstunde, bis die „verbotene Frage“ aus dem Publikum gestellt wird. Die Antwort von Andreas Unterreiner: „Wir wollen nicht auf unsere Musik reduziert werden!“ Buffzack – was klingt, wie die Lautmalerei aus einem Comic, das sind vier Musiker in schrillen Anzügen, deren Muster die Bandbreite zwischen Omas Blümchensofa und Edelpuff spielend abdeckt. Genauso exzentrisch wie das Outfit ist die Musik, die die Band präsentiert. Sie will sich in keine Schublade stecken lassen und bezeichnet den Sound als eine Mischung aus Jazz, Pop, Ska, Hip-Hop und Volksmusik. Egal was und wie viel davon, die Kompositionen, die die Vier präsentieren, machen einfach unbändig Spaß, schrauben sich in den Gehörgang und lassen die Füße wippen. Und die locker-lässigen skurrilen Moderationen von Andreas Unterreiner, der ab und an zu einem Gedichtband greift, um gereimte Verse vorzutragen, zaubern den Zuschauern immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht.

Zum Beispiel, wenn er den Heimatort von Tuba-Spieler Florian Mayrhofer, Huttenwang, zur „City of Peace and Love“ erhebt, wo auf einem „orgiastischen Platz“ regelmäßig „bewusstseinserweiternde Mittel“ konsumiert würden. Die Geschichte zum Song „Der schizophrene Onkel Ursula“ bleibt Unterreiner schuldig, dafür gibt es ein grandioses Tuba-Solo dazu. Und der Titel „Schwanzhund“, der zu allen möglichen Assoziationen anregen könnte, geht einzig und allein auf einen Sketch von Loriot zurück.

Ebenfalls im Allgäu, nämlich in Bidingen, hat das Stück „Vollgas“ seinen Ursprung. Dort habe man einem Ortsunkundigen auf die Frage, wie er am schnellsten nach Kaufbeuren komme, geantwortet: „Mit Vollgas!“. „Kühe schaun“, das kommt so ruhig und bedächtig daher, wie ein später Bierzeltbesucher auf dem Heimweg, der sich schwankenden Schrittes zum „Biseln“ ins Gebüsch schlägt, wofür im Allgäu eben dieser Ausdruck als Paraphrase genutzt wird. Dazu gibt es das Gedicht „Kuh und Bauer“ aus dem Gedichtband „Wenn nicht wer du“ von Gerd Baumann und Marcus Rosenmüller. Und der Titel „Donkey K.“, ein Stück für Hin- und Her-Trompete und Band, rundet ebenso wie „Gehirnfasching“ das Repertoire von Buffzack zum Thema passend ab.

All der Klamauk ist jedoch nur eine launige Dreingabe zu der wunderbaren Musik, die die vier Ausnahme-Musiker präsentieren. Eine Musik, an der man sich gar nicht satthören kann, die Raum für wechselnde Solos lässt, bei denen Lukas Jochner (Posaune), Florian Mayrhofer (Tuba), Andreas Unterreiner (Trompete) und Sebastian Wolfgruber (Schlagzeug) ihre ganze Virtuosität zeigen können. „Buffzack!“ spielte sich in die Herzen des begeisterten Peitinger Publikums und ließ sich auch nicht lange um eine Zugabe bitten. 

  Ursula Fröhlich

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