Besucher auf dem Herzogsägmühler Weihnachtsmarkt.
+
In Herzogsägmühle ist die Entscheidung schon gefallen: Der Weihnachtsmarktm 2020 ist abgesagt.

Wegen Corona

Weihnachtsmärkte in Peiting und Herzogsägmühle: Der eine auf der Kippe, der andere fällt aus

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
    schließen

Der Herzogsägmühler Weihnachtsmarkt ist ein Publikumsmagnet, der seit Jahren regelmäßig zur Adventszeit Tausende Besucher in das Diakoniedorf lockt. Wegen Corona ist daran heuer nicht zu denken. Auch in Peiting selbst steht der traditionelle Weihnachtsmarkt auf der Kippe.

Peiting – Es war Ende August, als in Herzogsägmühle die letzte Hoffnung starb. Der Bund und die Länder hatten sich gerade darauf geeinigt, dass Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie bis Ende des Jahres verboten bleiben sollten, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sind. „Für uns war klar, dass da auch unser Weihnachtsmarkt drunter fällt“, sagt Herzogsägmühle-Direktor Wilfried Knorr. Schließlich lockt die dreitägige Veranstaltung im Advent regelmäßig mehrere tausend Besucher aus nah und fern in das Diakoniedorf, die sich am vielfältigen Angebot erfreuen.

Zu viele Fragen blieben offen

Dass Ministerpräsident Markus Söder sich Ende September für eine Durchführung von Weihnachtsmärkten unter Corona-Bedingungen aussprach, hat man zwar auch in Herzogsägmühle zur Kenntnis genommen. An der Absage änderte das allerdings nichts mehr. Zu viele Fragen seien offen geblieben, sagt Knorr. Wie sollte man die Abstände an den Ständen sicherstellen? „Gerade in der Deckerhalle oder dem Endisch-Saal ist das schwer umsetzbar.“ Wie sehe es mit der Haftung aus, sollte es zu einem Corona-Fall kommen? Und wer treffe sich schon gerne auf ein Glas alkoholfreien Punsch, wenn der Alkoholkonsum aufgrund der Auflagen rigide gehandhabt werden müsse?

Die Absage trifft auch die Werkstätten und Betriebe des Diakoniedorfs. Denn dort wird das ganze Jahr über fleißig Waren für den Weihnachtsmarkt hergestellt. Das Angebot reicht von Advents-Deko, über Geschreinertes und Getöpfertes bis hin zu Schmuck und Kerzen. „Der Großteil ist natürlich schon produziert“, sagt Knorr. Man werde jetzt versuchen, die Waren so gut es gehe über die eigenen Läden zu verkaufen. Was übrig bleibe, werde man für das nächste Jahr einlagern. Eine Möglichkeit sei auch noch, sich mit einem Stand am Peitinger Weihnachtsmarkt zu beteiligen.

Ob der Weihnachtsmarkt in Peiting heuer stattfinden kann, steht noch nicht fest.

Noch steht freilich gar nicht fest, ob auch dieser überhaupt stattfindet. An ein normales Programm sei angesichts der aktuellen Situation jedenfalls nicht zu denken, sagt Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder. Zu begrenzt ist der Platz vor dem Rathaus, als dass sich dort ein Weihnachtsmarkt in normalem Umfang mit den geforderten Abständen realisieren ließe.

In Peiting feilt man an einem Alternativplan

Im Rathaus hat man sich deshalb einen Alternativplan überlegt. Der sieht so aus, dass der Weihnachtsmarkt nicht wie bisher an einem Wochenende, sondern an allen vier Advents-Wochenenden stattfinden könnte. Dafür würde gleichzeitig die Zahl der Buden von 20 auf vier reduziert, die im Wechsel betrieben werden könnten. „Die Überlegung ist, dass wir immer einen Stand mit Essen, einen mit Getränken und einen für soziale Zwecke haben“, erklärt Ostenrieder. Der vierte sei für Herzogsägmühle gedacht.

Der Vorteil: Durch die geringere Zahl an Ständen sei die zu erwartende Zahl an Besuchern überschaubar, coronabedingte Auflagen ließen sich verhältnismäßig leicht umsetzen. Am kommenden Mittwoch will Ostenrieder das Konzept den Vereinen vorstellen. Dann wird sich zeigen, ob es auch heuer einen Weihnachtsmarkt in Peiting geben wird oder nicht.

Auch interessant:

Nach Schongau, Weilheim und Peißenberg wird bald auch in Peiting eine Sicherheitswacht auf Patrouille gehen. Am Dienstag hat der Marktgemeinderat mit großer Mehrheit den Weg dafür frei gemacht.

Heiraten vor historischer Kulisse, das wird ab dem kommenden Jahr in Peiting möglich sein. Der Marktgemeinderat ist einstimmig dem Wunsch von Bürgermeister Peter Ostenrieder nachgekommen, die Villa Rustica als weiteren Trauungsort festzulegen.

Auch interessant

Kommentare