Bei Rottenbuch wurden diese Woche Fangzäune errichtet, die verhindern sollen, dass der Wind den Schnee auf die Straße weht.
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Der Winter kann kommen: Bei Rottenbuch wurden diese Woche Fangzäune errichtet, die verhindern sollen, dass der Wind den Schnee auf die Straße weht.

Schneeräumer stehen in den Startlöchern

Corona hält den Winterdienst im Landkreis nicht auf

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Ein erstes größeres Kälte-Tief hat sich auf den Weg zu uns gemacht. Das Wochenende könnte in höheren Lagen ungemütlich werden, es drohen Eis und Schnee auf den Straßen. Der Winterdienst im Landkreis ist bestens gerüstet. In der Corona-Pandemie arbeiten heuer aber auch Straßenmeistereien unter erschwerten Bedingungen.

  • Auch beim Winterdienst gelten heuer strenge Corona-Regeln
  • Die Straßenmeistereien sind aber bestens aufgestellt
  • Salz wird so umweltverträglich wie möglich ausgebracht

Landkreis – „Wir haben ein Schichtsystem eingeführt und lassen soweit als möglich keine Externen auf unsere Gehöfte“, nennt Betriebsdienststellenleiter Martin Dondl die wichtigsten Vorkehrungen des Staatlichen Bauamts für die Straßenmeistereien während der Corona-Pandemie. Oberste Priorität hat demnach auch in den Standorten Peiting und Weilheim die Kontaktvermeidung. „Wir arbeiten in gleichen, kleinen Trupps mit immer derselben Besetzung“, erklärt Dondl. Die Gruppen haben seinen Angaben nach zudem einen versetzten Arbeitsbeginn, im Gehöft herrscht eine strenge Maskenpflicht.

475 Kilometer Straßen gilt es zu räumen

Es ist also höchst unwahrscheinlich, dass alle 38 Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Peiting und Weilheim mit Corona ausfallen und der Verkehr im Schnee zum Erliegen kommt. Immerhin ist das Amt für 475 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen zuständig. 265 davon entfallen laut Dondl auf den Altlandkreis Weilheim, 210 auf den Bereich Schongau.

Als erster muss der „Späher“ aus den Federn

Am frühesten aus den Federn muss morgens der „Späher“. Er kontrolliert schon um 2 Uhr mit Wetterdienstinformationen, Webcams und hauseigenen Glatteismeldeanlagen die „neuralgischen Punkte“. Bei Bedarf fahre er kritische Punkte an und kontrolliere Wetterlage und Fahrbahnzustände auch vor Ort, erläutert der Betriebsdienststellenleiter. Anschließend entscheidet der Späher dann, was nötig ist, die Maschinerie setzt sich in Bewegung.

Starker Schneefall kurz vor Einsetzen des Berufsverkehrs ist ganz schlecht

„Bei Schneefall wird in der Regel um 3 Uhr alarmiert“, weiß Dondl. Die maximal 18 Fahrzeuge – acht gehören zum Amt, zehn zu Auftragsunternehmen – machen sich auf den Weg. Ihr Auftrag: Wenn der Berufsverkehr einsetzt, sollen alle Strecken geräumt und befahrbar sein. Dass das mitunter nicht immer reibungslos gelingt, räumt der Betriebsdienststellenleiter ein: „Sobald starker Schneefall erst kurz vor dem einsetzenden Berufsverkehr beginnt, wird es für unsere Mitarbeiter schwierig, im Stau und im dichten Verkehr den festgefahrenen Schnee wie gewohnt zu beseitigen“, bittet er um Verständnis, wenn der Weg zur Arbeit einmal länger dauert.

Zur Vorbeugung reicht es, Sole auf die Straße zu sprühen

Im vergangenen milden Winter waren die Pendler, was das angeht, verwöhnt. Und die Straßenmeistereien sparten Salz. Aus dem Vorjahr sind in Peiting und Weilheim noch einige Tonnen übrig geblieben, bestätigt Dondl. Die Lager seien jetzt wieder aufgefüllt worden, 4500 Tonnen stünden zur Verfügung. Und das wird so umweltschonend wie möglich ausgebracht: Das Trockensalz werde auf dem Streuteller mit Sole besprüht, sodass es befeuchtet auf der Fahrbahn landet, erläutert Dondl das Prozedere. So werde es nicht sofort von der Fahrbahn geweht, sondern klebe auf der Fahrbahn und könne sofort wirken. Bei der „Vorbeugestreuung“ sei es sogar möglich, nur Sole auf die Fahrbahn zu sprühen.

Die Fahrzeuge der Straßenmeistereien und der Auftragsunternehmer stehen laut Dondl schon seit Anfang November bereit. Ab Mitte November hatte man im Staatlichen Bauamt mit den ersten Einsätzen gerechnet. Sollte der Winter ähnlich mild verlaufen wie der vergangene, wird den 38 Mitarbeiter aber auch nicht langweilig: Hauptsächlich seien sie dann mit der Gehölzpflege, Reparaturarbeiten an Straßen und Beschilderung sowie mit der Fahrzeugpflege beschäftigt, erklärt der Chef des Betriebsdienstes.

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