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Schnell aufgeladen: Bislang gibt es die Supercharger-Stationen von Tesla vor allem an Autobahnen. 

CSU-Antrag

Peiting will mit Tesla kooperieren

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Wenn es um Elektromobilität geht, dann fällt oft in einem Atemzug der Name Tesla. Das amerikanische Unternehmen genießt mit seinen batteriebetriebenen Autos geradezu Kultstatus. Davon profitieren will man jetzt auch in Peiting. Das Zauberwort heißt Supercharger.

Peiting – Gerade erst hat Tesla mal wieder die Fachwelt verblüfft mit der Ankündigung, bald auch den Lkw-Markt aufmischen zu wollen. Mit seinen Elektro-Autos ist das dem Unternehmen bereits gelungen, in vielen Bereichen gelten die Teslas derzeit als das Maß der Dinge.

Auch wenn die Zahl der zugelassenen E-Mobile aus Übersee in Deutschland noch ziemlich gering ist, ist der amerikanische Autobauer nun in den Fokus der Gemeinde Peiting gerückt. Als es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um einen mögliche E-Tankstelle am Peitinger Bahnhof Ost ging, verriet Bürgermeister Michael Asam, dass die Gemeinde sich bei Tesla als Standort für einen sogenannten Supercharger ins Spiel gebracht habe. So bezeichnet Tesla seine Schnellladestationen, mit der die Akkus der eigenen Fahrzeuge binnen 40 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt werden können.

Die Idee für die Bewerbung hatte die Peitinger CSU. Bereits im Juni war sie mit einem entsprechenden Vorstoß im Gemeinderat vorstellig geworden. Das Thema habe man seinerzeit allerdings bewusst nichtöffentlich behandelt, sagt Asam auf Nachfrage der SN. „Wir wollten verhindern, dass uns eine andere Kommune zuvorkommt.“ Denn noch gibt es in der Region kein derartiges Angebot. Die nächsten Supercharger-Stationen befinden sich an der A96 in Aichstetten und an der A8 in Irschenberg, sowie in Lermoos in Österreich. Was freilich auch daran liegt, dass Tesla sein Tankstellennetz für Langstreckenfahrten bislang hauptsächlich entlang von Autobahnen errichtet.

Dass man sich bei der CSU dennoch gute Chancen ausrechnet, das Interesse Teslas wecken zu können, liegt an der Lage Peitings. Als Kreuzungspunkt der drei Bundesstraßen B 17, B 23 und B 472 nehme der Markt eine zentrale Position für den Verkehr in Richtung Süden ein, der nicht über Autobahnen laufe, so das Argument der Christsozialen. Angedacht ist laut Asam zudem eine zentrumsnahe Platzierung, etwa an der ehemaligen Mädchenschule. Dadurch könnten Tesla-Kunden die Ladezeit zum Einkaufen und Einkehren in den umliegenden Geschäften und Gaststätten nutzen, so die Idee. Dass auch genügend Tesla-Fahrer den Weg in die Marktgemeinde finden, dafür würde das Unternehmen selbst sorgen, indem es die Standorte der Supercharger aktiv bewerbe.

Einer, der bereits von einer Kooperation mit den Amerikanern profitiert, ist Max Diegruber. Der Betreiber der Blauen Traube in Schongau hat sich ebenfalls für eine Ladestation bei Tesla beworben – mit Erfolg. Seit Frühjahr können seine Gäste ihr Auto im Hof mit Strom betanken, allerdings ohne Schnellladefunktion. Insgesamt drei Zapfsäulen seien installiert worden, berichtet Diegruber. Zwei davon seien für Tesla reserviert, an die andere könne jedes Elektroauto angeschlossen werden. Die Kosten für die Installation übernahm das US-Unternehmen, den Strom zahlt Diegruber. Für seine Gäste ist der Service so kostenlos. Und der werde gut angenommen, freut sich der Gasthof-Chef. „Es waren schon einige hier, die ihr Auto bei uns geladen haben.“

Ob das bald auch für Peiting gilt, wird sich zeigen. Noch habe man keine Rückmeldung von Tesla bekommen, sagt Asam. „Ich bin aber optimistisch, dass die sich noch melden.“

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