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Seit 60 Jahren beim Alpenverein. Links Sektionsvorstand Herwig Skalitza, rechts Ortsvorstand Sebastian von Eltz.

DAV-Sektion Peiting

Ein Abend für Ehrungen und Spürnasen

Beim Edelweißabend der DAV-Sektion Peiting stand in Steingaden die Ehrung von langjährigen Alpenvereinsmitgliedern im Mittelpunkt – und die Arbeit der Lawinenhundestaffel.

Peiting/Steingaden – Ein Zitherspiel eröffnet den Abend. Ein Klang, bei dem die Wände näher kommen und das Hüttenkaminfeuer knistert. Doch man sitzt im Gasthof Graf in Steingaden zum alljährlichen Edelweißabend der DAV-Sektion Peiting. Sebastian von Eltz, Vorsitzender der Ortsgruppe Steingaden, moderiert die Zusammenkunft. Er informiert über den erfolgreichen Wiederaufbau der Michael Dacher-Schule in Nepal, die anstehende geringfügige Erhöhung des Mitgliederbeitrags zugunsten von zu sanierenden Hütten und der Digitalisierung. Und er bedankt sich unter anderem bei Sepp Schleich, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Steingaden-Peiting, für seinen kontinuierlichen Einsatz.

Geehrte Bergkameraden kennen sich seit einer gefühlten Ewigkeit

Geehrt werden beim Edelweißabend 75 Bergkameraden – für 25, 40, 50, 60 und 70 Jahre Mitgliedschaft im Alpenverein. Sie kennen sich schon eine gefühlte Ewigkeit. Sie sitzen eng beieinander, tauschen Erinnerungen aus: „Wir sind in Gruppen auf Ausflüge unter Sternenhimmel gegangen. Heute lese ich nur noch die Vereinszeitung. Dieser Zusammenhalt aber, den haben wir geliebt“, so eine Dame mit silberfarbenem Haar.

Das hat auch Sebastian von Eltz erkannt: „Es geht hier um die Hinwendung zur Natur, um gemeinsam verbrachte Lebenszeit. Danke dafür!“ wird er später zu den Jubilaren sagen. Denn Zeit kann sich so unterschiedlich anfühlen.

Kommt eine Meldung über Verschüttete, muss es schnell gehen

Keine Zeit haben in der Regel die Mitglieder der Bergwacht, genauer die Lawinenhundestaffel. Sebastian von Eltz hebt sie besonders hervor, weil sie gemeinhin im Stillen operiert. Mit eindrücklichen Bildern präsentieren Michi Hank und Günther Freistadt das Wirken der Gruppe. Kommt eine Meldung über verschüttete Opfer herein, verbleiben ihnen zehn Minuten. Denn unter dem Eis, in einer sogenannten Schneehülle, harren Menschen in größter Panik. Die Einsatzkräfte werden mit dem Helikopter von Zuhause abgeholt und zum entsprechenden Schneefeld geflogen.

Von klein auf trainiert: Hunde haben blindes Vertrauen

Ihre Hunde, Partner mit blindem Vertrauen, machen den Einsatz nur mit, weil sie von klein auf trainiert wurden. Auf das Geschirr, das sie vom Helikopter abseilt. Auf den Lärm der Schneeraupe. Auf die vielen, umherlaufenden Menschen am Einsatzort. Und: Sie werden mit Spiel belohnt. „Wir nehmen uns danach ausgiebig Zeit für unsere Hunde“, so zum Beispiel Michi Hank für seine Chili. Manche schlagen an, andere holen ihren Trainer und bringen ihn zum Lawinenopfer.

„Hunde riechen tausendmal mehr als wir. Die von den Menschen abgehende Wärme trägt den Geruch. Und der kommt auch unter tiefen Schichten von Schnee hindurch.“ In einem Video schnellen die Hunde los, sicher, immer ihrer Nase nach, bis zum gefundenen Menschen. Eine erstaunliche Leistung der loyalen Tiere.

Der Abend war stimmig und informativ. Der Vierwalder Dreigesang, deren Michael Schmid den Abend schon an der Zither eröffnete, singt Lieder aus den Bergen, zum Beispiel: „Wuist a Bleamal finden, wuist a Sträußerl binden, muaßt auf’d Sonnaseitn umma gehn.“

KATHRIN SCHÄFER

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