Das Marienheim an der Bahnhofstraße in Peiting stammt aus dem Jahr 1911. Das Landesamt für Denkmalpflege prüft derzeit, ob es als Baudenkmal geschützt werden soll.
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Das Marienheim an der Bahnhofstraße in Peiting stammt aus dem Jahr 1911. Das Landesamt für Denkmalpflege prüft derzeit, ob es als Baudenkmal geschützt werden soll.

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Steht das alte Peitinger Marienheim bald unter Denkmalschutz? Heimatfreunde stellen Antrag

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Die Tage des Marienheims in der Peitinger Ortsmitte sind mit dem Neubau am Bühlach gezählt. Doch wie geht es nach dem Umzug mit dem alten Gebäude weiter? Diese Frage treibt auch die Peitinger Heimatfreunde um. Sie setzen sich für einen Erhalt ein und hoffen auf die Hilfe der Denkmalschutzbehörde.

Peiting – Über kein anderes Thema – abgesehen vielleicht von den Plänen für den neuen Baumarkt am Zeißlerweg – ist in Peiting in den vergangenen Monaten heftiger diskutiert worden als über den Neubau des Marienheims am Bühlach. Auch bei den Peitinger Heimatfreunden hat man die Debatte aufmerksam verfolgt, wobei das Interesse der Arbeitsgemeinschaft weniger den umstrittenen Plänen für eine Umsiedlung der Einrichtung galt, als der Frage, was später mit dem alten Gebäude an der Bahnhofstraße passieren soll.

Ginge es nach den Heimatfreunden, wäre die Antwort darauf schnell gefunden. „Uns ist es ein Anliegen, dass das historische Gebäude auf jeden Fall erhalten bleibt“, sagt Franz Bleichner. Eine ganze Vitrine voll mit alten Fotos und Informationen zur bewegten Geschichte des Hauses haben er und seine Mitstreiter zusammengetragen. Sie steht im Museum Im Klösterle zusammen mit einem exakten Modell des Gebäudes, welches einst unter der Regie des bekannten Architekten Alois Kranebitter im Jahr 1911 binnen neun Monaten errichtet worden war. Bauherr war damals der Darlehenskassenverein Peiting, der Vorgänger der heutigen Raiffeisenbank.

Geplant als Wohnungsheim für alte alleinstehende und hilfsbedürftige Personen, diente es in der Folge vielfältigen Zwecken. Unter anderem beherbergte es zwischenzeitlich die Volksbibliothek und die Krankenstation der Bergleute, wurde ab 1925 gar als Polizeistation und später als Zahlstelle der Bank genutzt. Die verkaufte das Gebäude 1974 an die Familie Schröttle, die das Heim als psychiatrische Geriatrie fortführte. Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank damals hieß – Franz Bleichner. Nur wenige dürften das herrschaftlich wirkende Haus daher so gut kennen wie der 83-Jährige.

Dass das Anwesen nach dem beschlossenen Auszug des Marienheims vor einer ungewissen Zukunft steht, besorgt nicht nur Bleichner. Auch Gerhard Heiß, früherer Gemeinderat und langjähriger Ortsheimatpfleger, setzt sich dafür ein, dass das historische Gebäude erhalten bleibt. Im Auftrag der Heimatfreunde hat er sich an das Landesamt für Denkmalpflege gewandt. Die Behörde solle prüfen, ob das alte Marienheim in die Denkmalschutzliste aufgenommen werden könne.

Auch zwei weitere Objekte sollen auf die Denkmalschutzliste

Auch zwei weitere Bauten legten Heiß und die Heimatfreunde dem Landesamt ans Herz. Dabei handelt es sich zum einen um die alte Mädchenschule, die aus dem Jahr 1900 stammt und laut dem Ortsheimatpfleger noch heute mit ihrer Fassade das Ortsbild prägt, und zum anderen um das ehemalige Schlafhaus des Bergwerks in der Glückaufstraße. Dieses habe als „Zeitdokument aus der Anfangszeit des Bergbaus“ einen besonderen Wert. Während die alte Mädchenschule der Gemeinde gehört, befindet sich das Schlafhaus in Privatbesitz.

Letzteres gilt auch für das Marienheim. Eigentümer des Areals ist eine Gesellschaft, an der auch die Familie des früheren Peitinger Gemeinderats Adolf Kapfer Anteile hält. Kapfer war deshalb auch vor Ort, als jüngst Vertreter der Denkmalschutzbehörde sich ein erstes Bild von dem historischen Gebäude machten. Auf die Frage, wie er den Vorstoß der Heimatfreunde sehe, reagiert Kapfer zurückhaltend. Er verweist darauf, dass es nach wie vor noch keine Pläne für die Zukunft des Gebäudes gebe. Man müsse nun ohnehin erst einmal die Ergebnisse der Prüfung abwarten. Egal aber, ob Denkmalschutz oder nicht. „Ich finde, dass das Haus in jedem Fall erhalten werden sollte.“ Ob diese Ansicht auch die anderen Gesellschafter teilen, bleibt abzuwarten.

Im Landesamt für Denkmalpflege will man sich zu den gewonnenen Eindrücken nicht äußern. Die Recherche und Prüfung stehe noch ganz am Anfang, teilt der zuständige Oberkonservator Detlef Knipping auf Nachfrage der Heimatzeitung mit. Frühestens in zwei Monaten soll das Ergebnis vorliegen. In der kommenden Woche steht nun erst einmal der Ortstermin für die alte Mädchenschule an.

Dass es womöglich bald drei Baudenkmäler mehr gibt in Peiting, sieht man im Rathaus positiv. „Für uns ist es wichtig, das ortsprägende Gebäude erhalten bleiben“, betont Bürgermeister Peter Ostenrieder. Das treffe aus seiner Sicht auf alle drei Häuser zu. Zu bedenken aus Sicht der Gemeinde sei allerdings, dass der Denkmalschutz die Pläne für ein mögliches Parkdeck vor der Mädchenschule nicht gefährde. „Das muss berücksichtigt werden.“

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