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Monika Levinson nennt sich selbst eine „passionierte Wählerin“.

Von Neuseeland aus

Diese Peitingerin zahlte 24 Euro für ihre Stimmabgabe

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Wenn am Sonntag in Peiting die Stimmen der Briefwähler ausgezählt werden, hat ein Kuvert in Peiting eine besonders lange Reise hinter sich. Die kuriose Geschichte über eine Wahl-Neuseeländerin, die keine Kosten und Mühen gescheut hat, um bei der Bundestagswahl in ihrer Heimatgemeinde dabei zu sein.

Peiting – Es dauert eine Weile, bis das Telefon klingelt. Selbst in der heutigen technisierten Welt ist es von Deutschland nach Neuseeland eben kein Katzensprung. Mehr als 18 000 Kilometer – eine Reise um den halben Globus – trennen beide Länder. Als Monika Levinson den Anruf annimmt, ist sie gerade im Bus auf dem Weg zu ihrer Wohnung in Auckland. Es ist kurz nach 20 Uhr Ortszeit, in ihrer alten Heimat geht der Tag dagegen gerade erst auf die Mittagszeit zu.

Alte Heimat, so nennt die 47-Jährige, deren Mädchenname Brechenmacher lautet, liebevoll die Marktgemeinde Peiting. Dort ist die gebürtige Schongauerin, aufgewachsen, die ersten 15 Jahre ihres Lebens hat sie hier verbracht, ehe es sie hinaus in die weite Welt verschlug. Internat, Studium der Psychologie, Stationen in München und Braunschweig. 2005 Umzug nach Singapur – der Liebe wegen. Ein Jahr später geht es in die USA, die Heimat ihres damaligen Mannes. Acht Jahre lebt Monika Levinson in Kalifornien, ehe sie 2014 wieder ihre Koffer packt und nach Neuseeland zieht.

Kontakt in die Heimat nie verloren

Den Kontakt nach Hause habe sie in all der Zeit trotz der großen Distanz nie verloren, erzählt die 47-Jährige, die in ihrer Wahlheimat als Führungskräfte-Coach arbeitet, am Telefon. Ihre Mutter wohnt nach wie vor in Peiting, Schwester und Neffe in Schongau. Mindestens einmal im Jahr kommt sie in der Marktgemeinde zu Besuch vorbei.

Zuletzt war das im Juli der Fall. Einer ihrer ersten Wege führte Levinson damals ins Rathaus. Dort ist die 47-Jährige bereits bestens bekannt. Denn obwohl sie in den vergangenen zwölf Jahren weit weg von Deutschland lebte, hat Levinson in dieser Zeit keine Landtags- oder Bundestagswahl verpasst. Auch am Sonntag wird ihre Stimme gezählt werden. „Logistisch war es diesmal aber eine große Herausforderung“, sagt sie lachend.

Anders als zwischen Deutschland und den USA dauere nämlich der Postversand nach Neuseeland deutlich länger. „In San Francisco hatte ich immer genügend Puffer, damit die Briefwahlunterlagen pünktlich bei der Gemeinde ankamen“, sagt Levinson. Diesmal trudelte der ersehnte Brief aus Peiting erst am 11. September ein – drei Wochen, nachdem ihn die Gemeinde abgeschickt hatte.

Wahlunterlagen mussten aus Zeitnot per Kurier abgeschickt werden

Natürlich habe sie die Wahlunterlagen sofort ausgefüllt und am nächsten Tag zum Postamt gebracht. Nur: Für den normalen Luftpostweg war die Zeit schon zu knapp. „Mir wollte niemand mehr eine Garantie geben, dass der Brief bis zum 23. September ankommt.“ Die einzige Option sei gewesen, den Brief per Kurier zu schicken. „39 Neuseelanddollar wollten die dafür“, sagt Levinson. Immerhin 24 Euro, eine stolze Summe.

Wo andere wohl auf dem Absatz kehrtgemacht hätten, zögerte die 47-Jährige keine Sekunde. „Ich nehme meine Bürgerrechte und -pflichten sehr ernst, da lasse ich mich auch von so etwas nicht abhalten“, betont sie und fügt schmunzelnd hinzu. „Ich bin eben eine passionierte Wählerin.“

Und das nicht nur in Deutschland. Die Bundestagswahl ist nach den USA und Neuseeland die dritte nationale Wahl in den vergangenen elf Monaten für die gebürtige Schongauerin, die neben ihrem deutschen auch einen amerikanischen Pass hat. In Neuseeland ist Levinson wegen ihrer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung wahlberechtigt.

Mit ihrer Geschichte hofft die 47-Jährige den ein oder anderen Nichtwähler noch zu überzeugen, doch zur Wahl zu gehen. „Jede Stimme zählt“, appelliert sie. Für die meisten seien es ja nur ein paar Schritte zum nächsten Wahllokal – und keine Reise ans andere Ende der Welt.

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