Alles andere als ein schöner Anblick ist dieses Haus in der Hauser Straße (Bild oben). Doch Besserung ist in Sicht: Ein Bauherr will das baufällige Gebäude durch ein neues Doppelhaus mit Garagen ersetzen.
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Alles andere als ein schöner Anblick ist dieses Haus in der Hauser Straße (Bild oben). Doch Besserung ist in Sicht: Ein Bauherr will das baufällige Gebäude durch ein neues Doppelhaus mit Garagen ersetzen.

Bauausschuss stimmt Bauantrag zu

Doppelhaus statt Bretterbude: Sind die Tage des Peitinger „Hexenhäuschens“ gezählt?

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Es ähnelt mehr einem Bretterverschlag als einem Wohngebäude: Seit vielen Jahren steht besagtes Haus in der Hauser Straße in Peiting windschief in der Landschaft und bietet in seinem heruntergekommenen Zustand alles andere als einen schönen Anblick. Doch jetzt könnten die Tage des „Hexenhäuschens“ gezählt sein.

Peiting – „My home is my castle“ lautet ein englisches Sprichwort, das aussagen soll, dass ein Haus ein Ort der Zuflucht, ein sicherer Hort ist. Ein solches „Schloss“ – auch im übertragenen Sinne – dürfte freilich beim Anblick jenes Anwesens in der Hauser Straße kaum jemandem in den Sinn kommen. Vielmehr beschleicht den Betrachter die bange Frage, ob schon der nächste Windstoß ausreichen könnte, dass das Haus, welches aussieht, als sei es aus alten Holzbrettern lieblos zusammengezimmert worden, in sich zusammenstürzt.

Bereits seit Jahren fristet das Häuschen ein trauriges Dasein inmitten des sonst gepflegten Wohngebietes. Der jetzige Eigentümer habe das Gebäude, das aus den 1950er Jahren stamme, einst ersteigert, um es selbst herzurichten, erzählt eine Nachbarin der Heimatzeitung. Früher sei es ein „ganz nettes Häuschen“ gewesen. „Er hat es zu Tode restauriert.“

Der Frust in der Nachbarschaft über die wenig ansehnliche Bretterbude ist groß. Immer wieder habe es in der Vergangenheit Gerüchte über einen Verkauf gegeben, sagt die Nachbarin. Getan habe sich aber leider nie etwas.

Bauauschuss gibt gürnes Licht für Doppelhaus-Neubau

Das könnte sich jetzt allerdings endlich ändern. In der jüngsten Sitzung des Peitinger Bauausschusses lag dem Gremium ein Bauantrag für die Errichtung eines Doppelhauses mit Garagen auf besagtem Grundstück vor. Das freute nicht nur Marktbaumeister Fabian Kreitl. „An der Stelle kann das nur eine Verbesserung sein“, stellte Bürgermeister Peter Ostenrieder fest. Dem pflichtete auch Herbert Salzmann bei. „Ich hab’ schon Angst gehabt, dass das Haus unter Denkmalschutz steht“, sagte der SPD-Fraktionschef mit Blick auf die lange Vorgeschichte. Einstimmig segnete der Bauausschuss den Bauantrag ab. Sollte auch das Landratsamt als Baubehörde grünes Licht geben, stünde dem Neubau theoretisch nichts mehr im Wege.

In der Nachbarschaft nimmt man diese Nachricht erfreut zur Kenntnis. Allerdings: „So richtig glauben können wir es erst, wenn die Bagger dastehen“, sagt die Nachbarin. Der bisherige Eigentümer, der noch dort wohne, sei aber bereits dabei, auszuräumen.

Ob das Grundstück zwischenzeitlich verkauft worden ist, das kann auch der Marktbaumeister nicht mit Sicherheit sagen. Der Bauantrag sei aber nicht vom bisherigen Eigentümer gestellt worden, erklärt er auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Kreitl teilt die Hoffnung der Anwohner, „dass dort jetzt auch wirklich was passiert“ und das baufällige Haus bald verschwindet. „Es ist ja eigentlich ein sehr schönes Grundstück.“

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