Plötzlich müssen alle raus: Mitten am bisher heißesten Tag des Jahres wird das Wellenbad in Peiting geräumt.
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Plötzlich müssen alle raus: Mitten am bisher heißesten Tag des Jahres wird das Wellenbad in Peiting geräumt.

Anwalt hatte ihm dazu geraten

Bürgermeister lässt nach Facebook-Drohung Freibad räumen - „Wie ein schlechter Film“

  • Boris Forstner
    VonBoris Forstner
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„Das ist wirklich kein Spaß“, sagt der Bürgermeister unserer Zeitung. Die Badegäste können diese Aussage wohl alle unterschreiben. Mitten am Hitze-Sommer-Tag wurde am Donnerstag das komplette Freibad geräumt. Grund: Scharfkantige Fugen.

Peiting – Das mit 800 Besuchern vollbesetzte Peitinger Wellenfreibad musste am Donnnerstagnachmittag geräumt werden. Das teilte ein verzweifelter Bürgermeister Peter Ostenrieder der Heimatzeitung telefonisch gegen 16.45 Uhr mit. Hintergrund ist die Problematik mit den scharfkantigen Fugen im Nichtschwimmerbereich des Wellenbeckens, an denen sich vor allem Kinder verletzt hatten.

Polizei räumt Wellenbad in Peiting - Bürgermeister „Das ist wirklich kein Spaß“

Jetzt hatte Ostenrieder auf seiner Facebook-Seite Drohungen erhalten, er werde wegen Körperverletzung angezeigt, auch bei der Polizei sei offenbar etwas eingegangen, so der Bürgermeister. „Es wird so getan, als sei das Becken voller Blut – dem ist natürlich nicht so“, beteuert er. Aber nachdem er sich mit seinem Anwalt beraten hatte, habe der geraten, das Bad schnellstmöglich zu räumen. „Das Bad ist knallvoll, das ist wirklich kein Spaß“, sagte Ostenrieder, dem das furchtbar Leid tut.

Freibad an Hitzetag plötzlich geräumt: Bademeister völlig überfordert

Die Bademeister waren mit der Situation völlig überfordert, weil kaum jemand gehen wollte und auch die Lautsprecheranlage so schwach dimensioniert ist, dass nichts zu verstehen war. Die Bademeister gingen schließlich von Handtuch zu Handtuch, um den Gästen zu erklären, dass sie das Bad verlassen müssen. Nur vereinzelt kamen die Bürger dem nach, die Stimmung war gereizt: „Das ist wie in einem schlechten Film“, meinte ein Badegast. „Das war bestimmt eine Übermutter, die sonst nichts zu tun hat.“ Ein anderer sagte: „Das geht auf Kosten der Kinder, die jetzt nicht mehr schwimmen lernen können.“

Polizei räumt Freibad: Stimmung gereizt - „Wie ein schlechter Film“

Ursprünglich war vorgesehen, das Bad bis 18 Uhr zu räumen, das wurde später auf 19 Uhr verschoben. Zwischenzeitlich kam auch die von der Heimatzeitung informierte Polizei dazu, die von der Schließung gar nichts gewusst hatte. Das Chaos perfekt machten die Spätschwimmer, die um 18 Uhr eintrafen, nichts von der sofortigen Schließung wussten und auf die heimgeschickten Gäste trafen. Dazu noch der tägliche Megastau rundherum durch die Baustelle an der Umfahrung – es kam wirklich alles zusammen, und das an einem der heißesten Tage des Jahres.

Bisher war vorgesehen, das Wellenfreibad erst ab Juli zwei Wochen lang für die nötigen Ausbesserungsarbeiten zu schließen. Das soll jetzt vorgezogen werden. „Wir versuchen natürlich, die Arbeiten gleich zu erledigen, um das Bad möglichst schnell wieder öffnen zu können“, sagte Ostenrieder.

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