Kein guter Tag für die evangelische Christuskirche in Peiting: Monika Heerd (r.) verlässt den Kirchenvorstand. Für ihre Verdienste dankte ihr Pfarrerin Brigitte Weggel.
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Kein guter Tag für die evangelische Christuskirche in Peiting: Monika Heerd (r.) verlässt den Kirchenvorstand. Für ihre Verdienste dankte ihr Pfarrerin Brigitte Weggel.

Evangelische Kirchengemeinde Peiting verabschiedet Monika Heerd

„Du warst das Gesicht unserer Kirche“

  • VonRafael Sala
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Die Parallele war unübersehbar, und sie stimmte nachdenklich, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll: Brigitte Weggel las jüngst in einem Gottesdienst in Peiting in ihrer Predigt eine Stelle aus dem Neuen Testament vor, in dem es um die seelischen Befindlichkeiten der Jünger unmittelbar nach dem Passionsgeschehen ging. Einsamkeit herrschte – Öde und Traurigkeit.

Peiting - Einige der Weggefährten Jesu hätten die Kreuzigung nicht ausgehalten und seien dem Martyrium am Golgotha ferngeblieben, andere zweifelten später an der Auferstehung. Die Auflösung der noch taufrischen Gemeinschaft drohte.

Doch dann besannen sich die Apostel, sie kamen wieder zusammen, die junge christliche Kirche stand in den Startlöchern und trug die Botschaft Christi schließlich in die Welt hinaus.

Verlassenheit, Einsamkeit, Sorge: Unter dieser Stimmungslage steht derzeit auch die evangelische Kirchengemeinde in Peiting. Denn es galt, am vergangenen Sonntag jemand Hochverdienten aus seinen Ämtern zu entlassen: Monika Heerd, die seit neun Jahren dem Kirchenvorstand angehört. Sie verlässt die Kirchengemeinde, um wieder in ihrem früheren Beruf als Grundschullehrerin zu arbeiten.

Mit einem Glas alkoholfreien Sekt stießen die Gottesdienstbesucher und Pfarrerin Brigitte Weggel (hinten am Altar) auf die Verabschiedung von Monika Heerd (r.) an.

Der Gottesdienst, den Weggel leitete, stand daher ganz im Zeichen der Verabschiedung der Peitingerin. „Du wirst uns fehlen, aber Du sollst auch loslassen können. Heute endet Dein Dienst, ab heute bist Du frei und von Deinen Aufgaben entbunden. Hiermit gebe ich Dir Gottes Segen“: Mit diesen Worten wandte sich die evangelische Geistliche an die Geehrte, die sichtlich gerührt auf einer Bank neben dem Altarraum saß.

Am Schluss bekam sie einen Weinstock in einem Kübel überreicht – Symbol der Fruchtbarkeit und des Gedeihens. Dann stießen die Gottesdienstbesucher mit einem Glas alkoholfreien Sekt auf die nun ehemalige Mitarbeiterin an. „Leider ist heute die Zeit des Abschieds gekommen“, sagte Weggel.

Heerd hatte zahlreiche Funktionen in der evangelischen Kirche in Peiting inne: Unter anderem war sie, wie Florian Mühlegger in seiner Verabschiedungsrede ausführte, Religionspädagogin, sie organisierte Andachten für Senioren, arbeitete in der Flüchtlingshilfe, leitete Meditationskurse in Schongau, war bei den ökumenischen Exerzitien dabei, war treibende Kraft im Kirchenstüberl, Gemeindereferentin und unentbehrlich für die Tätigkeiten des Filmclubs. „Mit anderen Worten: Du warst das Gesicht unserer Kirche“, resümierte der Vertrauensmann des Kirchenvorstands.

Das werde eine Lücke hinterlassen. Eine, die nicht so schnell zu schließen sein werde. „Wie geht es mit dem Kirchenstüberl weiter? Wie mit den Leseandachten?“, fragte Weggel – um gleich selbst die Antwort hinterherzuschieben, dass die Kirchengemeinde sich jetzt um Ersatz bemühen werde. Keine leichte Aufgabe.

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