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Mehr Platz für die Verwaltung: Mit dem geplanten Neubau an der Basili-Wiese wäre das Kindergarten-Gebäude hinter dem Rathaus frei für eine neue Nutzung. Links das ehemalige Raiffeisenbankgebäude.

Einstimmiger Gemeinderatssbeschluss

Peiting baut neuen Kindergarten an der Basili-Wiese

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Die Tage des Peitinger Kindergartens am Rathaus sind wohl gezählt: Die in die Jahre gekommene Einrichtung soll durch einen Neubau an der Basili-Wiese ersetzt werden. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Marktgemeinderat jetzt gefasst.

Peiting – Schon im Juni hatten sich die Räte mit einem möglichen Kindergarten-Neubau für drei Gruppen am Wellenfreibad befasst, allerdings hinter verschlossenen Türen. Wie Kämmerer Christian Hollrieder auf Nachfrage der SN erklärt, sei es damals vor allem um das künftige Raumkonzept der Verwaltung gegangen. Dabei rückte auch das Gebäude in den Fokus, in dem seit den 1930er Jahren der Rathaus-Kindergarten untergebracht ist.

Denn trotz des Ankaufs des benachbarten Raiffeisenbank-Gebäudes sind längst nicht alle Raumprobleme gelöst. „Es fehlt ein Archiv, wir haben keine ebenerdigen Toiletten ebenso wenig wie einen Aufzug, der für die Barrierefreiheit nötig wäre“, zählt Hollrieder auf. Ein Übergang vom neu erworbenen Gebäude zum Rathaus steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste. All dies ließe sich am besten unter Einbeziehung des Kindergarten-Gebäudes verwirklichen, erklärt der Kämmerer. Auch der Umbau der frei werdenden Räume zu einem Trauungs- und Sitzungssaal sei denkbar.

Dazu kommt, dass am Rathaus-Kindergarten akuter Handlungsbedarf besteht. Aufgrund der baulichen Situation befindet sich die Einrichtung nicht mehr auf dem Stand anderer Kindergärten. Der Garten ist zu klein, der Eingangsbereich nicht kinderwagentauglich, es fehlt an Parkplätzen. Zudem müsste die Gemeinde demnächst viel Geld in die Sanierung der Sanitäranlagen stecken. „Er ist ein Teil der Peitinger Geschichte, aber einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagte Bürgermeister Michael Asam.

Für einen Neubau spricht außerdem, dass im Rathaus-Kindergarten nur Platz für zwei Gruppen ist. Auch wenn man derzeit noch alle Kinder in den bestehenden Einrichtungen unterbringe, müsse man davon ausgehen, dass der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen werde, gab Bürgermeister Michael Asam zu bedenken. Als Gründe nannte er die steigende Zahl an Geburten als auch den zu erwartenden Zuzug von Familien in die neuen Baugebiete. „Wir brauchen daher dringend weitere Gruppen.“ Um für künftige Entwicklungen gewappnet zu sein, sollen die Räume des neuen Kindergartens auch als Krippe genutzt werden können. Zudem müsse der Neubau einfach in Modulbauweise erweiterbar sein, so der Bürgermeister.

Freistaat trägt voraussichtlich 90 Prozent der Baukosten

Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielen auch die Kosten. Seit diesem Jahr fördert der Freistaat erstmals auch den Neubau von zusätzlichen Kindergartengruppen und zwar mit satten 90 Prozent. Noch unklar ist allerdings, ob der Zuschuss in dieser Höhe auch für die beiden bestehenden Gruppen gilt. Bislang seien die Richtlinien des Sonderprogramms nicht veröffentlicht worden, erklärte Hollrieder. Angesichts des Alters des Kindergartens, der seit 1930 in seiner jetzigen Form besteht, zeigte sich der Kämmerer jedoch optimistisch, dass die Gemeinde bei einem Ersatzneubau in den Genuss der kompletten Förderung komme. Dafür müsse aber die Planung bis Mitte 2018 abgeschlossen sein. Bezogen könnte die Einrichtung dann 2020 werden.

Im Gremium stießen die Pläne auf breite Zustimmung. Hermann Mödl (BVP) schlug vor zu prüfen, ob man die neuen Räume nicht auch für die geplanten Ferienbetreuung und die Ganztagsschule nutzen könne. In die gleiche Kerbe stieß Norbert Merk (CSU). „Mir fehlt die Gesamtbetrachtung“, kritisierte er. Man müsse bei der Betreuung in alle Richtungen denken. Asam wandte allerdings ein, dass ein Kindergarten für die Betreuung von Schulkindern wenig geeignet sei. Zudem stünde man dann vor dem Problem, die Schüler von den Grundschulen zur Basili-Wiese bringen zu müssen.

Durch fiel der Vorschlag von Thomas Elste (Grüne), der statt einem Neubau einen weiteren Waldkindergarten ins Spiel brachte. Die seien zwar voll, aber überwiegend mit Kindern aus anderen Gemeinden, so Asam.

Am Ende war das Votum aber eindeutig. Alle Räte sprachen sich für den Neubau aus.

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