Die Peitinger Eishalle von oben.
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Das Dach der Peitinger Eishalle muss dringend erneuert werden, nachdem etliche der verbauten Spezial-Tonplatten beschädigt sind.

Sechs-Millionen-Euro-Projekt

Beschluss im Eilverfahren: Peitinger Gemeinderat gibt grünes Licht für Generalsanierung der Eishalle

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Stolze sechs Millionen Euro stehen als Summe für die Generalsanierung der Peitinger Eissporthalle im Raum, mit der die Verwaltung am Dienstagabend den Peitinger Gemeinderat förmlich überrumpelt hat. Trotzdem gab das Gremium einstimmig grünes Licht für das teure Vorhaben. Wegen Fördergeldern ist Eile geboten.

Peiting – Dass es mit dem Eisstadion nicht mehr zum Besten bestellt ist, dürfte am Dienstag kaum einen Gemeinderat überrascht haben. Schließlich hat die Eisfläche fast 50 Jahre auf dem Buckel,die Wand- und Dachkonstruktion, die 1988 nachträglich errichtet wurde, ist ebenfalls bereits fortgeschrittenen Alters. „Wir wissen seit Jahren, dass da einige Punkte auf die Gemeinde zukommen“, erinnerte Bürgermeister Peter Ostenrieder. Von einer Generalsanierung der Eishalle, wie sie der Rathauschef für die Sitzung auf die Tagesordnung gehoben hatte, hörten die Räte allerdings zum ersten Mal.

Spielfeld liegt nach Sanierung 30 Zentimeter höher

Die Liste der Mängel, die Ostenrieder vortrug, war lang. Das fing bei der Eispiste an, die bei ihrem Bau 1972 wohl ohne Dämmung zum Erdreich errichtet worden sei. Auf ihr soll eine neue Eisfläche errichtet werden, durch die Aufdopplung sollen Energieverluste verringert und Frostschäden an der Piste vermieden werden. „Das Spielfeld liegt danach 30 Zentimeter höher, aber das stört nicht.“ Gleichzeitig soll die Eisbereitungsmaschine erneuert werden.

Die Eispiste stammt aus dem Jahr 1972 und soll ebenfalls erneuert werden.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es auch beim Dach. Das sei mit speziell angefertigten Tonplatten gedeckt, die damals wegen ihres geringen Gewichts zum Einsatz gekommen seien, so Ostenrieder. Viele dieser Spezialziegel hätten der Belastung durch die Schneemassen im Winter vor zwei Jahren, als das Dach zum Räumen hatte betreten werden müssen, nicht standgehalten. Auch die Dachhaut sei durch die Schäden in Mitleidenschaft gezogen worden und müsse wegen der fehlenden Dichtigkeit dringend erneuert werden. Das Problem: „Die Dachplatten werden nicht mehr produziert.“ Als Alternative sei nun ein Blechdach geplant. „Das hätte den Vorteil, dass sich wegen des geringeren Gewichts eine vollflächige Fotovoltaik-Anlage realisieren ließe“, sagte der Bürgermeister.

Auch Kabinentrakt und Gastronomiebereich werden auf Vordermann gebracht

Weiter ging die Mängelliste im Inneren der Eishalle. Der Kabinentrakt in der alten Tribüne habe seine beste Zeit längst hinter sich, Toiletten, Duschen inklusive Lüftungsanlage müssten genauso saniert werden wie der Gastronomiebereich, zählte Ostenrieder auf. Auch die verglasten Giebelflächen entsprächen nicht mehr den energetischen Anforderungen, sie sollen gegen hochdämmende Sandwichpaneele ersetzt werden. Schließlich gehe es auch darum, den Energieverbrauch zu senken.

Der Kabinentrakt in der alten Tribüne hat seine besten Zeiten hinter sich und muss saniert werden.

Insgesamt bezifferte Ostenrieder die Gesamtkosten auf rund sechs Millionen Euro – ohne die PV-Anlage. Damit war der Bürgermeister auch bei dem Grund angelangt, weshalb der Gemeinderat jetzt in aller Eile grünes Licht für die Generalsanierung geben sollte. Es gebe ein neues Bundesförderprogramm für Sportstätten, durch das ein Zuschuss in Höhe von bis zu 45 Prozent der Kosten möglich sei, erklärte Ostenrieder. Voraussetzung für die Bewerbung sei ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderats für die Generalsanierung. Zudem müsste der komplette Antrag binnen der nächsten 14 Tage abgegeben werden. „Natürlich wird jede Maßnahme noch einmal einzeln im Gremium vorgestellt und beschlossen“, beruhigte er. Ohnehin soll das Ganze nicht von jetzt auf gleich geschehen, sondern peu à peu verteilt auf die nächsten fünf Jahre.

Kritik kommt von Andreas Barnsteiner (BVP)

Im Gemeinderat fand das Vorgehen einhellig Beifall. Thomas Elste (Grüne) sprach von einer „tollen Sache für den Klimaschutz“, schließlich sei das Eisstadion der größte Energieverbraucher in kommunaler Hand. Auch sein Fraktionskollege Günther Franz fand es wichtig, dass auf Nachhaltigkeit Wert gelegt werde und regte an, die Experten der Energiewende Oberland hinzuzuziehen. Beim Klimaschutz hakte allerdings Andreas Barnsteiner ein. Es könne nicht sein, dass bereits Mitte Juli Eis gemacht werde, polterte der BVP-Rat. „Alle reden über die Klimaerwärmung, da können wir nicht so tun, als ob uns das nichts angeht.“ Das freilich wollte der Bürgermeister nicht so stehen lassen. „Da müssen wir jetzt schon die Kirche im Dorf lassen, normal beginnt die Eisbereitung frühestens Mitte August“, korrigierte er Barnsteiner.

Doch was mache man, wenn es mit den Fördergeldern nicht klappe, wollte schließlich Michael Deibler (CSU) wissen. „Dann werden nur die notwendigsten Dinge machbar sein“, gab sich Ostenrieder angesichts der hohen Summe keinen Illusionen hin. Doch er sei optimistisch, dass man in das Programm komme. Einstimmig fasste das Gremium den Grundsatzbeschluss.

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