Das Peitinger Eisstadion aus der Luft
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Für die Eishalle hat die Gemeinde Peiting drei Eismeister angestellt.

„Wir sollten wissen, in welche Richtung wir laufen.“

Nach Einstellung von drei Eismeistern: Gemeinde muss Zusammenarbeit mit EC Peiting neu regeln

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Schneller als geplant kann die Gemeinde Peiting bei ihrer Suche nach drei Eismeistern Vollzug melden. Dass die Stellen bereits zum 1. August besetzt wurden, sorgte allerdings für Nachfragen im Gemeinderat. Mit dem EC Peiting will die Gemeinde zeitnah die Zusammenarbeit neu regeln. Dabei geht es auch ums Geld.

Peiting – Eigentlich war vorgesehen, dass die neuen Eismeister erst zum Oktober ihren Dienst antreten. So jedenfalls lautete der Zeitplan in der Ausschreibung der Stellen, für die der Marktgemeinderat im April grünes Licht gegeben hatte. Doch nun ging es schneller als erwartet. Bereits am 1. August hatten die neuen Mitarbeiter ihren ersten Arbeitstag, wie am Montag im Gemeinderat bekannt wurde. Bei Herbert Salzmann (SPD) sorgte die überraschende Neuigkeit allerdings für Bauchschmerzen. Da die Stellen erst im Nachtragshaushalt eingeplant seien, gebe es bis dahin keinen Stellenplan für das neue Personal, bemängelte er. Überhaupt seien viele Dinge, was die künftige Zusammenarbeit von Gemeinde und EC Peiting angehe, noch nicht geregelt. Hier brauche es eine entsprechende Vereinbarung, forderte der SPD-Fraktionschef. „Wir sollten da wissen, in welche Richtung wir laufen.“

Die frühe Stellenbesetzung begründete Bürgermeister Peter Ostenrieder mit dem „glücklichen Zufall“, dass alle drei Kandidaten kurzfristig zur Verfügung gestanden hätten. Die Gelegenheit habe man bei der Gemeinde beim Schopf ergriffen, schließlich starte Mitte August die Eisbereitung, sagte der Rathauschef. So könnten die neuen Mitarbeiter die Saison von Beginn an begleiten und man brauche keine Übergangslösung, erläutert der Bürgermeister auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Bürgermeister erklärt Grund für Einstellung der Eismeister

Warum die Gemeinde überhaupt nun als Arbeitgeber von drei Eismeistern auftritt, hatte der Rathauschef bereits bei Bekanntwerden der Stellenausschreibung gegenüber den SN erklärt. Bislang hatten Mitglieder des EC Peiting die Eismeister- und Hausmeistertätigkeiten übernommen. Der Verein bekam dafür laut Ostenrieder von der Gemeinde eine jährliche Entschädigung von 50 000 Euro überwiesen. Eine Regelung, die über Jahre gut funktionierte, wie der Bürgermeister betont. Doch mit den Ehrenamtlichen ließen sich die strengen Anforderungen, die mit dem Betrieb der Kälteanlage einhergehen, nicht mehr erfüllen, was die Gemeinde als Betreiber des Eisstadions in die Bredouille brachte. Mit den nun eingestellten Fachkräften, von denen zwei laut dem Rathauschef allerdings noch eine Schulung absolvieren müssen, ist man nun auf der sicheren Seite. Einer der neuen Mitarbeiter sei zudem bereits zuvor für den ECP auf Minijob-Basis als Eismeister im Einsatz gewesen, „er kennt sich mit den Gegebenheiten bestens aus“.

Für die Gemeinde wird die neue Regelung deutlich teurer

Finanziell bedeutet die Umstrukturierung allerdings einen Kraftakt für die Gemeinde. Auf rund 160 000 Euro beziffert Ostenrieder die jährlichen Personalkosten für die Eismeister. „Es wird für die Gemeinde teurer werden als bisher.“ Offen ist dabei noch, wie es mit der Aufwandsentschädigung weitergeht, die der Markt bislang an den ECP gezahlt hat. Weil der Verein sich künftig nicht mehr um Eisbereitung und den Hausmeisterdienst kümmern muss, fehlt dafür eigentlich die Grundlage. Doch natürlich dürfe der ECP durch die neue Regelung nicht in Finanzierungsprobleme kommen, betont Ostenrieder. „Wir wollen dem Verein nichts wegnehmen, er kann ja nichts dafür.“ Wie das neue „Kalkulations- und Kooperationspaket“ künftig aussehen wird, soll demnächst in Gesprächen mit den Verantwortlichen geklärt werden, so Ostenrieder.

Dabei geht es auch um die Frage, ob der ECP weiterhin wie bisher die Fremdvermietung der Eisfläche im Winter übernimmt – ein offener Punkt, den auch Salzmann in der Sitzung ansprach. „Es gibt viele Stellschrauben, aber ich bin mir sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden“, zeigt sich der Bürgermeister optimistisch.

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