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Schneller Flitzer und Blickfang: Leise soll es durch die Straßen im Oberland gehen.

Werkstatt in der Marktgemeinde geplant

Elektro-Oldtimer auf Peitings Straßen

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Ratternde Oldtimer ziehen gern die Blicke der Passanten auf sich. Wenn es nach Jürgen Haack geht, dürften die alten Schmuckstücke bald ganz leise die Straßen entlangtuckern. Er plant in Peiting eine Werkstatt – und die Umrüstung auf Oldie-Elektroautos.

Peiting– Jürgen Haack möchte sein Hobby zum Beruf machen. Der Weilheimer, der in Peißenberg geboren ist, will in der Ammergauer Straße in Peiting einen Restaurationsbetrieb für alte Karosserien aufmachen.

Geplant ist eine Werkstatt mit drei Bereichen. Spenglerei, Montage und Ausstellungsraum finden darin Platz. „Es soll keine KFZ-Werkstätte im herkömmlichen Sinn werden“, verrät der 54-Jährige. Vielmehr sollen Liebhaberstücke restauriert und hergerichtet werden. Völlig abgasfrei, den Umweltrichtlinien entsprechend. Für Lackierarbeiten werden die Karosserien in andere Betriebe gebracht. „Hauptsächlich soll bei mir nur Blechbearbeitung passieren.“ Spezialisieren möchte Haack sich auf deutsche und europäische Marken.

Nicht nur reparieren, auch verleihen möchte Haack besondere Gefährte. „Das könnte ein alter Spider Cabriolet sein, oder aber auch ein NSU TT.“ Plant jemand einen heißen oder originellen Flitzer als Hochzeitskutsche, kann das Paar in Peiting fündig werden. „Nur fahren müssen Braut oder Bräutigam dann selber“, sagt er schmunzelnd.

NSU TT als Pickup-Umbau: Auch Kundenfahrzeuge will Jürgen Haack aufrüsten.

Das ist aber noch lang nicht alles. Parallel zur Werkstatt, möchte der 54-Jährige noch Elektromobilität auf Oldtimer transferieren. Hier ist elektrotechnisches Know-How gefragt. Auch Sicherheitsstandards müssen eingehalten werden. „So ein VW Up! als Elektroauto kostet etwa 30 000 Euro. Ich habe mir gedacht, das müsste auch günstiger zu machen sein.“ Rund 80 Kilometer Reichweite sollen seine Elektro-Oldies haben, bis die Fahrt zur Steckdose unvermeidlich wird.

Inspiriert wurde Haack durch Gleichgesinnte in Mitteldeutschland, die Käfer und Enten umgerüstet haben. Auch in Dingolfing hat ein Bastler aus einem Goggomobil ein Elektroauto gemacht. „Das sind praktische, alltagstaugliche Fahrzeuge, die trotzdem individuell sind“, sagt Haack.

Nun hofft der Weilheimer, dass sich auch im Pfaffenwinkel Liebhaber alter Karossieen finden, die es auf seine heißen Teile abgesehen haben. Bei Andreas Ressle, auf dessen Grundstück der Fachbetrieb entstehen soll, ist Haack auf offene Ohren gestoßen. „Er ist auch Oldie-Fan und baut mir die Halle“, freut sich der Weilheimer.

Jetzt heißt es aber erst einmal abwarten. Nach dem zügigen Ja des Bauausschusses liegt die Genehmigung jetzt beim Landratsamt. „Das Ziel wäre, bis zum Sommer fertig zu sein“, so der Auto-Fan.

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