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Teure Autofahrt nach Peiting

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Prozess um Mord durch Unterlassen
© dpa

Vor sieben Jahren wurde einem Epfacher die Fahrerlaubnis entzogen. Seitdem besitzt er keinen Führerschein mehr. Für eine unerlaubte Fahrt nach Peiting erhielt er eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro

Peiting Er hatte es eilig im November letzten Jahres. Mit Aussicht auf einen möglichen Job nahm der 36-jährige Angeklagte die Autoschlüssel seiner Verlobten und fuhr Richtung Hohenpeißenberg. In Peiting kam er dann prompt in eine Polizeikontrolle. Dabei stellten die Beamten fest, dass der Mann seit Jahren schon keinen Führerschein besitzt. Er erhielt eine Anklage wegen unerlaubten Fahrens ohne Führerschein. Und auch seine Verlobte wurde wegen angeblichen Mitwissens angezeigt und saß ebenfalls auf der Anklagebank.

Nachdrücklich leugnete die 45-Jährige, davon gewusst zu haben, dass ihr Verlobter, mit dem sie seit zwei Jahren zusammen ist, keinen Führerschein besitzt. Unvorstellbar für den Staatsanwalt. „Das muss man doch wissen, ob der Partner fahren darf oder nicht“, sagte er. Laut Aussage des Angeklagten war seine Verlobte an dem Tattag bei einer Nachbarin, um diese zu betreuen. Seine Verlobte konnte folglich gar nicht mitbekommen, dass er sich ihr Auto ausleiht. Diese bestätigte das natürlich.

Im Fall der Frau war sich das Gericht einig. Sogar der Staatsanwalt plädierte auf Freispruch, da ihr ein mögliches Mitwissen nicht nachgewiesen werden konnte. Die Vorsitzende Richterin Karin Beuting kam dem nach und sprach die Frau frei. „Tun Sie in Zukunft Ihren Autoschlüssel weg“, mahnte die Richterin noch.

Der Angeklagte bereute seine unüberlegte Fahrt sehr. „Es war ein dummer Fehler, aber ich bin auf einem guten Weg“, sagte er. Das Problem bei ihm ist, dass er unter offener Bewährung steht und sich keine Straftaten erlauben darf. Auch seine sieben Eintragungen im Bundeszentralregister sprachen nicht für den Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte daher eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung, da auch einschlägige Vorstrafen mit dabei waren.

Die Vorsitzende Richterin Karin Beuting sah das etwas anders. In ihren Augen lagen die einschlägigen Taten schon weit zurück. Der Mann hat einen feste Anstellung und eine gute Sozialprognose. „Ich gebe keine zweite Bewährung“, sagte sie. Mit der Geldstrafe in doch erheblicher Höhe wollte sie dem Angeklagten noch einmal eine letzte Chance geben.

von Regina Wahl-Geiger

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