Die Vorderseite der Fahne.
+
Die Vorderseite der Fahne.

Sie wird am Sonntag beim Gottesdienst zum Volkstrauertag gesegnet

Fahne der Birkländer Veteranen restauriert

Mit seiner historischen Vereinsfahne aus dem Jahr 1898 besitzt der Veteranen-, Reservisten- und Kameradschaftsverein Birkland ein kostbares Juwel. Nach aufwändiger Restaurierung wird das wertvolle Schmuckstück beim Gottesdienst zum Volkstrauertag am Sonntag gesegnet.

Birkland – Dem tatkräftigen Engagement des Birkländer Veteranen-Vorsitzenden Karl-Heinz Rammelsberger, der großherzigen Spendenbereitschaft der Birkländer und dem kunstfertigen handwerklichen Können von Fahnen Kössinger ist es zu verdanken, dass dieses zeitgeschichtliche Dokument für die kommenden Generationen gerettet werden konnte. „Ein Glücksfall für die gesamte Gemeinde“, freut sich Peitings Altbürgermeister Michael Asam. Sicherlich war jetzt auch ein „günstiges Zeitfenster“.

Rückblick: Wegen zu hoher Reparaturkosten ließ der Birkländer Veteranen-Verein zur 100-Jahrfeier im Juli 1965 eine neue Fahne anfertigen. Da diese nun zur Restaurierung anstand, fuhr eine Delegation mit beiden Fahnen nach Schierling zum Fachbetrieb Kössinger . „Das ist ja eine Kostbarkeit mit einzigartigen Besonderheiten“, zeigte sich dort Gabi Gallrapp von Fahnen Kössinger begeistert. Diese historische Fahne sollte man restaurieren, so ihre Meinung.

Angetan war sie besonders vom Bildnis der Heiligen Anna und Heiligen Maria: „Das wunderschön ausgeführte Samtbild ist unglaublich gut erhalten, und die Farben sind auch nach den vielen Jahren noch sehr intensiv“, geriet sie ins Schwärmen. Da solche Bilder heute nicht mehr hergestellt werden können schlug sie vor, es vom alten Grundstoff herauszutrennen und auf einen neuen zu übertragen.

Die Rückseite der Fahne.

Eine Seltenheit sei ebenso das „O“ in der rechten oberen Ecke für König Otto.

Sandra Rose, seit 20 Jahren in der Firma, ist dies bisher nur von zwei Fahnen her bekannt. Vorgeschlagen wurde den Birkländern auch, beim Spruchband auf der Rückseite zur Originalfassung „In Treue fest! Mit Gott für König“ statt dem nachträglich geänderten „Volk und Vaterland“ zurückzukehren.

Die geschätzten Kosten in Höhe von rund 12 000 Euro für die Generalsanierung sowie rund 600 Euro für die Reparatur der Original-Fahnenspitze – eines Königslöwen – konnte der Verein alleine nicht stemmen. Jedoch bekam die Vorstandschaft bei der Versammlung im Jahr 2017 Rückendeckung für das Angehen des Projekts.

Da es sich bei der Fahne um ein Kulturgut handelt, wurde erfolgreich versucht, Geld aus öffentlichen Fördertöpfen zu bekommen. Der Bezirk Oberbayern gab einen Zuschuss von 1296 Euro, von der Kulturstiftung der Kreissparkasse Schongau erhielt der Verein einen Betrag von 1500 Euro. Je 1000 Euro kamen von der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel und der Bürgerstiftung Peiting.

Bereits über 100 Jahre alt ist die Kurbel- und Kettstichmaschine, mit der hier gearbeitet wird.

Dank eines aufwändigen farbigen Flyers mit erläuternden Bildern, den Peter Ostenrieder in einer Auflage von 500 Stück kostenlos erstellte und der von Karl-Heinz Rammelsberger persönlich an alle Haushalte übergeben wurde, flossen weitere Spenden. So konnte die Fahne Anfang Dezember 2019 zur Restaurierung gebracht werden.

Unter der Devise „Retten, was zu retten ist“ ging man dort behutsam ans Werk. Die Ausbesserungen wurden in der gleichen über 140 Jahre alten Kettstich- und Kurbelstickerei ausgeführt wie auf dem Original. Eine Besonderheit ist auch, so Sandra Rose, dass die Raute am Rand wieder von Hand genäht wurde. Die Fahne erhielt zudem eine neue Aufhängevorrichtung, passende Fransen und zudem restaurierte Fahnenbänder.

Gerhard Heiß

Auch interessant

Kommentare