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Übergangslösung gefunden

Fehlende Kitaplätze: So will die Gemeinde Peiting das Problem lösen

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Anfang Mai hatte die Gemeinde Peiting einräumen müssen, dass für das kommende Kindergartenjahr insgesamt 28 Kitaplätze fehlen. Man werde sich um eine Lösung bemühen, hieß es damals. Die scheint nun gefunden. Probleme in Sachen Betreuung gibt es derweil auch bei der Offenen Ganztagsschule.

Peiting – „Wir wollen, dass alle Kinder, die einen Platz brauchen, auch unterkommen“, hatte Geschäftsleiter Stefan Kort Anfang Mai im Gemeinderat versprochen, nachdem er das Gremium über das Dilemma der fehlenden Kitaplätze unterrichtet hatte. Die Eltern von insgesamt 28 Kindern waren nach Auswertung der Anmeldungen darüber informiert worden, dass es für ihre Sprösslinge im nächsten Kindergartenjahr keinen Platz in den örtlichen Kindergärten und Kinderkrippen gebe. Ein Schock für die Betroffenen. Jetzt, gut zwei Monate später, kann die Gemeinde fürs erste Entwarnung geben, die intensiven Bemühungen um eine Lösung, sie haben sich offenbar ausgezahlt. „Es ist alles geregelt“, freut sich Bürgermeister Michael Asam.

Diese Regelung, sie sieht wie folgt aus: Im Kindergarten im Forsthaus, den die Kinderhilfe Oberland betreibt, wird eine zusätzliche Kindergartengruppe eingerichtet. Damit diese dort unterkommen kann, zieht eine Hortgruppe vorübergehend für maximal zwei Jahre in die ehemalige Mädchenschule um. Genutzt werden dort Räume, die bislang der Mittelschule zur Verfügung standen. „Das ist mit der Schulleitung abgestimmt“, sagt Kort. Keinen Engpass gibt es laut dem Geschäftsleiter in Sachen Erzieherinnen. Die Kinderhilfe Oberland verfüge über das nötige Personal, um die zusätzliche Gruppe zu stemmen. Gleiches gelte auch für die Betreuung der Übergangsgruppe, die am Caritas-Kindergarten St. Michael befristet für ein Jahr eingerichtet wird. Sie bietet Platz für zehn Kinder unter drei Jahren.

Bleibt noch die Krippe: Auch dort hatte die Gemeinde 14 Absagen verschicken müssen. Nach Gesprächen mit den Eltern hätte sich die Zahl jener, die unbedingt eine Betreuung benötigten, auf drei reduziert, berichtet der Geschäftsleiter. Diese Kinder sollen jetzt mit einer Ausnahmegenehmigung zusätzlich in der eigentlich voll belegten gemeindlichen Einrichtung unterkommen.

Der Bürgermeister ist froh über die gefundenen Lösungen. „Alle haben dafür zusammen geholfen.“ Freilich ist auch Asam klar, dass damit nur kurzfristig Abhilfe geschaffen worden ist. „Wir müssen jetzt rasch Entscheidungen treffen, wie wir die Situation regulär lösen.“ Die Weichen sollen schon in den nächsten Wochen gestellt werden. Bekanntlich bereits beschlossen hat der Gemeinderat die Erweiterung der Krippe.

Zu wenige Anmeldungen für Offene Ganztagsschule

Während an den Kitas in Peiting die Nachfrage nach Plätzen groß ist, kämpft die Offene Ganztagsschule (OGTS) an der Friedrich-Lentner-Grundschule mit dem gegenteiligen Problem. Weil zu wenig Anmeldungen für die lange Gruppe, die eine Betreuung bis 16 Uhr vorsieht, vorliegen, kommt diese im nächsten Schuljahr nicht zustande. Das trifft besonders Eltern hart, die auf das Angebot angewiesen sind. „Mir tut es natürlich leid“, sagt Schulleiter Peter Schmid. Trotz mehrmaliger Nachfragen sei die von der Regierung vorgeschriebene Zahl von 14 Zählkindern – als solche gelten Kinder, die mindestens vier Tage gebucht haben – nicht erreicht worden. Das Problem: Bereits bis Ende Mai müssen die Schulen laut Kort die Gruppen mit namentlicher Nennung der Teilnehmer für das nächste Schuljahr beantragen. Flexibel sei das nicht. „Da fragt man sich schon, wo da der Sinn liegt.“

Natürlich habe man sich gemeinsam mit der Gemeinde Gedanken über eine Lösung für die betroffenen Eltern gemacht, sagt Schmid. So sei überlegt worden, zumindest eine „Hausaufgabenstunde“ bis 15 Uhr anzubieten. Doch davon sei schließlich mit Blick auf freie Plätze im Hort abgesehen worden. Dass dieser keine Alternative für jene ist, die nur eine Betreuung an zwei Tagen benötigen, ist dem Schulleiter bewusst. In diesen Fällen müssten Eltern leider eine eigene Lösung finden.

Und auch für jene, die eine Betreuung an mehr Tagen in der Woche benötigen, hat die Alternative Nachteile. „Finanziell ist das natürlich eine ganz andere Nummer“, ärgert sich eine betroffene Mutter. Anders als die OGTS ist das Hortangebot nicht kostenfrei.

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