Zwei Wochen lang ein „Team“: Gabriele Pischel, Inhaberin des Peitinger Geschäfts „Kinds And Style“ (l.), und die Künstlerin Fride WirtlWalser.
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Zwei Wochen lang ein „Team“: Gabriele Pischel, Inhaberin des Peitinger Geschäfts „Kinds And Style“ (l.), und die Künstlerin Fride WirtlWalser.

Fride WirtlWalser zeigt Werke bei „Kids And Style“

Fensterschau in Peiting: Hinterglasbilder mit verspielten Motiven

  • vonRafael Sala
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Gleich in zweifacher Hinsicht feiert „Kids And Style“ Premiere: Zum einen, weil das Peitinger Geschäft am Hauptplatz 5, das sich auf Baby-, Kinder- und Jugendkleider spezialisiert hat, nach harten Monaten der Schließung ab heute endlich wieder öffnen darf; zum anderen, weil dort, ebenfalls ab dem heutigen Montag, zwei Wochen lang Werke der prominenten Künstlerin Fride WirtlWalser zu sehen sein werden.

Peiting - „Ein Glücksfall, ich kann es kaum fassen“, sagt Inhaberin Gabriele Pischel bewegt. Grund: Teile ihres Sortiments, vor allem unverzichtbare Baby-Utensilien wie Stoffwindeln und Stilltücher, sind jetzt als systemrelevant eingestuft worden. „Ab sofort haben wir wieder zu den gewohnten Geschäftszeiten geöffnet.“ Wie gerufen kommt es da, dass auch die 89-Jährige Peitingerin Fride WirtlWalser ein großes Herz für Kinder hat. Erst in der Weihnachtszeit habe sie mehrere kleinteilige Hinterglasbilder mit verspielten und witzigen Motiven für ihre Enkelkinder angefertigt, sagt sie schmunzelnd. Diese „Rawuckel“ zieren jetzt mit ihrer ganzen Farbenpracht die Schaufenster des Bekleidungsgeschäfts.

Hinterglasmalerei – da denkt so mancher vielleicht an eine überholt wirkende Stilform, an etwas Verstaubtes, Mittelalter, sakrale Kirchenkunst, auch an Ausnahmemaler wie Marc Chagall, der sich dieser Technik verschrieben hat. Auf jeden Fall tiefste Vergangenheit. Aktuelle Bezüge mögen da nicht in den Sinn kommen. Weit gefehlt. Wie modern, lebendig und faszinierend diese Gattung noch immer ist, darüber weiß kaum jemand besser Bescheid als die sympathische Künstlerin, die 1932 im Kleinen Walsertal geboren wurde und ihre Ausbildung zur Bildhauerin in Stuttgart und Berchtesgaden absolviert hat.

Seit 1970 widmet sie sich ausschließlich der europäischen Hinterglasmalerei. Warum? „Weil die Farben eine intensive Leuchtkraft entwickeln, die Scheibe dem Werk den Zugriff entzieht und auf dem glatten Bildwerk auch feinste Bearbeitungsspuren sichtbar werden“, nennt sie nur einige Beispiele für ihre Wahl dieser Technik. Hinzu kommt, dass Hinterglasmalerei eine reiche volkskundliche Tradition hat, hier sozusagen Geschichte „en miniature“ lebendig wird. „Außerdem lassen die Spiegelflächen einen räumlichen Bewegungsablauf entstehen.“ Sage da einer, frühere Zeiten hätten noch keine 3-D-Technik gekannt!

Wer Kunstwerke von WirtlWalser in den Schaufenstern von „Kids and Style“ sehen und so mit der Künstlerin Kontakt aufnehmen will, hat noch bis zum 14. März Gelegenheit dazu.

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