Susann Tabatabai-Schweizer (li.) und Heike Dietrich haben die Peitinger „Fensterschau“ organisiert.
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Susann Tabatabai-Schweizer (li.) und Heike Dietrich haben die Peitinger „Fensterschau“ organisiert.

Organisatoren, Künstler und Geschäftsleute ziehen positives Fazit nach zweiwöchiger Kunst-Aktion

Peitinger Fensterschau kontra Lockdown-Blues

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Am Wochenende ist die Aktion „Fensterschau“ in Peiting zu Ende gegangen. Organisatoren, Künstler und Geschäftsleute ziehen eine erfreuliche Bilanz.

Peiting - Allem Lockdown-Blues zum Trotz sei es mit der Aktion gelungen, das Augenmerk der Menschen auf die Kunst zu lenken, freuen sich die beiden Organisatorinnen Heike Dietrich und Susann Tabatabai-Schweizer. „Da das Ziel der Aktion war, die regionalen Künstler und die örtlichen Geschäfte zu unterstützen und dabei den Menschen Abwechslung und Freude zu verschaffen, sind wir darüber sehr froh.“

Die Herausforderung, Kunstwerke in einem völlig ungewohnten Umfeld zu präsentieren, sei durch viel Einfallsreichtum, Einsatz- und Kompromissbereitschaft aller Teilnehmer überraschend gut angenommen und gemeistert worden.

So ergänzten sich laut den Organisatorinnen Exponate und Ware in den verschiedensten Peitinger Geschäften, ohne sich gegenseitig die Schau zu stehlen und vermitteln dem interessierten Passanten einen guten Eindruck über die Vielfalt der abwechslungsreichen regionalen Kunstszene im Bereich bildender Kunst. „Für uns war die größte Belohnung die Freude, die wir schon von Anfang an bei den Vorbereitungen für diese besonderen Aktion erleben durften.“

Auch Sylvia Hirschvogel, Inhaberin der Peitinger Marktapotheke, spricht von überwiegend sehr positiven Reaktionen auf die Aktion. Die Menschen in Peiting hätten viel Spaß an der Fensterschau gehabt und vorgeschlagen, derartige „Kunst- und Kreativ-Aktionen“ im Ort häufiger durchzuführen, nicht nur in Coronazeiten, berichtet sie. Die Apothekerin kann sich gut vorstellen, eines ihrer Schaufenster häufiger für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen.

In ihrem Fall fand die Fensterschau in Zusammenarbeit mit der Zeichnerin und Illustratorin Bettina Buresch statt. In der Marktapotheke stellte diese ihre filigranen Arzneipflanzenzeichnungen aus. „Es hätte nicht besser passen können“ freut sich Sylvia Hirschvogel, die passend zu jeder ausgestellten Pflanze ein Quiz auf ihrer Facebook Seite startete.

In der Familienmetzgerei Schmaußer wurden ebenfalls Bilder von Bettina Buresch ausgestellt. Mit einem Augenzwinkern, denn ihre „Kollektion“ an lebensecht wirkenden Ferkeln und Hausschweinen in goldenen Vintage-Rahmen lachten den Kunden beim Kauf der Mittagsbrotzeit frech ins Gesicht. Laut Ladeninhaberin Andrea Schmaußer seien die Schweine in der Metzgerei sehr gut angekommen. „Unsere Kunden fanden die Aktion sehr gelungen“, stellt auch sie fest.

Dem kann sich Frederik Ressl als einer der teilnehmenden Künstler nur anschließen. Gemeinsam mit dem Einzelhandel habe man eine „künstlerische und kulturelle Impfung“ bereitgestellt.

Ein großes Dankeschön der Organisatorinnen gilt allen Teilnehmern, „dass wir diese spontane Idee, zusammen auf eine so erfreuliche Weise umsetzen konnten.“ Die Aktion sei ein schönes Beispiel dafür, wie aus einer Krise Kreativität erwachsen könne, die aus der Gemeinschaft heraus Dinge ermögliche, welche in normalen Zeiten schwerer vorstellbar gewesen wären.

Für alle, die die „Fensterschau“ in Peiting verpasst haben, sei ein Abstecher in die Nachbarstadt empfohlen: Ab dem heutigen Montag findet die Aktion ihre zweiwöchige Fortsetzung in der Schongauer Altstadt.

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