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„Fuchstalbahn ist keine Peitinger Angelegenheit“: Bürgermeister sieht Anliegerkommunen in der Pflicht

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Wenn zwei sich streiten...
Wenn zwei sich streiten... © Hubert Pfeffer

Der Schongauer Stadtrat hat die Gemeinde Peiting aufgefordert, in Sachen Fuchstalbahn wieder die Stimme zu erheben. Das tut Bürgermeister Peter Ostenrieder. Allerdings nicht unbedingt im Sinne der Schongauer.

Peiting/Schongau – Erst gibt’s einen Seitenhieb von Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman, der öffentlich bedauert, dass „sich Peiting mit Peter Ostenrieder vom Runden Tisch verabschiedet“ habe und Winfried Schaur (UWV) fordert: „Das Mittelzentrum muss mit einer Stimme sprechen.“ Dann stellt auch noch Peitings Gemeinderat Alfred Jocher eine Anfrage, warum die Gemeinde Peiting sich von den Verhandlungen am runden Tisch in Sachen Fuchstalbahn zurückgezogen hat.

Jetzt gibt’s eine Antwort von Peter Ostenrieder. Nicht in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, die am kommenden Dienstag stattfindet. Sondern vier Tage zuvor – per Rund-Mail an alle Gemeinderatsmitglieder. Die liegt auch den Schongauer Nachrichten vor. „Da Peiting keine Anliegerkommune an der Fuchstalbahn ist, habe ich dem Kollegen Sluyterman mitgeteilt, dass es nicht zielführend ist, wenn der Markt Peiting an diesem Tisch sitzt, solange sich nicht die echten Anliegerkommunen verständigt haben.“ Dies sei ein wichtiges Kriterium dafür, dass man sich von politischer Seite bzw. durch die Eisenbahngesellschaft dem Thema überhaupt weiter nähere. „Der Schritt, auf den alle warten, ist, dass sich die Anliegerkommunen einigen und geschlossen zur Reaktivierung der Bahnlinie stehen.“

Des Weiteren befindet Bürgermeister Peter Ostenrieder, dass „der Stadtrat Schongau meines Wissens bis heute keinen Beschluss gefasst hat, dass dies der Fall ist“. Tatsächlich hat sich der Stadtrat in der vergangenen Woche klar für die Fuchstalbahn positioniert. Ein offizielle Beschluss wurde in jüngster Zeit allerdings nicht gefasst.

Erst sind die Anlieger-Gemeinaden am Zug

Ist das Paragrafen-Reiterei? Ostenrieder jedenfalls hält daran fest: Erst, wenn die Anliegerkommunen wie Schongau sich offiziell per Beschluss zur Fuchstalbahn bekannt haben, könne die Machbarkeitsstudie als Grundlage für eine Positionierung weiterer Orte erstellt werden. Und: „Erst dann wird sich auch der Markt Peiting abschließend positionieren.“ Schließlich sei eine gewisse Datengrundlage, die fachlich fundiert erstellt wird, bei einer derartigen Entscheidung schon wichtig. Ein blindes Zurufen „Ja zur Fuchstalbahn“ aus einer Laune heraus „erachte ich hier als schwierig, insbesondere weil die Linie ja nicht tot ist (im Gegensatz zu anderen zu reaktivierenden Linien), sondern täglich kräftig genutzt wird. Dabei spielt auch meine persönliche Meinung übrigens keine Rolle.“ Absichtserklärungen der Anliegerkommunen ohne rechtlich relevante Aussagen brächten momentan niemanden weiter, beruft sich der Rathaus-Chef der Schongauer Nachbar-Gemeinde auf einen fehlenden offiziellen Beschluss.

Kein Thema für den Gemeinderat

Was die Diskussionsgrundlage in Peiting anbelangt, bezieht Ostenrieder eine klare Position: „Eine Diskussion im Marktgemeinderat hierzu hat nicht stattgefunden, da wir hierzu aktuell auch nicht zuständig sind.“ Die Fuchstalbahn sei aktuell keine Angelegenheit des Marktes Peiting, „auch wenn die Verkehrsanbindung nach Augsburg und Landsberg sicher auf den ersten Blick als interessant erscheint. Auch deshalb wäre die Machbarkeitsstudie für uns Peitinger eine wichtige Wissensgrundlage, um sich fundiert richtig positionieren zu können.“

Ob das Schongaus Rathaus-Chef und sein Stadtrat genauso sehen? Falk Sluyterman war für eine aktuelle Stellungnahme nicht mehr zu erreichen. Ob die Fuchstalbahn am Dienstag dennoch Thema im Peitinger Gemeinderat wird? Alles ist offen – nicht nur beim Thema Fuchstalbahn.

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