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Wärmetauscher bei Transport beschädigt: Unfall besiegelt Aus für Badesaison im Peitinger Wellenfreibad

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Bis hier ist alles gut gelaufen, doch dann... Beim Transport des Luft-Wärmepumpen-Tauschers passierte das Unglück. Das Gerät wird vom Kran aufgehoben, gerät ins Wanken – und rumpelt gegen den Tieflader.
Bis hier ist alles gut gelaufen, doch dann... Beim Transport des Luft-Wärmepumpen-Tauschers passierte das Unglück. Das Gerät wird vom Kran aufgehoben, gerät ins Wanken – und rumpelt gegen den Tieflader. © Markt Peiting

Es ist das ranzige Sahnehäubchen auf einer traurigen (Nicht)-Freibad-Saison 2022 in Peiting: Weil jetzt beim Transport auch noch der neue Wärmetauscher fürs Bad geschrottet wurde, ist das endgültige Bade-Aus für dieses Jahr besiegelt.

Peiting – „Ich weiß nicht, was ich noch dazu sagen soll.“ Ein seltener Moment: Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder ist fassungslos. Nach all dem Ärger, all dem Ringen um einen Notlösung für das wegen Bademeister-Mangels geschlossene Bad, jetzt auch noch das: Am Dienstagnachmittag geschieht das Unglück, als der neue Luft-Wärmetauscher fristgerecht ins Bad transportiert werden soll: Das sperrige, schwere Teil wird beim Anheben ramponiert, ist nicht mehr einsatzfähig. Bis zur Reparatur werden mindestens bis zu vier Monaten ins Land ziehen. Selbst ein theoretisch zeitweise geöffnetes Bad wäre dann schon wieder eins: nämlich geschlossen.

Verlade-Aktion wird zum Verhängnis

Ja, liegt denn etwa ein Fluch über dem Peitinger Bad? Wenn man es hört, will man es gar nicht glauben, dass diese Verkettung unglücklicher Umstände keinem Drehbuch einer deutschen Komödie entsprungen ist. Wie gut, dass es bei dem Unglück einen höchst vertrauenswürdigen Augenzeugen gibt: Der Fraktionsvorsitzende der Peitinger Bürgervereinigung, Franz Seidel, war live dabei, als das Schicksal seinen Lauf nahm.

Er hatte bei der Verlade-Aktion des Wärmetauschers am Dienstagnachmittag einen Anhänger gefahren, über den die Maschine auf einen Tieflader gehoben werden sollte. Von einem Kran. Seidel erzählt es auf Anfrage der Schongauer Nachrichten so: „Beim Aufheben des Wärmetauschers durch den Kran, ist die Maschine ins Schaukeln geraten und dann gegen den Tieflader gekracht.“ Mit einem Rums ist alles hin.

Für die Reparatur muss das Gerät nach Italien

Im Marktbauamt hat man den Schaden auf den ersten Blick bei 20 000 bis 30 000 Euro angesetzt. Klar, dass jetzt erst mal ein Gutachter ran muss, um eine exakte Schadenshöhe festzusetzen und festzustellen, wer letztendlich schuld ist am großen Unglück. Alleine: Bis der Gutachter freie Kapazitäten hat, dürfte zirka ein Monat ins Land gehen.

Und auch dann bleibt es kompliziert, denn: Selbst wenn eine Reparatur in Frage kommt, so muss diese wegen der Gewährleistung direkt beim Hersteller des Geräts erfolgen. Nur der sitzt nicht etwa irgendwo um die Ecke, sondern in bella Italia. Der Luft-Wärmetauscher tritt also eine weitere große Reise an. Erst nach dieser aufwändigen Reparatur kann der Wärmetauscher wieder nach Peiting zurückgebracht und dann (hoffentlich) installiert werden. Als Zeitrahmen für das Gesamt-Paket Wärmetauscher werden vom Lieferanten bis zu vier Monate veranschlagt. Und weil es jetzt schon Mai ist, wäre es dann schon September – der Monat, in dem das Peitinger Wellenfreibad seit jeher nach der Saison wieder seine Pforten schließt.

Man muss keine große Phantasie haben, um sich vorstellen zu können, was das für die Bürger bedeutet: „2022 bleibt das Bad nicht nur für den Publikumsverkehr geschlossen, auch die angedachten Schwimmkurse können nun definitiv nicht mehr angeboten werden“, so Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Wunsch der Bürger nach tageweiser Öffnung kann nicht mehr erfüllt werden

Noch in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend sei der Marktgemeinderat im nichtöffentlichen Teil über diesen neuen Sachstand informiert worden und hätte die Sache sehr betroffen aufgenommen, so der Rathauschef weiter. Diskussionen hätte es nicht gegeben. Was auch hätte man da jetzt auch noch lamentieren wollen? Fakt ist: Die Peitinger müssen in diesem Jahr auf die Freibäder und auf die Seen im Umland ausweichen. Damit ist dann nicht nur die Badesaison ins Wasser gefallen, sondern auch die Überreichung des Offenen Briefes von Peitinger Bürgern an den Rathauschef am heutigen Donnerstag. Sie hatten darum gebeten, das Bad ab Juli vielleicht wenigstens tageweise für Besucher zu öffnen. Bleibt für alle zu hoffen, dass die Pechsträhne in Sachen Freibad im Jahr 2023 abreißt und alle ihr schönes, dann hoffentlich geöffnetes, Freibad mitten im Ort gleich noch mehr zu schätzen wissen.

Info:

Bürgermeister Peter Ostenrieder weist an dieser Stelle nochmals darauf hin, dass folgende Regelung für Inhaber einer Peitinger Saisonkarte 2021 gelten: Bis 31. Mai kann eine Freibad-Saisonkarte im Plantsch mit 25 Prozent Nachlass erworben werden. Sie gilt bis zum Ende der Freibad-Saison. Für alle Peitinger gilt: Es können in diesem Jahr auch Saisonkarten als Peitinger im Freibad Altenstadt erworben werden. Für Schülerinnen und Schüler gilt (bei Vorlage eines Schülerausweises oder Bestätigung der Schule): Ab 14 Uhr können alle Busse im RVO-Netz kostenfrei genutzt werden, also z.B. auch nach Bad Tölz oder in die Jachenau – in Ferien oder am Wochenende gilt dies ganztägig.

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