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Schnelle Hilfe bei Wohnungsnot: Diakonie Herzogsägmühle entwickelt Info-Flyer für Betroffene

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Von: Theresa Kuchler

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Katrin Schönacher-Fichtl (l.) und Stephanie Zahn von der Diakonie Herzogsägmühle wollen Menschen in Wohnungsnot schnell und einfach helfen.
Katrin Schönacher-Fichtl (l.) und Stephanie Zahn von der Diakonie Herzogsägmühle wollen Menschen in Wohnungsnot schnell und einfach helfen. © Diakonie Herzogsägmühle

Der Verlust der eigenen Wohnung: Ein Thema, das viele Menschen betrifft – einige davon völlig unerwartet. Die Diakonie Herzogsägmühle hat nun im Rahmen eines EU-Projekts einen Informationsflyer erarbeitet, der in der Not schnelle Hilfestellung leisten soll.

Landkreis – Schulden, der Verlust des Arbeitsplatzes oder persönliche Lebenskrisen: Die Gründe, warum Menschen ihre eigenen vier Wände verlieren, sind vielfältig. Den von Wohnungslosigkeit Betroffenen und Bedrohten, die in der Not oft alleine dastehen, will die Diakonie Herzogsägmühle Hilfestellung leisten. Im Rahmen des EU-Projekts „Mein Wohnraum II – Wohnungsnot geht alle an“ hat sie in Zusammenarbeit mit Caritasverbänden in Passau und Ingolstadt einen kompakten Flyer entwickelt, in dem erste Anlaufstellen, Behörden und Beratungsangebote in der Region zusammengefasst sind.

„Wir wollen mit dem Flyern den Zugang zum Hilfesystem erleichtern“, sagt Katrin Schönacher-Fichtl, die das Projekt bei der Diakonie leitet. Unterstützung erhält sie von ihrer Kollegin Stephanie Zahn, Beraterin in der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Herzogsägmühle. Zahn meint: „Häufig lässt sich Wohnungslosigkeit vermeiden, wenn rechtzeitig Hilfe in Anspruch genommen wird.“

Aufgelistet sind erste Anlaufstellen und Beratungsangebote

Genau daran möchte das Projekt anknüpfen, das 2019/2020 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert wurde.

Für eine schnelle und einfache Hilfe sind die weiß-orangenen Heftchen da. In ihnen werden sowohl erste Anlaufstellen wie Notunterkünfte, Wärmestuben und Dusch- und Waschmöglichkeiten für Personen aufgelistet, die kein Dach mehr über dem Kopf haben. Aber auch Adressen und Telefonnummern von Beratungsstellen – etwa zu Wohnen, Schulden, Sucht oder Migration – finden sich in den kostenlosen Flyern, die an vielen Stellen im Landkreis ausliegen. Die Beratungsangebote sollen präventiv greifen – bevor es überhaupt zu dem Verlust der eigenen Wohnung kommt.

Extra Flyer für Frauen in Not

Ein weiterer Aspekt, dem sich die Diakonie Herzogsägmühle annimmt, ist das Thema der sogenannten „versteckten Wohnungslosigkeit“. Dabei verharren Menschen – meist Frauen – aufgrund von Abhängigkeiten in unguten Wohnverhältnissen. Wie Zahn erklärt, habe ihr Team dazu extra den Flyer „Mein Wohnraum – Beratungsangebote für Frauen“ erarbeitet. In beiden Heften wird das Hilfsangebot niedrigschwellig durch Piktogramme vermittelt. „Die machen den Flyer leicht verständlich und bieten auch bei eventuellen sprachlichen Schwierigkeiten schnelle Orientierung“, erklären die Projektleiterinnen.

Hilfesuchende finden die „komprimierten Hilfekataloge“ zum Beispiel in der Schongauer Wärmestube für Wohnungslose (Dominikus-Zimmermann-Straße 1), in den Fachstellen zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit (Peiting, Peißenberg, Penzberg und Weilheim) sowie in einigen Arztpraxen und den Rathäusern.

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