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Im Frühjahr ist Baubeginn für die neuen Fußballplätze (3). Der provisorische Parkplatz folgt 2019 (1). Wann die Altlastensanierung (4) beginnt, ist noch nicht klar.

Fußballplätze in der Peitinger Kiesgrube

Ab Herbst 2018 wird endlich gekickt

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Nächstes Frühjahr werden die Fußballplätze in der Peitinger Kiesgrube gebaut: Auch wenn der Satz wie ein Déjà-vu klingt, diesmal dürfte die unendliche Geschichte um die lang ersehnten Sportstätten tatsächlich zu Ende gehen. Der Gemeinderat hat die Arbeiten vergeben.

Peiting – Michael Asam ist die Erleichterung anzuhören. „Natürlich bin ich froh, dass es jetzt weitergeht“, sagt der Bürgermeister. Das Projekt, es hat an den Nerven des Rathauschefs gezehrt. Kein Wunder, schließlich könnte man über die unendliche Geschichte der neuen Fußballplätze problemlos ein ganzes Buch schreiben.

Als der Gemeinderat 2009 beschloss, für die Fußballer einen neuen Ort zum Trainieren zu schaffen, ahnte noch niemand, wie schwierig die Umsetzung des Vorhabens werden würde. Das fing schon bei der Standortsuche an. 2012 entscheidet man sich mangels anderer Flächen für die gemeindeeigene Kiesgrube. Noch im gleichen Jahr wird der Bebaungsplan auf den Weg gebracht, ein Geologe, der den Boden einer ersten Schadstoffprüfung unterzog, gibt grünes Licht. Neben zwei Fußballplätzen sieht die damalige Planung auch vor, die Fläche des benachbarten Feuerwehr-Fußballplatzes für einen neuen Parkplatz sowie eine Erweiterung des Bauhofs zu nutzen. Zudem sollen zwischen neuem Parkplatz und den Spielfeldern neue Umkleiden entstehen.

Soweit, so gut. Tatsächlich rollen 2013 zur Freude der Fußballer die ersten Bagger, die Arbeiten am Unterbau für die beiden Fußballplätze beginnen. Doch ein Jahr später nimmt das Drama seinen Lauf. Bei Bodenproben wird im südlichen Teil des Geländes belastetes Material entdeckt, das entsorgt werden muss. Wenige Monate später gerät das Projekt endgültig ins Stocken. Schuld ist die bayernweite Altlastenuntersuchung, in deren Rahmen die einstige Hausmülldeponie unter dem Feuerwehr-Fußballplatz unter die Lupe genommen wird. Bis heute liegt kein abschließendes Ergebnis vor. „Die Detail-Untersuchungen laufen noch“, sagt Kämmerer Christian Hollrieder.

Dass der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung hinter verschlossenen Türen nun zumindest die Arbeiten für den Bau der Fußball-Plätze vergeben konnte, liegt daran, dass man den Bebauungsplan 2016 in zwei Teile aufgliederte. So konnte die Planung in der Kiesgrube unabhängig von der Altlastenuntersuchung vorangetrieben werden. Dennoch galt es noch die ein oder andere Klippe zu umschiffen, etwa die Entwässerung des provisorischen Parkplatzes, der östlich der Fußballplätze entstehen soll. Laut Hollrieder ist der Bau für 2019 geplant. Kosten: 250 000 Euro.

Für Irritationen zwischen TSV und der Gemeinde sorgte zuletzt auch noch die Frage der Bauträgerschaft. Am Ende einigte man sich aus steuerlichen Gründen darauf, dass nicht der Verein, sondern der Markt für den Bau verantwortlich zeichnet. Auch wenn das hieß, dass die Ausschreibung, die der TSV im Juni durchgeführt hatte, nach den Sommerferien noch einmal – diesmal EU-weit – wiederholt werden musste. „Ich will da gar nicht mehr nachtarocken“, sagt FA-Vorstand Uwe Enzmann. „Wir blicken nach vorn und freuen uns auf die neuen Plätze.“

Deren Bau soll definitiv im nächsten Frühjahr beginnen. Die nötigen Arbeiten wurden in vier Losen vergeben. Der dickste Brocken ist der Tiefbau, der auch Entwässerung und den Rasenplatz beinhaltet. Er schlägt laut dem Kämmerer mit rund 900 000 Euro zu Buche. Die anderen drei Lose betreffen die Umzäunung, die Beleuchtung mit Flutlicht und den Kunstrasenplatz. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 1,4 Millionen Euro netto. „Wobei wir da zehn Prozent Puffer eingeplant haben“, so Hollrieder. Dazu kommen rund 600 000 Euro, die die Gemeinde in den vergangenen Jahren bereits für Planung, vorbereitende Erdarbeiten und die Altlastenentsorgung ausgegeben hat. „Letztere wären aber so oder so auf uns zugekommen“, betont der Kämmerer.

Bleibt noch die Frage, wann die TSV-Fußballer zum ersten Mal auf dem neuen Grün auf Torejagd gehen können. Asam: „Ich hoffe, dass wir im nächsten Herbst den Anstoß machen können.“

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