+
Stark beansprucht: Die gelben Markierungen, die die neue Vorfahrtsregelung am Hirschvogeleck verdeutlichen, haben bereits etwas gelitten. Ob sie im kommenden Jahr durch die endgültige Variante in weiß ersetzt werden, hängt vom Ausgang des einjährigen Testlaufs ab.  

Hirschvogeleck in Peiting

„Geänderte  Vorfahrtsregelung in Peiting wird gut angenommen“

Seit knapp vier Monaten gelten in der Peitinger Ortsmitte geänderte Vorfahrtsregeln. Der auf ein Jahr ausgelegte Test soll zeigen, ob sich auf diese Weise die unfallträchtige Verkehrssituation verbessern lässt. Eine erste Zwischenbilanz fällt positiv aus.

Peiting – Kaum ein Thema ist in den vergangenen Jahren in Peiting so häufig und so kontrovers diskutiert worden wie die Verkehrsführung am Hirschvogeleck. Entsprechend rechnete man bei der Gemeinde damit, dass die geänderten Vorfahrtsregelungen in Peitings Herzen durchaus ein größeres Echo in der Bevölkerung auslösen würden. Doch anscheinend haben die Peitinger an der neuen Lösung wenig auszusetzen. „Was wir bisher gehört haben, sind die Leute sehr zufrieden, die Änderungen sind sehr positiv aufgenommen worden“, berichtet Kämmerer Christian Hollrieder. Große Beschwerden Fehlanzeige.

Seit Mai sind die abknickenden Vorfahrten im Ortszentrum Geschichte – zumindest vorübergehend, denn der Versuch einer geänderten Verkehrsführung ist vorerst auf ein Jahr ausgelegt. Anschließend soll darüber entschieden werden, ob aus der temporären eine dauerhafte Lösung wird.

Viel wird dabei davon abhängen, ob die neue Vorfahrtsregelung auch zu mehr Sicherheit führt. Denn in der Vergangenheit krachte es regelmäßig am Hirschvogeleck, vor allem Ortsfremde taten sich mit der komplizierten Verkehrssituation schwer. Jahrelang mahnte die Polizei deshalb Veränderungen an, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Dort ist man mit der bisherigen Entwicklung zufrieden, auch wenn es für ein endgültiges Fazit natürlich noch zu früh sei, wie der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Schongau, Toni Müller, auf Nachfrage der SN sagt. „Die Vorfahrtsregelung wird gut angenommen.“

Diesen Eindruck können auch Gabi Geiger von Betten Weißenbach und Gabi Pischel von Kid’s & Style bestätigen, deren Geschäfte bekanntlich in unmittelbarer Nähe der Hauptplatz-Kreuzung liegen. „Der Verkehr fließt jetzt viel besser. Vorher haben die Leute immer wild gestikuliert, weil keiner wusste, wer fahren darf“, stellt Geiger fest. „Für Ortsfremde ist es jetzt viel leichter zu verstehen“, ergänzt Pischel.

Ganz ohne Zwischenfälle verliefen die vergangenen Wochen allerdings nicht. Zwei Unfälle haben die Ordnungshüter registriert. Anfang Juni übersah eine Autofahrerin vom Hauptplatz kommend beim Abbiegen einen vorfahrtsberechtigten Radfahrer, der beim Zusammenstoß leicht verletzt wurde. Ende August kollidierten zwei Autos nach einem ähnlichen Fehler. Von einer Unfallhäufung könne man deshalb aber nicht sprechen, so Müller.

Auch von den Gemeinderäten wird der Test genau verfolgt. „Besser als gedacht“ verlaufe der, freut sich etwa Peter Ostenrieder. Die neue Lösung werde „super angenommen“, wenngleich sich die angestammten Peitinger natürlich erst einmal an die geänderte Verkehrssituation gewöhnen müssten. „Das Umlernen fällt nicht jedem leicht“, räumt der CSU-Fraktionsvorsitzende ein. Auch die neue Fußgängerampel in der Poststraße werde nach seinen Beobachtungen häufig genutzt.

Deutlich zurückhaltender indes reagiert Christian Lory, der bei der knappen Abstimmung im Gemeinderat vor einem Jahr gegen die nun umgesetzte Lösung votiert hatte. Bevor man ein Urteil fälle, müsse man erst das Verkehrsgutachten und das Ergebnis der Verkehrszählungen abwarten, fordert der SPD-Fraktionschef. Außerdem würden noch Erfahrungen aus dem Winter fehlen, wenn möglicherweise das Anfahren im steilen Teil der Schongauer Straße wegen Glätte zum Problem werde.

Besonders sorgt sich Lory um die erhöhte Verkehrsbelastung für die Anwohner, die durch die neuen Vorfahrtsregelungen in der Meierstraße sowie der Füssener, der Oberen und der Schongauer Straße entstünde.

Tatsächlich bestätigt Hollrieder, dass der Verkehr in diesem Bereich zugenommen habe, jedoch in einem „vertretbaren Maß“. Genaue Zahlen gibt es jedoch noch nicht, erst nach den Sommerferien soll laut dem Kämmerer eine Verkehrszählung erste belastbare Daten liefern.

Dass in besagten Straßen mehr Fahrzeuge als vor der Umstellung fahren, ist auch Peter Ostenrieder nicht entgangen. Die Meierstraße jedoch würde vornehmlich von Autofahrern genutzt, damit könne man leben. Der Schwerlastverkehr hingegen würde seit der neuen Verkehrsführung deutlich öfter den Weg über die Ortsmitte meiden. „Das ist eine gute Geschichte.“

Christoph Peters

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wie die Boneberger-Spende geholfen hat
Dank der Boneberger-Spendenaktion können jedes Jahr Menschen aus dem Schongauer Land, die dringend Hilfe brauchen, oder Vereine und Institutionen unterstützt werden. Wir …
Wie die Boneberger-Spende geholfen hat
Lechberg nächstes Jahr drei Wochen zu
Der Lechberg wird im kommenden Jahr zur Großbaustelle: Wegen der Setzungen und Risse in der Straße muss der Hang befestigt werden. Dafür kommt schweres Gerät mit …
Lechberg nächstes Jahr drei Wochen zu
23-Jähriger liefert unter Drogen Essen aus
Den Beamten wollte er weismachen, am Wochenende einen Joint geraucht zu haben. Stattdessen waren es aber Amphetamine, die der Essenslieferant geschluckt hat. Der …
23-Jähriger liefert unter Drogen Essen aus
Kinsau bietet auch Auswärtigen Bauplätze
„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in …
Kinsau bietet auch Auswärtigen Bauplätze

Kommentare