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Frühestens im Herbst 2018 kann die Bebauung der Basili-Wiese starten.

Aus dem Gemeinderat Peiting

Kleine Freiheit im Baugebiet Basili-Wiese

Der Emissionsschutz hat die Ausweisung des Peitinger Groß-Baugebiets Basili-Wiese fast ein Jahr lang beschäftigt. Ein überarbeiteter Plan soll die Lösung bringen. Heiß diskutiert wurde die Gestaltung der Dächer.

PeitingMutig wollten einige Peitinger Gemeinderäte sein und die Dachgestaltung im neuen Bebbauungsplan voll und ganz den Bauherren überlassen. Heraus kam, mit nur einer Stimme Mehrheit, wieder nur eine kleine Freiheit. Guten Mutes sind die Gemeinderäte allerdings, was den Lärmschutz betrifft. Architekt Wolfgang Hesselberger präsentierte die überarbeitete Planung. So soll eine teilweise Kettenhausbebauung gegenüber des Schwimmbeckens auf der anderen Bachseite gleichzeitig als Lärmschutzwall für die dahinterliegenden Wohnhäuser dienen.

Die Fassaden sollen zudem keine Belüftungsfenster erhalten, um den Lärm draußen zu halten. Die Belüftung soll lediglich über Kippflügel möglich sein. Statt der von der Emissionsschutzbehörde angeregten Lärmschutzwand entlang des Baches ist ein dichter Grüngürtel geplant. „Dadurch wird die psychologische Wirkung einer sichtbaren Schallquelle vermieden“, so Hesselberger, der der Hoffnung Ausdruck gab, „dass die Emissionsschutzbehörde hier mitgeht“. Zudem wurde auf Anregung der Gemeinde am umgestalteten Bachbett eine Wassertretanlage geplant und der angedachte Abenteuerspielplatz ebenfalls wegen Lärmschutz auf die Fläche gegenüber des Badparkplatzes verschoben.

Damit konnten sich die Gemeinderäte anfreunden und stimmten einstimmig zu. „Der geforderte Emissionsschutz verträgt sich nicht mit den Ansprüchen an die Gemeinden, Wohnraum zu schaffen“, konnte sich Bürgermeister Michael Asam eine kritische Anmerkung nicht verkneifen.

Wesentlich uneiniger waren sich die Gemeinderäte allerdings, als es um die Gestaltung der Dächer im neuen Wohngebiet ging. Im Vorfeld hatten sie sich in Holzhausen am Starnberger See ein Neubaugebiet mit freier Dachgestaltung angesehen. „Ich bin für so wenig Einflussnahme wie möglich“, eröffnete Norbert Merk die Diskussion. „Die Mischweise modern und traditionell kann sich gut integrieren“, war die Meinung von Michael Deibler.

Bebauung vermutlich erst ab Herbst 2018 möglich

„So eine Mischung kann charmant wirken“, pflichtete Christian Lory bei. Thomas Elste regte an, „nicht nur die Dachfarbe, sondern auch die Art der Bedachung“ nicht einzuschränken. Auch eine Dachbegrünung sollte möglich sein. Damit konnte Bürgermeister Michael Asam leben, allerdings nicht mit jeder Farbe: „Ich warne vor Hellblau und Lila!“ Herwig Skalitza ging noch weiter: „Es ist sehr nah an der Ortsmitte. Ich bin für Ziegelrot.“ Dem schloss sich Andreas Barnsteiner an: „Ich kann aus Erfahrung sagen, dass rote Dachziegel die beste Bedachung sind. Es gibt mittlerweile wunderbare rote Dachziegel. Das ist besser als kunterbunt.“ Dazu Herbert Salzmann: „Ich denke, man sollte den Bürgern in den Baugebieten eine gewisse Freiheit lassen. Die Welt ist bunt.“

Peter Ostenrieder sah ganz andere Probleme: „Ein Schilfdach passt nicht nach Peiting!“ Zudem erinnerte er an den vor Jahren gefassten Beschluss, im Ortskern nur ziegelrote Dächer zuzulassen. Eine Begrünung empfand er als zeitgemäße Bebauung, warnte aber davor, das Material komplett freizugeben. Auch Franz Seidel war für eine Reglementierung: „Im Unterschied zu Holzhausen ist die Basili-Wiese in der Ortsmitte.“

Letztendlich sprachen sich elf Gemeinderäte für Dächer ohne Beschränkung aus und zwölf dagegen. Mit 17 zu sechs Stimmen wurde eine Dacheindeckung in den Farben Ziegelrot bis Schiefergrau beziehungsweise begrünt festgelegt. Aufgrund umfangreicher Erschließungsmaßnahmen wird eine Bebauung im neuen Baugebiet allerdings frühestens ab Herbst 2018 möglich sein.

Ursula Fröhlich

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