Der erste Bagger hat bereits seine Arbeit aufgenommen auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände. Foto: Herold Erweiterung ist imBedarfsfall möglich

Bebauungsplan verabschiedet

Größtes Wohnbauvorhaben seit Jahrzehnten in Peiting: Jetzt legen die Bagger los

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Jetzt kann es losgehen: Knapp ein Jahr, nachdem der Marktgemeinderat den Bebauungsplan für das neue Wohngebiet am Bahnhof Ost auf den Weg gebracht hat, hat das Gremium in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Satzungsbeschluss gefasst. Für Bürgermeister Michael Asam „ein historischer Moment“.

Peiting – Für die Marktgemeinde ist es das größte Wohnbauvorhaben seit Jahrzehnten, das die Schongauer Firma Haseitl auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände verwirklicht. In den nächsten Monaten sollen hier 52 geförderte Sozialwohnungen, 18 Eigentumswohnungen sowie acht Reihen- und sechs Stadthäuser entstehen. Bis zum Satzungsbeschluss, mit dem rechtlich dem Baubeginn nichts mehr im Wege steht, war es freilich ein weiter Weg.

Im Juli 2016 hatte Haseitl-Geschäftsführer Peter Schrehardt die ersten Pläne vorgestellt. Damals ging man noch davon aus, dass sich sowohl die Wohnbebauung als auch die Entwicklung des Bahnhofumfelds mit Kino und großem Parkhaus in einem gemeinsamen Bauleitverfahren realisieren ließen. Doch weil die Bahn nicht mitspielte, mussten beide Vorhaben getrennt angegangen werden. Im Mai 2017 beschloss der Marktgemeinderat deshalb die Aufstellung des Bebauungsplans „Bahnhof Ost Teil 1“. Der musste in der Folge mehrmals geändert und erneut ausgelegt werden, besonders der Schallschutz bereitete Probleme, die mittlerweile aber alle gelöst sind. Zwischenzeitlich mussten auch noch die alten Bundeswehr-Hallen abgerissen werden.

„Das war ein langer Prozess“, blickte Asam am Dienstag auf die vergangenen Monate zurück. „Aber wir haben das, denke ich, gemeinsam gut gemeistert“, ergänzte er, was Schrehardt und Architekt Rudolf Schlamberger, die extra zur Sitzung nach Birkland gekommen waren, mit einem zustimmenden Nicken bestätigten. Zum letzten Mal galt es anschließend, die eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange abzuwägen. Die Liste war diesmal überschaubar, viele der Angeschriebenen hatten bei der dritten Auslegung keine Bedenken mehr vorgebracht.

Der Fachliche Naturschutz im Landratsamt wies auf den fehlenden Baumbestandsplan hin, ohne den der Erhalt der vorhandenen Bäume nicht rechtlich eingefordert werden könne. Dieser liege aber mittlerweile vor, sagte Schlamberger.

Auch die Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft EVA hatte sich noch einmal geäußert. Ihr Bedenken: Die vorgesehenen Stellplätze für Müllbehälter seien nicht ausreichend. Das Thema der Abfallentsorgung hatte im Laufe des Verfahrens schon mehrmals für Diskussionen im Gremium gesorgt. Auch diesmal gaben sich die Räte mit der Aussage des Architekten, es seien genügend Abstellräume für den Müll vorgesehen, nicht sofort zufrieden.

Erst als Schlamberger und Schrehardt auf Nachfrage von Hermann Mödl (BVP) versicherten, dass eine Erweiterung im Bedarfsfall möglich wäre, konnte auch dieser Punkt abgehakt werden. Norbert Merk (CSU) regte noch an, die EVA zu bitten, möglichst in der Früh mit der Abholung zu beginnen. „Dann haben wir das Problem mit den herumliegenden gelben Säcken nur über Nacht.“ Ein Vorschlag, den man gern aufgreife, sicherte Asam zu, der auch noch einmal drauf hinwies, dass letztendlich die Hausverwaltung in der Verantwortung sei.

Blieb nach dem einstimmigen Satzungsbeschluss nur noch eine Frage zu klären: „Wann rollen denn die Bagger an?“, fragte der Bürgermeister neugierig. „Gleich morgen“, antwortete Schlamberger. Es rührt sich endlich was im Peitinger Osten.

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