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Dieser Spezial-Lkw ist in Herzogsägmühle für die Verteilung der Mahlzeiten zuständig.

Großküche von Herzogsägmühle

Mahlzeit mit Köpfchen

Aus Hunderten hungriger Münder der betreuten Menschen und der Mitarbeiter in Herzogsägmühle heißt es jeden Tag „Mahlzeit!“. Sie alle mit Frühstück, Mittagessen und Abendbrot zu versorgen, ist eine komplexe logistische Aufgabe der Gemeinschaftsküche sowie des Fuhrparks. Ohne dessen Fahrer und die beiden Speziallastwagen wäre das ganze aufwändige Unternehmen nicht zu bewältigen.

Herzogsägmühle – Die Großküche von Herzogsägmühle füllt alltäglich Hunderte von Essen in Gebinde oder Tabletts ab, die in die jeweils sechs Container gepackt werden, mit denen wiederum die Sonderaufbauten der Lastwagen bestückt werden, von denen jeweils einer im Einsatz ist, während der andere als Ersatz vorgehalten wird. Im Container befinden sich rund 30 Essen, macht 180 pro Transport.

Montags werden 26 Stationen bedient, die Woche über sind es mal mehr, mal weniger. Um 6. 30 Uhr beginnt der Tag der Fahrer und ihrer Beifahrer mit dem Ausfahren des Frühstücks, ab 9. 30 Uhr werden die Mittagessen an die diversen Stationen im Dorf geliefert. 365 Tage im Jahr und bei jeder Witterung. „Schlechtes Wetter kennen wir nicht“, kommentiert der stellvertretende Leiter des Fuhrparks, Manuel Herrmann (36), diesen Sachverhalt lakonisch. Bis 15.30 Uhr werden die Container wieder abgeholt.

Einmal am Tag geht es nach Peiting, insgesamt legen die Fahrer auf dem überschaubaren Straßennetz des Dorfes, die Peiting-Tour inclusive, 80 bis 90 Kilometer zurück. Auf diese Weise hat es das ältere der beiden Fahrzeuge – es hat 20 Jahre auf dem Buckel – auf 235 000 Kilometer Fahrleistung gebracht. Der noch keine zehn Jahre alte neuere Wagen auf weit über 100 000 Kilometer.

Die Tage der beiden auf Mercedes Benz-Basis im münsterländischen Gescher gebauten sogenannten Cargoloader sind freilich gezählt. Mit dem Bau und der Fertigstellung der neuen Großküche, aber auch wegen der Tatsache, dass der Fahrzeugbauer Ruthmann dieses Jahr die Produktion dieses Typs einstellt, muss eine Alternative gefunden werden, für die dann allerdings auch andere Betriebsanforderungen absehbar sind.

Rainer Erhardt (63), ein früherer Berufskraftfahrer und im Truck auf vielen Straßen in Europa unterwegs, hat die Cargoloader zwölf Jahre lang gefahren. Als Hauptproblem bezeichnen Herrmann und Erhardt beim Fahren den gegenüber dem vorderen breiteren hinteren Radstand des Lkw. Das wird als gewöhnungsbedürftig beschrieben.

Und Erhardt macht kein Hehl daraus, dass die Fahrzeuge reparaturanfällig sind, was wiederum aber wegen ihrer extremen Beanspruchung im täglichen Betrieb nicht verwunderlich sei. Der bewegliche Aufbau der Lkw muss an die hundert Mal runter und 100 Mal rauf bewegt werden, um zu be- und zu entladen.

Sehr komfortabel geht es übrigens im Führerhaus nicht zu, es gibt keine Klimaanlage. Das ewige Auf und Zu und Raus und Rein, das von Fahrer und Beifahrer verlangt werde, sei anstrengend. Die Container zu bewegen, erfordert zudem erhebliche Muskelkraft – beladen wiegen die gut 300 Kilo.

Bis die Mahlzeiten aus den Containern endlich auf den Tischen hungriger Menschen landen, haben ansonsten noch viele andere helfende Hände reichlich zu tun: das Personal der Hauswirtschaften von Peitnachhof, Lindenhof bis Schöneckerhaus und anderer Stationen der Essenverteilung vollendet die tägliche Logistik-Meisterleistung.

Von Rüdiger Matt

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