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Gustav Stifter aus Peiting mit zwei seiner Heimatbücher aus dem Böhmerwald, wo er herstammt.

Gustav Stifter aus Peiting

Bücher schreiben ist sein Hobby

Peiting -  Der berühmte Schriftsteller Adalbert Stifter aus dem Böhmerwald zählt zu seinen Vorfahren, und dies ist offenbar ein Ansporn für den 81-jährigen Gustav Stifter aus Peiting, sich ebenfalls literarisch zu betätigen und Bücher zu schreiben. An Ideen und Themen mangelt es ihm nicht.

Wenn Gustav Stifter an seinem Computer sitzt und seine Gedanken niederschreibt, tut er sich manchmal schwer, denn seine Beweglichkeit ist nach einem Schlaganfall etwas eingeschränkt. Meist tippt er mühsam mit einem Finger einen Buchstaben nach dem anderen, Wort für Wort, Satz für Satz. „Nachts fällt mir oft viel mehr ein, da bin ich am kreativsten“, erzählt der 81-jährige Peitinger, der 1964 von München in die Marktgemeinde gezogen ist und sich dort schnell eingelebt hat.

Gustav Stifter stammt aus dem kleinen Ort Stuben, „dem verschwundenen Dorf im Herzen des Böhmerwaldes“. Verschwunden deshalb, weil es durch die aufgestaute Moldau geflutet worden ist. Dies hat Gustav Stifter in seinem ersten Heimatbuch auch ausführlich geschildert. Rund 260 Seiten umfasst dieses Werk, das reich bebildert ist, mit historischen und aktuellen Ansichten von Stuben bzw. was davon übrig geblieben ist.

Anschließend hat Stifter gleich ein zweites Heimatbuch verfasst, das über den Ursprung des Graphits in Stuben handelt. Es ist eine Fortführung der Ortschronik von 1920, die sein Urgroßonkel Franz Stifter begonnen hat.

Die beiden Heimatbücher sind in einer Auflage von 500 und 250 Exemplaren erschienen. „Ich habe zum Glück einen Verlag gefunden, der auch kleinere Auflagen druckt“, berichtet der heimatvertriebene Böhmerwäldler, ein gelernter Bänker, der früher Kreditsachbearbeiter bei der Raiffenbank in Peiting war und dann einen Baustoffhandel sowie ein Fuhrunternehmen übernommen hat.

Obwohl ihm das Schreiben – wie Stifter selber sagt – eigentlich nicht in die Wiege gelegt worden ist, hat ihn dieses Metier nie losgelassen. Der heute 81-Jährige hat sich mit den verschiedensten Themen auseinandergesetzt. Unter dem Titel „Faszination Wasser“ sind in seinem Computer 268 Manuskriptseiten fertiggestellt, die ein ganzes Buch füllen könnten – sofern sich ein Verleger findet.

Auch über „Die Entstehung der Welt“ hat Stifter eine Abhandlung geschrieben. Seine These: „So wie es sich die Wissenschaftler vorstellen, kann es nicht gewesen sein.“ Und das erläutert er auch eingehend.

„Der Weg in den Zweiten Weltkrieg“ – auch da ist Stifter gerade dabei, ein Buch zu schreiben. 27 Seiten sind schon geschafft. Als neunjähriger Bub hat er die Vertreibung hautnah miterlebt.

Nicht unzufrieden mit seinem Leben 

Ein weiteres Buchthema ist „Das Elektroauto“. Da ist Stifter allerdings erst bei 17 Seiten angelangt. Für das Thema Auto und Energiesparen hat sich der erfinderische Peitinger (mit 22 Jahren legte er sich das erste Auto zu) immer schon befasst und vor acht Jahren eine Neuigkeit vorgestellt: Die Kombination von Zusatzstoffen – sogenannte Additive – und einer technischen Raffinesse, die den Spritverbrauch um bis zu 15 Prozent senken soll.

Ein ganzes Buch könnte Gustav Stifter füllen, wenn er alles über sein Leben niederschreibt. Nach der Schule hat er eigentlich Landwirt gelernt und als Hopfentreter sein erstes Geld verdient.

„Ich bin nicht unzufrieden mit meinem Leben“, meint der 81-jährige Peitinger zurückblickend. Geistig ist er noch fit, auch wenn es manchmal etwas länger dauert, bis er seine Gedanken zu Papier bringt bzw. in den Computer. Damit es schneller geht, hat sich Stifter einen Sprechschreiber zugelegt. So drei bis vier Buchseiten schafft er damit täglich.

„Der Gustav sitzt oft den ganzen Tag vor dem Computer“, erzählt Karin Stifter, die viel Verständnis für das Hobby ihres Mannes aufbringt und ihn unterstützt, wenn im Computer-Archiv das eine oder andere Manuskript herausgesucht werden muss.

Gustav Stifter hat sich fest vorgenommen, weiter an seinen Manuskripten zu arbeiten. Und er hofft, dass sich vielleicht doch noch ein Verleger findet, der daraus Bücher macht.

mg

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