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Trauer um Vorreiter, Visionär und Kämpfer: Umweltpolitiker Hans Schütz ist tot

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Hans Schütz ist überraschen im Alter von 71 gestorben.
Hans Schütz ist überraschend im Alter von 71 gestorben. © EMANUEL GRONAU

Mit 71 Jahren wurde der Peitinger Kreisrat Hans Schütz unerwartet aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt seine Frau Marianne und drei erwachsene Söhne.

Landkreis – Der Landkreis trauert um einen Menschen, der die umweltpolitische Landschaft wie kein anderer geprägt hat, ein ökologischer Vorreiter, ein Visionär: Völlig unerwartet wurde der Peitinger Kreisrat Hans Schütz mit 71 Jahren aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt seine Frau Marianne und drei erwachsene Söhne.

Geboren in Lechbruck wächst Hans Schütz naturnah in der faszinierenden Lechlandschaft auf – eine Erfahrung, die sein Leben für immer prägen wird. Schütz engagiert sich umweltpolitisch wie kein anderer. In einer Zeit, in der sich nur wenige Gedanken um die Zukunft der Umwelt machen, kämpft er wie ein Löwe für seine Ideologie. „Was jetzt langsam in der Gesellschaft anläuft, war sein ganzes Leben“, so Karlheinz Grehl, der mit Schütz viele Jahre Seite an Seite im Kreistag grüne Politik mitgestaltet hat.

Hinterbliebene trauern: Nicht nur politisch, „auch menschlich war Hans Schütz ein Großer“

Wenn am heutigen Freitag der Kreistag tagt, fehlt Grehl ein Mann, der für ihn persönlich ein Vorbild war. „Ein Weggefährte, der mich zu vielen guten Dingen gebracht hat.“ Schütz hat gerungen, nie hat er etwas nachgetragen, stets war er darum bemüht, dass man sich am Ende immer wieder zusammenrauft. Nicht nur politisch, „auch menschlich war Hans Schütz ein Großer“, so Grehl. Mutig sei er gewesen, sich selbst nie zu schade für Dinge einzutreten, auch wenn er sich damit vielleicht auch manchmal Ärger eingehandelt hat.

Schütz ist Mitherausgeber der alternativen Monatszeitschrift „OHA-Zeitung aus dem Pfaffenwinkel“. Nie wird er müde, über wichtige Umweltthemen zu schreiben und auch unangenehme Fragen zu stellen. Durch sein umweltpolitisches Engagement ist er weit über seine Region hinaus bekannt, so als Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Dachverbands der Bayerischen Müllinitiativen (Das Bessere Müllkonzept) und als kompetenter Akteur in überregionalen mobilfunkkritischen Organisationen.

Hans Schütz setzte sich für Umweltthemen ein und prägte das Leben vieler Mittelschüler

Viele Jahre lang leitet er auch die „Umweltinitiative Pfaffenwinkel“ und unterstützt als Vorstandsbeirat den „Förderverein Nationalpark Ammergebirge“. 2010 wurde Schütz für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Umweltbereich mit der Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern geehrt. Grehl ist sicher: Das gigantische Lebenswerk von Hans Schütz wird in dem ökologischen Umdenken, das jetzt stattfindet, weiterleben.

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Auch als Lehrer an der Peitinger Mittelschule prägte er nicht nur den Weg vieler Schüler. Im Jahr 2013 erhält seine Schule den Umweltpreis der bayerischen Staatsregierung. Nicht immer werden die Anstrengungen von Schütz so belohnt. Und er macht trotzdem immer weiter, gibt nie auf.

2016 erhielt Schütz den Umweltpreis des Landkreises

In den letzten Jahren widmet sich Schütz mehr und mehr der Literatur. Zunächst erscheint 2006 die sehr erfolgreiche autobiographische Erzählung „Nebelstochern – Eine Kindheit am Lech“. Viele weitere Bücher und Werke gesellen sich hinzu. Es gibt Lesungen. 2016 wird Schütz der Umweltpreis des Landkreises Weilheim-Schongau für sein „Engagement im Bereich der Umweltbildung, Umweltpädagogik und als Literat“ verliehen.

Einer seiner Wegbegleiter hier ist der Steinmusiker Karl Michael Ranftl. „Viele Dinge, die Hans politisch wichtig waren, hat er lyrisch verarbeitet.“ Schütz habe eine robuste Art mit einer künstlerischen Feinfühligkeit vereint.

Mit seiner Frau Marianne wandert Schütz gerne auf Fernwanderwegen in den Alpen. Dort macht er viele Erfahrungen, die ihm immer wieder vor Augen führen, was er seinem Leben verschrieben hat: unserer einzigartigen Natur.

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