Der Weg ins Peitinger Weinland soll ausgebaut werden. Darauf haben sich Gemeinde und Anlieger jetzt geeinigt.
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Der Weg ins Peitinger Weinland soll ausgebaut werden. Darauf haben sich Gemeinde und Anlieger jetzt geeinigt.

Gemeinde Peiting hat sich mit den Anliegern auf eine Lösung geeinigt

Happy End im Weinland-Wegestreit

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Der Feldweg ins Peitinger Weinland ist wegen seines schlechten Zustands seit Jahren ein Ärgernis. Doch das könnte sich jetzt endlich ändern: Die Gemeinde hat sich mit den Anliegern in erneuten Verhandlungen auf eine Lösung geeinigt. Im Gemeinderat gab’s dafür jetzt grünes Licht.

Peiting – Wer mit dem Auto ins Weinland fährt, braucht gute Stoßdämpfer oder zumindest viel Geschick, um den zahlreichen Schlaglöchern auszuweichen, die sich auf der Fahrbahn aneinanderreihen. Diese Erkenntnis ist freilich nicht neu, schon seit Jahren gibt es Klagen über den schlechten Zustand des Feld- und Waldwegs, wie er im Bestandsverzeichnis des Marktes Peiting offiziell geführt wird.

Doch genauso lange wird über die Sanierung der rund 800 Meter langen Verbindung ins Weinland gestritten. Die scheiterte bislang vor allem daran, dass sich die Anlieger, die laut Gesetz für den Ausbau zahlen müssen, nicht auf eine Aufteilung der Kosten einigen konnten. „Wir haben mittlerweile einen großen Stoß an Akten zu dem Thema“, stöhnte Altbürgermeister Michael Asam schon 2018, als das Thema mal wieder auf den Tisch kam und ohne Aussicht auf eine Lösung alsbald wieder in der Versenkung verschwand.

Grundlage ist ein neues Förderprogramm

Was Asam nicht glückte, scheint nun seinem Amtsnachfolger Peter Ostenrieder gelungen zu sein. In der jüngsten Gemeinderatssitzung konnte der Bürgermeister stolz berichten, dass man einen Konsens mit den Anliegern gefunden habe.

Grundlage ist ein neues Förderprogramm zur Hoferschließung. Wie Kämmerer Christian Hollrieder erklärte, könnten dadurch die Kosten des Ausbaus mit 65 Prozent bezuschusst werden. 2018 habe ein Fachbüro diese mit rund 552 000 Euro veranschlagt. Das Marktbauamt habe die Kostenschätzung aber noch einmal auf Einsparmöglichkeiten hin untersucht. Das Ergebnis: Wenn man den Wegebau auf ein notwendiges Maß reduziere und etwa die Breite auf 3,50 Meter begrenze, komme man mit 400 000 Euro aus, rechnete der Kämmerer vor.

Betroffene wollen bis zu 150 000 Euro stemmen

In Verhandlungen mit dem Bürgermeister hätten sich die Besitzer der drei Höfe als Haupt-Betroffene daraufhin bereit erklärt, bis zu 150 000 Euro der verbleibenden Kosten zu stemmen, sagte Hollrieder.

Nach dem Ausbau übernehme die Gemeinde den Weg in ihre Straßenbaulast. Die nötigen Grundstücke für den Ausbau würden dem Markt unentgeltlich überlassen. Einzige Bedingung der Anlieger: Sollte die Baumaßnahme teurer werden als angenommen, trage die Mehrkosten allein die Gemeinde.

Einige hatten Bauchschmerzen

Das allerdings rief Thomas Elste auf den Plan. Wie groß dieses Risiko sei, wollte der Grünen-Rat wissen. Der Kämmerer versuchte, zu beruhigen. Zusammen mit dem Maximalbetrag der drei Anlieger und dem Zuschuss käme man auf eine Summe von 430 000 Euro. „Damit haben wir einen Puffer von 30 000 Euro, der ausreichen sollte.“

Elste war allerdings nicht der einzige, der damit Bauchschmerzen hatte. Man könne nur hoffen, dass einen der Fluch der ersten Zahl nicht einhole, sagte Norbert Merk (CSU). „Was ich nicht möchte, ist, dass es am Ende deutlich teurer wird und wir erhebliche Eigenmittel nachlegen müssen.“

Dank im Namen der Landwirte

Herbert Salzmann (SPD) pflichtete ihm bei. Zumal man laut Gesetz eigentlich verpflichtet sei, die Mehrkosten umzulegen, erinnerte er. Wie Merk wollte aber auch der SPD-Fraktionsvorsitzende die gefundene Lösung deshalb nicht in Frage stellen. Er werde immer wieder von Bürgern angesprochen, warum dort nichts weitergehe. „Insofern bin ich froh, dass es jetzt zu einem guten Ende kommt.“ Andreas Barnsteiner (BVP) nutzte die Gelegenheit, um sich im Namen der Landwirte zu bedanken und wischte die letzten Bedenken in seiner gewohnt direkten Art beiseite: „Wenn wir jetzt an sauberen Weg bauen, hamma die nächsten 100 Jahre a Ruah.“

Einstimmig gab der Gemeinderat grünes Licht für die gefundene Lösung. Ob sie realisiert werden kann, hängt nun noch davon ab, ob das Amt für ländliche Entwicklung die Förderung gewährt.

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