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Vor dem Siegerentwurf: (v.l.) Die Architekten Martin Baur und Florian Latsch, Schulleiter Manfred Hörmann, Projekt-Manager Gerhard Dolp und Thomas Buchner (Bereichsleiter Finanzen und zentrale Dienste Herzogsägmühle).

Architektenwettbewerb

Herzogsägmühle: Alfons-Brandl-Schule wird erweitert - So soll der Neubau aussehen

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Alfons-Brandl-Schule in Herzogsägmühle ist mit ihrem Förderangebot für Grund- und Mittelschüler einzigartig in der Region. Weil die Nachfrage nach Plätzen immer weiter steigt, wird die Einrichtung jetzt erweitert. Bezogen werden soll der Neubau spätestens zum Schuljahr 2022/23.

Herzogsägmühle – Seit ihrem Bau 2002 hat die Alfons-Brandl-Schule in Herzogsägmühle eine rasante Entwicklung durchgemacht. Errichtet eigentlich als Mittelschule für die Klassen fünf bis neun, werden an der Einrichtung mittlerweile auch Grundschüler unterrichtet. Die Nachfrage nach Plätzen ist groß. Das Förderzentrum mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung ist einzigartig in der Region, vergleichbare Einrichtungen befinden sich in Augsburg und München. Entsprechend groß ist das Einzugsgebiet. Bis zu eineinhalb Stunden Fahrzeit mit dem Bus legen viele der rund 100 Schüler laut Schulleiter Manfred Hörmann täglich zurück.

Die Entwicklung hat Folgen. Längst ist die Schule an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Mit jeder Grundschulklasse, die in den vergangenen Jahren hinzu kam, musste man enger zusammenrücken. Physik-, Computer und Bewegungsraum werden als Klasszimmer genutzt – eine Notlösung.

Doch Abhilfe ist in Sicht. Dafür sorgt ein Erweiterungsbau, der künftig die Grundschule beherbergen soll. Rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche hat die Regierung von Oberbayern für das zusätzliche Raumangebot genehmigt, was in etwa der Größe des Bestandsgebäudes entspricht. „Damit war für uns klar, dass es mit einem kleinen Anbau nicht getan ist“, blickte Hörmann beim Pressetermin zurück. Doch wie sollte ein etwaiger Neubau aussehen?

So soll der Erweiterungsbau aussehen: Das Gebäude wird in Massivholz ausgeführt und bekommt eine schwarz geflammte Holzverkleidung.

Um diese Frage bestmöglich zu beantworten, rief man Anfang des Jahres einen Architektenwettbewerb ins Leben. Wie Projektmanager Gerhard Dolp erklärte, seien 62 Bewerbungen aus ganz Europa eingegangen. „Wir hatten die Anforderungen bewusst niedrig gehalten, um auch jungen Büros, die frisch am Markt sind, die Teilnahme zu ermöglichen.“ Vier Teilnehmer wurden im Vorfeld gesetzt, sechs weitere ausgelost. Neun Büros gaben schließlich Mitte Juni ihre Arbeiten ab, ein Modellbauer setzte die Pläne in maßstabsgetreue Ansichten um. „Wir wollten, dass alle Modelle von der Art und Weise ähnlich sind, damit sich die Jury auf das Wesentliche konzentrieren kann“, erläuterte Dolp die durchaus ungewöhnliche Vorgehensweise.

Die Wahl des Preisgerichts fiel schließlich auf den Entwurf des Münchner Büros „Baur & Latsch Architekten“. Sehr zu deren Überraschung, wie Martin Baur zugab. Nicht, weil er und sein Partner Florian Latsch nicht überzeugt waren von ihrer Arbeit. „Wir waren uns unsicher, ob die reduzierte Bauform richtig verstanden wird.“

Alt- und Neubau werden über eine gläserne Brücke verbunden

Tatsächlich sei der unscheinbare längliche Baukörper nicht von Anfang an sein Favorit gewesen, gab Hörmann zu. Doch bei genauerer Betrachtung habe er mit den Anforderungen der Schule am besten zusammengepasst. Besonders lobte der Schulleiter, dass die Architekten als einzige den Fokus auf den Erhalt eines zusammenhängenden Freibereichs gelegt hatten. Verbunden sind Alt- und Neubau nur über eine gläserne Brücke. „Unsere Kinder haben einen irren Bewegungsdrang, es wäre jammerschade gewesen, wenn der Außenbereich durch ein anschließendes Gebäude eingeschränkt worden wäre.“

Lob, das die Architekten freute. Denn vor allem mit der städtebaulichen Einbindung habe man lange gekämpft, gab Latsch zu. Bei der Bauform habe man sich an den vorhandenen Strukturen im Dorf orientiert. Auch im Inneren hatten sich die Architekten viele Gedanken gemacht. Im Erdgeschoss, wo neben der im südlichen Teil vorgesehenen Sporthalle die Ganztagsschule einziehen soll, bieten bodentiefe Fenster eine Verbindung nach draußen. Die Klasszimmer im Obergeschoss verfügen über Nischen und Nebenräume, die als Rückzugsorte genutzt werden können – auch dies habe keiner der anderen Entwürfe vorgesehen, betonte der Schulleiter, der die klaren Strukturen des Gebäudes hervorhob, die den Kindern die Orientierung erleichtere. Gut an kam bei der Jury auch die Möglichkeit, die Flure als zusätzlichen Raum für Aktivitäten nutzen zu können.

Die genauen Kosten fehlen noch

Wann mit der Errichtung des Gebäudes in Massivholzbauweise begonnen wird, steht noch nicht fest. Ziel sei es, dass der Unterricht spätestens zum Schuljahr 2022/23 starten könne, sagte Dolp. Als nächstes müssen die Genehmigungsplanung erstellt und die genauen Kosten ermittelt werden. Bis dahin bleibt den interessierten Schülern der Blick aufs Modell ihrer neuen Schule. Hörmann: „Im Erdkunde-Unterricht kommt es super an.“

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